Stadt Füssen lädt am Mittwoch zur ersten digitalen Informationsveranstaltung

Künftige Gestaltung der Morisse: Die Füssener sollen mitentscheiden

Die Morisse in Füssen
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Wie das Morisse-Areal am Rande der Altstadt künftig aussehen und genutzt werden soll, sollen die Bürger zusammen mit Politik und Verwaltung in den kommenden Wochen und Monaten diskutieren.
  • Matthias Matz
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Füssen – Wie die Morisse künftig aussehen soll, das will die Stadtverwaltung von ihren Bürgern wissen. Sie lädt dazu am Mittwoch, 16. Juni, zur digitalen Infoveranstaltung ein.

Wo einst Schrebergärten standen und heute Autos und Busse parken, soll in Zukunft etwas völlig Neues entstehen: das Morisse-Areal gilt als innerstädtisches „Filetstück“ und bietet aus Sicht von Stadtentwicklern und Kommunalpolitikern vielfältige Möglichkeiten. Konkrete Vorstellungen für die künftige Gestaltung und Nutzung der knapp 17.000 Quadratmeter großen Fläche gibt es aber noch keine, weshalb die Stadtverwaltung jetzt die Bürger mit ins Boot holen will. Unter dem Motto „Zukunft Morisse – gestalten Sie mit!“ findet am Mittwoch, 16. Juni, ab 18 Uhr eine erste digitale Informationsveranstaltung für Interessierte statt. 

Die einstündige Online-Veranstaltung ist der Auftakt zu einer ganzen Veranstaltungsreihe „Stadtumbaumanagement“ aus Workshops, Einzelgesprächen und Aktionstagen bis in den Herbst hinein. Ziel der Verwaltung ist es, mit den Bürgern und möglichst vielen Interessenvertretern über die verschiedenen Themen der Stadtentwicklung und ihre Bedeutung zu diskutieren - vom Wohnen und Arbeiten über Natur und Umwelt, Kultur, Handel und Wirtschaft bis hin zum Tourismus. „Es geht darum, die Entwicklung des Morisse-Areals für die Gestaltung der Zukunft Füssens und ihrer Innenstadt zu nutzen“, erläutert Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Innerstädtische Fläche mit enormen Entwicklungspotential

Dass das Morisse-Areal eine der wenigen noch verbliebenen innerstädtischen Flächen mit enormem Entwicklungspotenzial ist und sich dort etwas tun muss, war bereits im Zuge der Aufstellung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) klar geworden. Neben Parkraum war seinerzeit die Rede von einer Mischung aus Wohnen und Einzelhandel.

Mit dem Thema beschäftigt hat sich bereits auch der Stadtrat im Zuge eines Workshops Mitte Mai. „Dort wurden erste Ideen bzw. Vorstellungen entwickelt, wie dieses städtebauliche Filetstück im Herzen der Stadt Füssen einmal aussehen könnte bzw. was man sich dort vorstellen könnte“, berichtet Hauptamtsleiter Peter Hartl.

Konkrete Vorstellungen oder gar Beschlüsse habe es aber noch keine gegeben. Fest stehe bislang nur: „Da soll nicht alles zugepflastert werden!“ Im Gegenteil: der Wunsch nach der Gestaltung von Freiflächen, eines Platzes als Treffpunkt für die Bürger, Gäste und Besucher sei genauso laut geworden, wie der Ruf nach Schaffung von städtebaulicher Qualität (siehe Info-Kasten).

Bürger sollen am Prozess beteiligt werden

Einig sei sich das Gremium gewesen, angesichts des „enormen Entwicklungspotenzials“ der innerstädtischen Fläche die Bürger an dem Prozess zu beteiligen. Ins Boot geholt werden sollen aber auch andere Akteure wie die Bewohner der Altstadt, Vertreter des der Einzelhandels, Betriebe, Werbegemeinschaft, BdS Füssen, Fieranten, Gastronomen, Jugend und Senioren sowie die Tourismusbranche. Hartl hofft, dass sich diese Akteure genau wie die Bürger an einer so genannten Pilotgruppe beteiligen, die die Ausarbeitung des städtebaulichen Konzepts stellvertretend für die Füssener begleiten soll. Geplant ist, dass etwa 20 bis 25 Personen dabei mitmachen.

Doch damit nicht genug: „Mit zusätzlichen digitalen Beteiligungsangeboten und Aktionstagen vor Ort wollen wir auch sonstigen Interessierten, Passanten die Möglichkeit bieten, sich zu beteiligen und ihre Vorschläge zu äußern“, so Hartl. Unterstützt wird die Verwaltung bei dem gesamten Prozess vom Kaufbeurer Stadtplanungs- und Architekturbüro „Die Stadtentwickler“ und dem Münchner Büro „bauwärts Stadt Raum Bildung Kultur“.

Keine Konkurrenz zur Altstadt - Parkplätze sollen erhalten bleiben

Verhindert werden soll durch eine möglichst breitgefächerte Einbindung auch, dass die künftige Nutzung des Areals eine Konkurrenz zur Altstadt und dem innerstädtische Einzelhandel darstellt, „sondern im Idealfall zusätzlich befruchtet beziehungsweise weitere Impulse bietet.“

Angst, dass es künftig nicht mehr genug Parkplätze in der Innenstadt geben wird, muss niemand haben. Man gehe davon aus, dass die Parkplätze auf der Morisse nicht wegfallen, sondern eher noch mehr werden, erläuterte Hartl gegenüber dem Kreisboten. Denkbar wäre unter anderem eine Tiefgarage. „Alle Beteiligten wissen, wie wichtig es ist, zentrumsnahe Parkplätze am besten rund um die Altstadt zu platzieren.“

Außerdem werde der Morisse als „Drehscheibe“ eine besondere Rolle bei der Umsetzung der „längerfristige Vision“ spielen, Autos und Busse komplett raus aus Bad Faulenbach zu bekommen. Auch hierzu gibt es laut Hartl bereits verschiedene Ideen.

Trotz der umfangreichen Beteiligung der Bürger – das letzte Wort hat der Stadtrat. „Selbstverständlich wird sich der Stadtrat dabei von den Vorschlägen aus dem gesamten Beteiligungsprozess leiten lassen“, betonte der Hauptamtsleiter. „Deshalb wird es ganz entscheidend auf die Bürger- und Akteursbeteiligung ankommen, am besten in einem möglichst breiten Konsens.“

Viele Veranstaltungen zu dem Thema

Zunächst aber soll am 30. Juni ein erster Workshop mit der „Pilotgruppe“ stattfinden und grundlegende Ziele für das Areal entwickelt werden. Anschließend sollen in einem zweiten Workshop voraussichtlich am 21. Juli darauf aufbauende Vorschläge der Planer sortiert werden.

Für Mitte September sind schließlich Aktionstage mit Infostände am Wochenmarkt, einem Stadtspaziergang, oder Aktionsständen in der Kemptener Straße und rund um die Morisse geplant. Dort sollen die bisherigen Ergebnisse vorgestellt und mit der Bevölkerung diskutiert werden. Anschließend ist für Mitte Oktober ein Abschlussworkshop vorgesehen, in dem die Ergebnisse sowie Eindrücke der Aktionstage endgültig definiert und formuliert werden sollen. Diese sollen schließlich dem Stadtparlament noch in diesem Jahr zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die Bürgerinformation beginnt um 18 Uhr. Aktuelle Infos und Anmeldung/Login unter www.morisse-fuessen.de.

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