Einige Bürger äußern Zweifel an dem Mega-Projekt

Bürgerversammlung: Zweifel an 5-Sterne-Hotel-Projekt am Festspielhaus

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So soll der Komplex aus Festspielhaus und 5-Sterne-Hotel einmal aussehen. Das gefällt allerdings nicht allen Füssenern, wie jetzt in der Bürgerversammlung deutlich wird.

Füssen – Insgesamt 149 Zimmer, an die 300 Betten und allein 3000 Quadratmeter Wellness-Bereich – am Festspielhaus soll ein 5-Sterne-Luxus-Ressort gebaut werden.

Bei einigen Füssenern sorgen die Pläne von Investor Manfred Rietzler jedoch für Unbehagen, wie jetzt in der Bürgerversammlung im Schützenheim Roßmoos deutlich wurde. 

So beklagte die Hopfenerin Sabine Thilemann die Veränderungen des Charakters der Stadt durch Projekte wie den Neubau des Hopfener Strandbades oder des geplanten Hotels am Forggensee. „Mich schmerzt diese Veränderung einfach“, klagte sie. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) entgegnete ihr darauf, dass das Hotel am Festspielhaus nötig sei, um den Betrieb des Veranstaltungshauses langfristig zu sichern. Das sei schon immer klar gewesen. „Das Hotel am Forggensee wird kommen, um das Festspielhaus rentabel betreiben zu können“, erklärte er. Denn große Veranstaltungshäuser könnten sich grundsätzlich nicht selbst tragen.

Selbst die Wagner-Festspiele seien ein Draufzahl-Geschäft für die Stadt Bayreuth. Die Stadt Füssen könne das Festspielhaus aber aufgrund der eigenen angespannten finanzielle Situation nicht finanziell unterstützen, so Iacob weiter. Daher brauche es das Hotel und Tagungszentrum, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Darüber hinaus habe der Stadtrat Investoren und Planern immer strikte Auflagen gemacht. „Wir haben immer gesagt, dass es nicht mehr als 150 Zimmer haben darf“, betonte der Bürgermeister. 

Josef Schneider aus Weißensee wunderte sich indes darüber, warum im Strandbad Weißensee der Kiosk nicht saniert werden darf, am Forggensee aber ein Luxus-Hotel gebaut werden kann. „Das versteht der normale Bürger nicht mehr!“, sagte er. Der Unterschied sei, erläuterte Bürgermeister Iacob, dass das Strandbad Weißensee im Naturschutzgebiet liege und das Festspielhaus bzw. der Forggensee im Landschaftsschutzgebiet. In diesem dürfe eben an Gebäuden etwas verändert oder neu gebaut werden, so Iacob. 

Reinhard Thurnhofer wollte hingegen wissen, warum für das Festspielhaus und das geplante Hotel zwei Bebauungspläne existieren würden und ob das Hotel auch ohne das Festspielhaus wirtschaftlich überleben könne. Denn wer könne garantieren, dass aus dem Veranstaltungshaus bei ausbleibender Rentabilität nicht doch irgendwann ein Outlet-Center oder etwas anderes gemacht werde? 

Eine Umnutzung des Festspielhauses müsse vom Eigentümer beantragt und vom Stadtrat entschieden werden, erläuterte ihm Iacob. „Wenn der Investor sagt, wir machen jetzt ein Casino da rein, dann sagt der Stadtrat: Nein!“ Darüber hinaus müssten Festspielhaus und Hotel künftig als Einheit gesehen werden. Denn neben der geplanten baulichen Verbindung seien beispielsweise auch vorgesehen, dass das neue Hotel unter anderem Küche und Restaurant des Festspielhauses nutzen soll. „Es gibt eine direkte Verbindung!“

mm

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