Zahl der Helfer sinkt

AK Asyl definiert Aufgaben neu

+
Läuft gut: Die Mutter-Kind-Gruppe in der Spitalgasse fördert die Sprachkenntnisse. Während Vera Fochler die Frauen aus Syrien und Somalia unterrichtet, spielen Else Sperber und Johanna Gardel-Graf mit den bis zu sechsjährigen Mädchen und Buben.

Füssen – Mitte November soll ein Treffen von reaktivierten und neuen ehrenamtlichen Mitarbeitern in Füssen ein Netzwerk entstehen lassen, das vor allem für die Integration von Asylbewerbern und Migranten eintreten will.

Die Weichen dafür wurden jetzt gestellt. Der Arbeitskreis Asyl – beim Start waren es 60 Ehrenamtliche – ist offensichtlich inzwischen auf eine Kerngruppe geschrumpft. Elf „Ja“-Stimmen und damit 100 Prozent bekam beim Treffen im „Seelos Haus“ in der Hinteren Gasse der Antrag, die Initiative umzubenennen. 

Damit solle auch gleichzeitig der neue Arbeitsschwerpunkt signalisiert werde, wie es zur Begründung hieß. Künftig tritt der lockere Zusammenschluss als AK „Asyl und Integration“ auf. Neue Mitarbeiter gesucht Davon verspricht sich die Gruppe „mehr Aufmerksamkeit und wieder mehr ehrenamtliche Helfer“, wie Sprecherin Ingrid Stubbe den gemeinsamen Vorstoß erläuterte. 

Ein Treffen Mitte November solle die Neuausrichtung untermauern und zu einer Vernetzung der reaktivierten und neuen AK-Mitarbeiter führen. Diakon Christoph Schwarzer hatte zuvor in die Runde gefragt, ob es den AK Asyl noch brauche. Zur Entscheidungsfindung dienten zwei Listen.

Daraus geht nach Ansicht der Teilnehmer eindeutig hervor, dass die Zeiten von Kleidersammlungen, vielen Deutschkursen und Kennenlernen-Treffen vorbei ist. „Was vor allem noch gebraucht wird, sind Hilfestellungen im Umgang mit der Bürokratie sowie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche“, so Stubbe. 

Wie Schwarzer ergänzte, haben in Füssen nicht allein Asylbewerber solche Probleme. Hingewiesen wurde auf den „Leerstand von Wohnungen“, aber auch darauf, dass die Stadt Füssen – so SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath –- zwei Wohnungen in der Ziegelwies an Asylbewerberfamilien vermieten werde. Diese sind nach Stadtrat Schaffraths Angaben zum vorgegebenen Termin pünktlich bezugsfertig gemacht. Weiterhin engagieren müsse sich der AK beim Ausfüllen von Anträgen, Formulieren von Widersprüchen und ähnlichen Herausforderungen im „Papierkrieg“. 

Kommt Nottelefon?

Ungeöffnete Briefe, die Bescheide oder Mahnungen enthalten, könnten schnell ins soziale Abseits führen, was den betroffenen Personen freilich nicht bewusst sei. Aus der Runde der ehrenamtlichen Kräfte kamen typische Beispiele auf den Tisch. Vorgeschlagen wurde, ein „Nottelefon“ einzurichten. In Füssen sei „die bezahlte Asyl-Sozialarbeit super dünn“, wurde kritisiert. 

Fakt ist die bevorstehende Schließung von drei Füssener Unterkünften. Daher verschärfe sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt zunehmend. Berufstätige Flüchtlinge bezahlen in einem Mehrbettzimmer pro Bett über 300 Euro im Monat an „Nutzungsgebühr“. Bei Arbeitslosigkeit kommt das Job-Center für die Wohnkosten auf.

cf

Auch interessant

Meistgelesen

Die Arbeiten beginnen
Die Arbeiten beginnen
Mann rastete aus und verwüstet Bar
Mann rastete aus und verwüstet Bar
"Wir wollen Frauen Mut machen"
"Wir wollen Frauen Mut machen"
Stadtverwaltung im Tiefschlaf?
Stadtverwaltung im Tiefschlaf?

Kommentare