Von Kabarett bis Soul

Kulturtage in Hohenschwangau punkten mit breitem Programm

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Bei den Kulturtagen in Hohenschwangau ziehen die Kabarettisten Franziska Wanninger und Christian Springer das Publikum in ihren Bann.

Schwangau – Mit Kabarett, Jazz, Swing und Soul sowie Klassik haben die ersten Kulturtage im Schloss Hohenschwangau ein recht buntes kulturelles Programm geboten. Ihre helle Freude hatten die Besucher, ihrem kräftigen Beifall nach zu urteilen, offensichtlich an den Darbietungen der acht Künstler.

Thomas Günther dürfte am Ende der ersten Kulturtage im Schloss Hohenschwangau ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. Richtete der Marketingchef des Wittelsbacher Ausgleichsfonds an den drei letzten Tagen der vorvergangenen Woche doch immer wieder bange Blicke gen Himmel und hoffte dabei, dass es zumindest während der abendlichen Veranstaltungen nicht regnen würde. Tatsächlich hatte Petrus ein Einsehen und so klappte die Premiere der hochkarätig besetzten Vorstellungen im Innenhof der ehemaligen Königsresidenz ganz gut.

Den Auftakt zu den Kulturtagen machten die beiden Kabarettisten Franziska Wanninger und Christian Springer aus Niederbayern bzw. München, die die ungefähr 60 Zuschauer am ersten Abend nicht nur mit ihrem tiefen altbairischen Dialekt in den Bann zogen, sondern vor allem auch mit geistreichen Pointen die Lachmuskeln des Publikums trainierten. Während Wanninger dabei unter anderem als derbe Wies´n-Bedienung und Influencerin Melissa glänzte, las Springer allen Rassisten und Nationalisten gehörig die Leviten mit seinen teilweise scharfen Worten. Von diesen seien fast alle wahr gewesen, erklärte er zum Schluss. Allerdings fügte er dabei hinzu: „Fast ist ein dehnbarer Begriff.“ 

Ganz im Zeichen von Jazz-, Swing- und Soulmusik stand der zweite Abend der Veranstaltungsreihe, an dem das Jörg Seidel-Trio und Ron Williams mit jeder Menge schwungvoller und beseelter Töne für lockere Stimmung unter den etwa 50 Zuhörern sorgten. Der Gitarrist und Sänger Seidel aus Bremerhaven ließ das Auditorium dabei mit seinen österreichischen Bandkollegen Robert Bargard (Klavier) und Philipp Zarfl (Kontrabass) zusammen und Liedern von Nat King Cole, Bert Kaempfert, Udo Jürgens, Hildegard Knef und George Gershwin ebenso in die Zeit der 1930er- bis 60er-Jahre eintauchen, wie Williams. 

Der US-amerikanische Sänger, Schauspieler und Kabarettist brillierte mit Soulklassikern von Ray Charles, Ben E. King und Carole King. Sein kraftvoll leidenschaftlicher Gesang erinnerte dabei phasenweise an Joe Cocker sowie James Brown. 

„Abend der Liebe” 

Den gelungenen Abschluss des kleinen Kulturfestivals im Schlosshof von Hohenschwangau setzten der Pianist Dr. Konstantinos Kalogeropoulos und die Sopranistin Sigrid Plundrich, die die rund 70 Zuschauer in die Welt der Oper, Operette und Chansons entführten. In ihrem von Thomas Günter so bezeichneten „Abend der Liebe, des Lebens und der Leidenschaft“ nahmen sie die Besucher vornehmlich auf eine Reise durch die Klassik mit. 

Dabei brachten sie beispielsweise Klänge von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Giuseppe Verdi, Bedrich Smetana und Antonin Dvorák zu Gehör, mit denen sie in berührender Weise ihre große Virtuosität unter Beweis stellten.

lex

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