Kulturamt plant für sich

Das Kulturamt muss die Bilanzen seiner Veranstaltungen nicht detailliert dem Stadtrat offenlegen, Eine Mehrheit der Räte war bei der jüngsten Stadtratssitzung gegen den Antrag von Klaus Keller (FW), dass das Amt die Kosten und Besucherzahlen für jede einzelne Veranstaltung den Räten offenlegen soll. Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller stärkten die Räte damit den Rücken.

Mehr Transparenz erhoffte sich Antragsteller Keller von einer Offenlegung der Zahlen. Denn, so seine Befürchtung, es könne teure Veranstaltungen geben, die schwach besucht seien und so hohe Kosten verursachen. Das stellte Riedmiller auch nicht in Abrede, dennoch mache sein Amt unterm Strich ein Plus, rechnete er vor. 123000 Euro seien im aktuellen Haushalt für Veranstaltungen vorgesehen, auf über 126000 Euro bezifferte er hingegen die Einnahmen. Eigenständig kalkulieren Bürgermeister Paul Iacob (SPD) war das Bestätigung genug. „Wir haben Fachleute, die ihre Veranstaltungen einzuschätzen wissen“, erklärte er. Aus gutem Grund habe man vor Jahren dem Kulturamt ein Jahresbudget zugedacht, mit dem es eigenständig seine 60 bis 80 Veranstaltungen pro Jahr bestreiten kann. Nun doch über jedes einzelne Event zu diskutieren, wertete er als Rückschritt. Das sah die Mehrheit des Stadtrates offenbar ähnlich. Für „nicht nötig“ hielt etwa CSU-Fraktionsvorsitzender Heinz Hipp den Antrag. Froh darüber, dass am Ende ein Gewinn herausspringt, war Stadtrat Dr. Martin Metzger (BFF), „andere Städte haben ein deutlich Minus“. Bei einzelnen Veranstaltungen sei das einzukalkulieren, meinte Iacob, „Kultur lässt sich nicht immer rechnen“. Sorgenkind Theater In der Tat sei zum Beispiel das Theater ein Sorgenkind des Kulturamts. „Das Kindertheater lief in den letzten zwei Jahren nicht so gut“, erklärte Riedmiller. „Wir haben unsere Lehren daraus gezogen“. Man werde es als Schulveranstaltung im Festspielhaus wieder veranstalten. Keller gehe es bei seinem Antrag „ein bisschen um Selbstschutz“, verteidigte er seinen Standpunkt. Als Stadtrat wolle er möglichst gut informiert sein. Rückendeckung bekam er von Gabriel Guggemos (Füssen-Land), der erklärte „ich finde Antrag gut, ich möchte wissen was mit dem Geld passiert“. Das sahen elf Stadträte, die gegen den Antrag stimmten wohl anders. Das Kulturamt wird auch künftig eigenständig seine Veranstaltungen organisieren können, ohne im Einzelnen über Kosten und Besucherzahlen Auskunft geben zu müssen.

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