Kulturerbe ist gesichert

Auf die Frage: „Warum habt ihr euch soviel Arbeit mit dem Heimathaus gemacht?“ antwortet Manfred Hailer, der seit der Gründung Erster Vorsitzender des Heimathausvereins ist, fachkundig und begeistert: „In der Heimatpflege ist auch die Wahrung des agrarkulturellen Erbes wichtig.“

„Aufgrund der schon immer schwierigen Ertragslagen im Allgäu und dem lange anhaltenden Vorrang der Selbstversorgung war die Land-, Alp- und Forstwirtschaft vor ca. 70 Jahren noch von teils jahrhunderte alten Arbeitstechniken geprägt. Die Mechanisierungswelle kam hier erst spät an. Man wirtschaftet nicht altertümlich; man war so modern, wie es eben ging. Noch leben ältere Frauen und Männer, die das alles in ihrer Jugend nicht nur sahen, sondern teils schon als Kinder in den meist kleinen landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeiten mussten. Diese Mitbürger sterben nach und nach und so ginge auch deren Wissen verloren! Die vormaschinellen, heute schon vielfach unbekannten Arbeits- und Wirtschaftsformen sind jetzt im Heimathaus museal aufbereitet und professionell dokumentiert“, führt Hailer aus. In dem bäuerlichen Anwesen an der Füssener Strasse 13, mit Handwerkssölde (daher der Hausname „bei Glaser“) und einer kleinen Austragswohnung werden zu dem die Wohn- und Arbeitsverhältnisse mit dem sozialen Umfeld der Entstehungs- und Nutzungszeit des Hauses gezeigt. Ein Raum dient für Sonderausstellungen, die künftig auch Themen zur Ortsgeschichte aufzeigen sollen. „Dank des unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatzes des Heimathausvereins und des respektablen finanziellen Engagements des Marktes Nesselwang als Eigentümer ist das zweihundert Jahre alte Anwesen beispielhaft saniert und komplett als Heimathaus gestaltet“ freut sich auch der Hausherr, Nesselwangs Erster Bürgermeister Franz Erhart. Seit 1994 kam dem Projekt bei der grundlegenden Renovierung neben der Beratung durch Fachstellen gelegentlich auch die tatkräftige Mithilfe aus der örtlichen Gemeinschaft zu Gute. Mit Hilfe der Bayer. Landesstelle für nichtstaatliche Museen wurde vom Heimathausverein ein umfassendes Ausstellungskonzept erarbeitet und dann in Eigenregie umgesetzt. Beiträge von Sponsoren und in gewissem Maße auch Zuschüsse übergeordneter staatlicher und kommunaler Stellen waren bei der Realisierung hilfreich. Dieser Tage werden von der Vorstandschaft des Vereins die Arbeiten zur Gestaltung der letzten Ausstellungsabschnitte zu den Themen „Grünlandwirtschaft und Rottfuhrwesen / Säumerei“ abgeschlossen. „Damit ist auch der „letzte Winkel“ in diesem geschichtsträchtigen Haus heimatkundlich genutzt“ freut sich der Erste Vorsitzende Manfred Hailer. Die Ausstellung zur „Grünlandwirtschaft“ rundet die didaktisch aufbereiteten, landwirtschaftlichen Themen ab. Mit der Dokumentation zum Rottfuhrwesen (Säumerei), das für Nesselwang über Jahrhunderte hinweg wirtschaftlich bedeutsamen war, wird zudem ein attraktiver musealer Akzent gesetzt. Eröffnung des Heimathauses Das nun komplette Heimathaus, speziell die jetzt fertig gestellten Themenbereiche werden am Samstag, 19. September, ab 15 Uhr erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Nesselwanger Heimathaus, Füssener Strasse 13, ist an diesem Nachmittag und am Sonntag, 20. September, von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Erster Vorsitzender Manfred Hailer spricht der Vorstandschaft aus dem Herzen, wenn er meint: „Ein reges Interesse der Nesselanger und ihrer Gäste wäre der größte Lohn für die viele Arbeit.“ Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen. Dieses Nesselwanger Schmuckstück ist dann wie üblich jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzliche Sonntagsöffnungen sind für 4. und 18. Oktober 2009, jeweils von 15 bis 18 Uhr geplant.

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