Finanzspritze für Familienstützpunkt

Ausschuss spricht sich für geringere Bezuschussung aus als beantragt

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Die Stadt Füssen wird der AWO bei den höheren Personalkosten für den Familienstützpunkt unter die Arme greifen. Allerdings wird sie erstmal nur 1500 Euro zuschießen und nicht 3000 Euro, wie die SPD-Stadtratsfraktion beantragt hatte.

Füssen – Die Stadt Füssen wird den Familienstützpunkt der Arbeiterwohlfahrt (AWO) stärker finanziell unterstützen. Allerdings nicht in der Höhe, die sich die SPD-Fraktion gewünscht hatte.

So hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Schaffrath beantragt, dass die Stadt die höheren Personalkosten jährlich mit 3000 Euro bezuschussen soll. Doch das war Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und den anderen Mitgliedern des Finanzausschusses jetzt mit Blick auf die anstehenden Investitionen der Stadt zu hoch. Im AWO Familienstützpunkt können Familien Anschluss finden und sich beispielsweise bei der Betreuung und Erziehung der Kleinkinder unterstützen lassen.

Da der Familienstützpunkt in Füssen gut ankommt, wurde die Arbeitszeit der Leiterin im vergangenen Mai von zehn auf 14 Stunden in der Woche erhöht, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Personalkosten für acht Stunden übernimmt der Landkreis. Zwei Stunden, die für die Betreuung der Krabbelgruppe anfallen, trug bisher der AWO-Ortsverein Füssen-Schwangau. Da Abrechnungs- und Verwaltungsarbeiten nun aber nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptamtlich abgewickelt werden, verlängern sich die Arbeitszeiten, was höhere Kosten für den Ortsvereins bedeutet. Insgesamt rund 6000 Euro muss die AWO jährlich dafür ausgeben. 

Deshalb stellte die SPD-Stadtratsfraktion im November den Antrag den Ortsverein dabei mit 3000 Euro zu unterstützen. Doch der Sozialausschuss vertagte eine Entscheidung. Die Stadtverwaltung sollte erst eine Übersicht der Zuschüsse, die bereits für den Familienstützpunkt laufen, auflisten. 

Kosten von 10.000 Euro

Und die liegt nun vor. Sie ergab: Ca. 10.000 Euro jährlich übernimmt die Stadt für den Familienstützpunkt, erklärte Kämmerer Tobias Rösler. 

Dieser Betrag setzt sich aus der erlassenen Nettomiete für die Räume und die erlassenen Nebenkosten zusammen. Dabei sollte die Einrichtung ursprünglich eigentlich nur mit 2000 bis 3000 Euro jährlich bezuschusst werden. Das hatten die Stadträte bei der Einführung des Familienstützpunktes 2015 beschlossen, wie Christine Fröhlich (FWF) anmerkte. „Das ist schon wesentlich mehr geworden. Damals wurde gesagt, dass der Träger die Overheadkosten übernimmt.“ 

Bei dem Antrag störte sie vor allem die jährliche Bindung. Da der neue Haushaltsplan derzeit noch aufgestellt werde, schlug sie vor, dass man erst bei den Haushaltsberatungen schauen solle, ob die Finanzierung dafür überhaupt gesichert ist. Außerdem sollte der Zuschuss auf ein Jahr begrenzt werden. Diese Haltung konnte Dagmar Rothemund (SPD) allerdings nicht nachvollziehen. „Das gehört zur Stadtentwicklung dazu. Gerade Familien gehören unterstützt. Da geht’s um Inhalte und nicht um Finanzen.“ 

Sie selbst sprach sich vehement für den Antrag aus. „Ich bin wirklich sehr dafür, dass er bewilligt wird, weil es eine wichtige Einrichtung für Eltern und Kinder ist.“ Denn hier würden beispielsweise die Grundlagen für die Einschulung geschaffen. Ganz ihrer Meinung war ihr Fraktionskollege Wolfgang Bader. Der Familienstützpunkt sei eine Anlaufstelle für Familien, die neu in die Lechstadt gezogen seien oder Hilfe benötigen, erklärte Bader. Hier würden rechtliche und pädagogische Fragen geklärt. „Es ist eine wichtige Einrichtung.“ 

Das bezweifelte Fröhlich gar nicht, wie sie erklärte. „Das ist eine gute Geschichte. Das ist wünschenswert.“ Nur gebe es eben viele Begehrlichkeiten, die „supergut“ seien. Und diese summieren sich. „Wenn ich privat Geld ausgebe, überlege ich mir auch: ,Kann ich mir das leisten?‘“ Nur müsse man mit öffentlichen Geldern noch sorgfältiger umgehen. Ähnlich sah das Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die Stadtverwaltung sei derzeit dabei den Haushaltsplan 2018 aufzustellen. Und das sei gar nicht so einfach, weil viele Investitionen geplant seien. „Drei Millionen Euro streichen wir gerade, weil wir das nicht mehr verpacken. Das geht einfach nicht.“ 

Deshalb schlug die Stadtverwaltung vor, den Familienstützpunkt nur mit 1500 Euro zu bezuschussen. Dann müsste man vielleicht die Betreuungszeit um ein bis eineinhalb Stunden verkürzen, so der Rathauschef „Für uns war klar, dass wir diesen Antrag unterstützen wollen. Nur nicht in dieser Höhe.“ Wenn der neue Familienstützpunkt, der neben dem neuen Kindergarten im Weidach entstehen soll (der Kreisbote berichtete), in Betrieb gehe, könne man noch einmal über den Zuschuss sprechen. 

Während Uschi Lax (CSU) die Förderung über 1500 Euro für ein Jahr für eine vernünftige Lösung hielt, lehnte Rothemund ihn ab. „Warum nicht 3000 Euro für ein Jahr?“ Sie fände es gut, wenn sich AWO und Stadt die Kosten teilen würden. „In der Pädagogik sind drei Stunden nichts. Ich finde das nicht richtig.“ Deshalb sprachen sie und ihre Fraktionskollegen Wolfgang Bader und Brigitte Riedlbauer sich gegen die Bezuschussung über 1500 Euro für ein Jahr aus. Die Mehrheit des Gremiums gab jedoch grünes Licht.

Katharina Knoll

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