Viehwirtschaft würdigen

Kultur- und Erlebnisprogramm – Pfrontens coronabedingter Alpsommer

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Die Fotografen Christian Heumader (links) und Max Freiding.

Pfronten – Die Pfrontener „Viehscheid-Däg“, seit Jahren ein touristischer Höhepunkt im Herbst eines jeden Jahres, fallen in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Deshalb hat der Kulturausschuss der Gemeinde Pfronten beschlossen, die kulturelle Bedeutung der Alp- und Berglandwirtschaft auf andere Weise zu würdigen und zu vermitteln.

Deshalb lädt die Gemeinde nun zum „Pfrontar Alpsommer“.

Trotz des ausgefallenen Viehscheids sollen die diesjährigen „Ersatz“-Aktivitäten der heimischen Viehwirtschaft eine Plattform bieten, betonte Jan Schubert von der Gemeinde Pfronten. Auf diese Weise möchte die Gemeinde diese klein strukturierte und nachhaltige Arbeit würdigen. „Unsere falsche Einstellung gegenüber unserer Mit-und Umwelt, speziell in unserem würdelosen Umgang in der Tierhaltung, unsere Einstellung gegenüber der Fleischerzeugung, sollte uns bei Situationen wie der derzeitigen Corona-Pandemie nachdenklich machen“, stellte Schubert fest. Gerade hier in der Region würden die Bauern ein Beispiel dafür liefern, dass ein von Vernunft und Wertschätzung geprägter Umgang mit Nutzvieh für alle beispielhaft sei, so Schubert. 

Zwei Ausstellungen, die bis Sonntag, 4. Oktober, zu sehen sind, sowie Bildervorträge der Fotografen Christian Heumader im Rathauspavillon und Max Freiding im alten Bahnhofskiosk, halten in eindrucksvollen Momentaufnahmen die unterschiedlichsten Situationen in der Alpwirtschaft fest. Berge, Vieh und Fotografie – das seien die entscheidenden Einflüsse, die Heumaders Lebensweg prägen. Eine Leidenschaft, für die er sich von klein auf interessierte, wie er selbst erzählte. „Unsere klein strukturierte Landwirtschaft, weg von der industriellen Massentierhaltung, gilt es mit allen Mitteln zu verteidigen“ stellte Heumader, der aus Niedersonthofen stammt, fest. Eine lange Freundschaft verbindet ihn mit dem zweiten Fotografen Max Freiding aus Pfronten. Ihm geht es in unserer schnelllebigen Zeit in erster Linie darum, bildhafte Erinnerungen für die nachkommenden Generationen zu schaffen und Veränderungen im Wirken der Berg-, Forst-und Alpwirtschaft zu dokumentieren. Seine Bedenken gehen dahin, „dass die heutige Hektik vieles kaputt macht“.

Mehr zu den Ausstellungen, Vorträgen und aktiven Erlebnissen zum Ende des Alpsommers gibt es online unterwww.pfronten.de unter der Rubrik Veranstaltungen. Bei geführten Wanderungen gibt es die Kulturlandschaft aus nächster Nähe zu sehen und alle Facetten des herbstlichen Pfrontener Tals zu entdecken.

ed

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