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Klare Vorgaben des Gemeinderats

Kiesabbau im Forggensee: Schwangau stellt Bedingungen

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Die Schwangauer Gemeinderäte wollen, dass der Kiesabbau im Forggensee künftig an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.

Schwangau – Kiesabbau im Forggensee ja, aber – so lautet das Ergebnis der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schwangau.

In dieser hatten die Gemeinderäte über das Planfeststellungsverfahren zum Kiesabbau zu beratschlagen. Im Grundsatz wurde diesem zugestimmt, allerdings unter Bedingungen. In zwei Arbeitsgemeinschaften wollen über ein Dutzend Baufirmen aus dem Allgäu den Schatz im Forggensee, den Kies, heben bzw. abbauen (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Rund 700.000 Kubikmeter Kies, geschätzt mehr als 1000 Tonnen, sollen auf einer Fläche von 14 Hektar auf der Westseite des Sees im Bereich Ehrwang entnommen werden. Ausgelegt ist der neue Plan auf zehn Jahre.

Abgebaut werden soll der Kies nur in den Winter- und Frühjahrsmonaten, wenn der Stausee ohnehin abgelassen wird. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus stellten die Gemeinderäte aber Bedingungen an den Tagebau. So sollen sowohl Staub- als auch Lärmimmissionen, die sich vor allem bei Westwind auch auf das Schwangauer Gemeindegebiet auswirken, vermieden und soweit als möglich unterbunden werden. 

Auch wurde darauf hingewiesen, dass in besagtem Seeareal der Dücker des Abwasserzweckverbandes von Schwangau-Waltenhofen zur Kläranlage nach Füssen-Ehrwang verläuft. Immer wieder erhebliche Konflikte hatte in der Vergangenheit auch die Staubentwicklung bzw. die Verunreinigung der B16 in dem Bereich ausgelöst, wo die Kieslaster den See verlassen und auf die Bundesstraße einbiegen. Insbesondere bei regnerischem Wetter bilde sich hier Schlamm, hatten die Räte bereits früher schon moniert. Deshalb sollte die Bundesstraße regelmäßig gesäubert werden, auch um Staubstürme zu vermeiden.

Die nicht benötigten Sedimente, so genannte feinkörnige Stillwasserablagerungen, die der Lech über den Lagerstätten (den postglazialen, also nacheiszeitlichen Kiesen) ablagert, sollen auf Kosten der ARGE entsorgt werden, fordern die Schwangauer Gemeinderäte außerdem. Auch sollte die Lebewelt, Fauna und Flora und die Wasserqualität des Forggensees nicht beeinträchtigt werden.

Wasser nicht gefährdet

Keine Sorgen machen müssen sich die Ratsmitglieder aber hinsichtlich des Schwangauer Trinkwassers. Denn dieses wird aus einem Aquifer in 15 bis 20 Meter unter dem Gemeindegebiet gefördert. Die häufigen Kieslagerstätten liegen aber in etwa 765 Meter Meereshöhe, also deutlich darunter. 

Auch die Angst, dass Grundwasserströme beeinträchtigt werden könnten, erscheinen unbegründet, da der Lech als Vorfluter zwischen dem Kiesabbau und dem Schwangauer Gemeindegebiet liegt. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu den Punkten Stellung zu beziehen, damit diese in das Verfahren einfließen können. „Mehr kann man von Gemeindeseite aus nicht tun“, so Bürgermeister Stefan Rinke. Ein Einspruchsrecht besitze die Kommune nicht.

gau

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