Nesselwanger Gemeinderat diskutiert Erscheinung des Kirchplatzes

Platz nimmt Gestalt an

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Die Gestaltung des Nesselwanger Kirchvorplatzes sorgte jetzt für kontroverse Diskussionen im Gemeinderat.

Nesselwang – Die Gestaltung des Platzes vor der Kirche zwischen dem Riesebach und dem ehemaligen Hotel „Krone“ sorgte vergangene Woche für eine lebhafte Diskussion im Gemeinderat.

Der Kirchenvorplatz soll durch ein hochwertiges Granitpflaster und Sitzwürfeln, die auch wildes Parken direkt vor dem Kirchenportal verhindern sollen, klar abgegrenzt werden. Der Platz vor der Bäckerei soll ebenfalls durch ein Granitpflaster gestaltet werden. So sollen hier auch insgesamt neun Parkplätze entstehen. 

Mit seinem Vorschlag, vier Parkplätze, die direkt am Riesebach vorgesehen sind, mit einer Asphaltdecke zu versehen, konnte sich Bürgermeister Franz Erhart eben sowenig durchsetzen wie Architekt Martin Hoffmann vom gleichnamigen Architekturbüro aus Irsee. Dessen Vorschlag beinhaltete die Parkplätze am Bach mit Granitpflaster mit Rasenfuge auszulegen um ein begrüntes Band am Bach entlang zu schaffen.

 Die Markträte lehnten diesen Vorschlag jedoch mit sieben zu neun Stimmen ab mit einem Hinweis auf die nicht vorteilhafte Eignung für so manches Schuhwerk. Christian Lotter (Freie Wähler) appellierte, das schöne Ensemble mit Pfarrhof, Kirche und dem neuen Gebäude nicht durch einen falschen Belag zu verschandeln. 

Mit einer Mehrheit von zehn zu sechs Stimmen stimmten die Räte für einen einheitlichen Belag. Lediglich die Parkplätze, sowohl die zum Bach als auch die zur Straße, sollen durch farbliche Absetzungen im Pflaster markiert werden. 

Kritik an Treppe

Mit großer Mehrheit wurde die geplante Treppe befürwortet. Diese stellt eine städtebauliche Verbindung zum Platz dar, so der Architekt in der Vorstellung. Hans Möst (Freie Wähler) konnte dem aber nicht zustimmen. Er argumentierte mit einer geringen Nutzung und schlug eine Verlegung der Treppe um ein Stück in Richtung Westen vor, auch weil sich diese in der derzeitigen Planung in optischer Verlängerung zur Straße „An der Riese“ befindet. 

Jürgen Heckmeier (SPD) sprach sich ganz gegen eine Treppe aus. Er befürwortete eine eher funktionelle Gestaltung des Platzes als eine ästhetische. Die Mehrheit des Gremiums lobte aber die aktuellen Planungen und die hochwertige Gestaltung als sehr ansprechend. 

„Der Platz wird im Sommer beliebt sein und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität“, so Hans-Georg Allgaier (Freie Wähler). Auch die Untere Denkmalschutzbehörde befürwortete laut Martin Hoffmann die aktuellen Planungen mit den gepflasterten Parkplätzen. Ein in der ersten Planung vorgesehener Behindertenparkplatz auf dem Platz wird seitlich neben das Kirchenportal verlegt, auch um so mehr Platz für reguläre Parkmöglichkeiten zu schaffen. 

Die aktuelle Parksituation mit „italienischen Verhältnissen“ – jeder parkt wie er will, keiner wie er soll – befürchtet Bürgermeister Erhart auch nach der Fertigstellung. „Wir werden das beobachten“, so der Rathauschef. Dauerparker sollen auf dem Platz ebenfalls nicht geduldet werden. Peter Schlichtling (CSU) sprach sich für geeignete Maßnahmen in diesem Fall aus. 

Zuversichtlicher Erhart

„Es wird eine gute Geschichte werden“, so Erhart zum Abschluss der Diskussion. Begonnen werden die Maßnahmen voraussichtlich im Mai mit der umfangreichen Sanierung der Straße „Steinach“. 

Im weiteren Verlauf folgen dann der Kirchenvorplatz und der Platz vor der Bäckerei. Bis etwa Juli werden sich die Bauarbeiten hinziehen, so die zeitlichen Planungen. Mit Für und Wider wurde die Errichtung einer Ampel im Bereich des neuen Platzes diskutiert. Der Antrag war von einem Nesselwanger eingereicht worden. Das Straßenbauamt, das für die Errichtung einer solchen Anlage zuständig ist, befürwortet keine weitere Anlage im Ortsbereich.

Eine solche Anlage müsse nachhaltig sachlich begründet sein und eine bestimmte Nutzungsfrequenz von mindestens 300 Querungen pro Stunde aufweisen. Zudem besteht eine Ampelanlage bereits in Höhe des Hotel „Post“ und der Abstand zu dieser ist zu gering. 

Lieber Zebrastreifen

Von Seiten der Markträte wurde eine Querungshilfe wie vor dem Heilig-Geist-Stift vorgeschlagen. 

Architekt Martin Hoffmann sprach sich jedoch aus städtebaulicher Sicht dagegen aus. Er befürchtet eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der Ansicht des historischen Pfarrhofs durch eine solche Querungshilfe mit Insel. Er befürwortete die von Andrea Allgaier (Freie Wähler) vorgeschlagene Anlage eines Zebrastreifens. Dieser sollte in Höhe des „Geißlerbaches“ gelegt werden. 

Dieser würde auch die Geschwindigkeit des Verkehrs herabsetzen, argumentierte Hoffmann. „Die Notwendigkeit einer Querungshilfe ist gegeben“, so Bürgermeister Erhart abschließend. Zusammen mit dem Staatlichen Straßenbauamt soll nun eine Verkehrsschau vorgenommen und das Ergebnis wieder im Rat vorgestellt werden. Der Vorschlag fand auch die Mehrheit im Gremium.

hoe

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