Füssener Polizei hat es mit weniger Straftaten zu tun und glänzt mit hoher Aufklärungsquote

Wo die Welt noch in Ordnung ist

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Vor allem Einbrüche in Wohnungen beschäftigen derzeit die Füssener Polizei. Mit einer verstärkten Präventionsarbeit soll heuer gegengesteuert werden.

Füssen – „Da sind wir stolz drauf! Denn das hilft dem Bürger!“ Füssens Polizeichef Edmund Martin lässt durchaus eine gewisse Zufriedenheit erkennen, wenn er auf die Arbeit seiner Inspektion im vergangenen Jahr zurückblickt.

Mit einer Aufklärungsquote von fast 71 Prozent übertrafen die Füssener Beamten die des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (68,4 Prozent) leicht und die der bayerischen Polizei insgesamt (64,4 Prozent) deutlich. „Diese Aufklärungsquote spricht für unsere Arbeit“, so Martin. 

Der Grund für die hohe Erfolgsquote sei, dass sich die PI Füssen Ermittlungsbeamte leisten, die an einem Fall dranbleiben. Dabei haben Martins Leute im vergangenen Jahr in insgesamt 1538 Straftaten im Königswinkel ermittelt. Das entspricht einer Kriminalitäts-Häufungsziffer – Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – von 2722. Damit gehört die heimische Region zu einer der sichersten im ganzen Allgäu. 

Von diesen 1538 Straftaten wurden 1259 im Bereich der Füssener Inspektion registriert und 279 im Bereich der Dienststelle Pfronten, wie Martin, sein Stellvertreter Helmut Maucher und Thomas Zeidler von der Pfrontener Dienststelle vergangene Woche bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik berichteten. 

„Wir sind rückläufig“, verwies Martin auf die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre, in der die Anzahl der registrierten Straftaten um 20 Prozent zurückging. Sorgen bereitet den Beamten derzeit aber vor allem die stark ansteigende Zahl an Wohnungseinbrüchen. Von den insgesamt rund 1500 Straftaten ereigneten sich 31 im Bereich der Gewaltkriminalität – laut Martin der niedrigste Wert seit fünf Jahren. 

Zu den spektakulärsten Taten gehören dabei die Überfälle auf die NORMA-Märkte in Füssen und Pfronten, den Überfall auf eine Füssener Bäckerei sowie der Überfall auf einen Radfahrer in Pfronten durch zwei junge Männer aus Kempten (der Kreisbote berichtete). „Das war schon sehr heiß“, erinnerte Thomas Zeidler. 

Flüchtige Räuber 

Während nach den NORMA-Räubern noch gefahndet wird, konnten die Täter der beiden anderen Überfälle relativ schnell gefasst und zum Teil bereits durch ein Gericht verurteilt werden. Im Bereich der Straßenkriminalität wurden insgesamt 244 Delikte angezeigt (329 in 2010), ebenfalls der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Bei den Rauschgiftdelikten registrierten die Beamten in der Region dagegen eine starke Zunahme von 61 Fällen in 2010 auf 85 Delikte im vergangenen Jahr. Dies sei aber vor allem auf die verstärkte Ermittlungsarbeit eines jungen Kollegen zurückzuführen, erklärte Edmund Martin. „Das ist ein Kontrolldelikt“, betonte er. 

Harte Drogen spielten im Königswinkel aber eine eher untergeordnete Rolle. In den meisten Fällen sei es um weiche Drogen wie Cannabis gegangen, das vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumiert werde. 

Harte Strafen für Schleuser 

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die Ermittler auch bei den Betrugs- und Vermögensdelikten, vor allem im Bereich Internet. Waren es 2013 noch 145 registrierte Fälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 162. Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sank die Zahl dagegen von 407 im Jahr 2010 auf nunmehr 213 Fälle. Das ist allerdings mehr auf statistische Effekte zurückzuführen, da viele Fälle von Internetkriminalität nicht mehr dazugerechnet werden, da die Täter und somit der Tatort meist im Ausland sitzen. 

Regelrecht explodiert sind hingegen die Zahlen im Bereich der Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht. Hier registrierten die Ermittler im vergangenen Jahr 114 Fälle. 2010 waren es noch ganze 21 gewesen. Vier Fünftel der Fälle wurden von der Schleierfahndung aufgedeckt. Hier greifen Polizei und Staatsanwaltschaft hart durch, wie Edmund Martin erläuterte. So gehen die meist auf der A7 erwischten Schleuser direkt für mindestens sechs Monate ins Gefängnis. Sorgen bereitet der Polizei im Königswinkel derzeit aber vor allem die starke Zunahme bei den Wohnungseinbrüchen. 

Insgesamt 19 Fälle wurden den Beamten angezeigt. Vor zwei Jahren waren es noch zwei Fälle gewesen. Die psychische Belastungen für die Betroffenen sei dabei enorm, erklärte Martin. Vor allem eine Einbruchsserie an Pfingsten in Weidach schlägt hier zu Buche. „Da vermuten wir eine ausländische durchreisende Tätergruppe.“ Künftig soll daher in diesem Bereich eine verstärkte Präventionsarbeit geleistet werden, kündigten die drei Polizeichefs an. 

Eine Abnahme beobachteten die Ermittler dagegen bei den Laden- und anderen Diebstahlsdelikten. Die sicherste Gemeinde im Zuständigkeitsbereich der PI ist übrigens Rückholz – dort wurden vier Straftaten im vergangenen Jahr angezeigt. „Da ist die Welt noch in Ordnung!“

Matthias Matz

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