"Innovative Einrichtung"

VR-Bank in der Füssener Fußgängerzone mit neuem Video-Service

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Vorstand Christoph Huber (2.v.r.) und seine Kollegin Angela Hirtl von der VR-Bank verfolgen den Praxistest von Bürgermeister Paul Iacob (Mitte) am Service-Terminal.

Füssen – In der VR-Bank Kaufbeuren-Ostallgäu in der Fußgängerzone können sich die Kunden jetzt wie in einem modernen Flughafen fühlen: Ab sofort steht dort der neueste Video-Service zur Verfügung. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) überzeugte sich in der Geschäftsstelle am Mittwoch als Erster davon, dass es die Bankkunden dabei nicht mit einer Animation zu tun haben. Fragen beantwortete ihm Kerstin Mayr, die aus Pfronten am Service-Terminal zugeschaltet war. 

Der neue Filialleiter Martin Holzmann aus Rieden a.F. und sein Team werden mit dem Angebot entlastet und können sich, wie Petra Schwarz auf Nachfrage des Kreisbote sagte, anderen professionellen Aufgaben widmen. Nach dem längst von allen Geldhäusern den Kunden angebotenen Online-Banking übernimmt die VR-Bank damit in der Region eine Rolle als Pionier. Es handle sich beim Video-Service um eine „äußerst innovative und zukunftsweisende Einrichtung, die trotzdem auf dem Boden bleibe“, sagte Bürgermeister Iacob am Eröffnungstag. 

Bisher sind solche Terminals, an denen der Kontakt zu Bankangestellten von Angesicht zu Angesicht erfolgt, an vier Orten eingerichtet worden. Es sollen weitere fünf Filialen in der Region in nächster Zeit folgen. Vorstand Christoph Huber skizzierte vor der regionalen Presse die zeitlich kurze Vorgeschichte des VR-Video-Services. Er ging dabei zurück in den Herbst 2017, als die Bank das selbst entwickelte Angebot erstmals präsentieren konnten. 

Dafür hatte sich die Ostallgäuer VR-Bank den Flughafen München als Partner ins Boot geholt. „Sicherheit ist im Flugbetrieb das A und O. Das kam uns bei der Entwicklung des VR-Video-Services zugute. Alle Daten sind hochverschlüsselt und damit extrem sicher“, betonte Huber. „Was uns besonders freut: viele Banken haben sich schon vor Ort von den Vorteilen überzeugt und planen nun, das System ebenfalls einzusetzen. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz!“

Als vom Vorstand beschlossen worden sei, neue Wege zu gehen“, wurde das Motto „Follow your customer – dort sein, wo der Kunde ist“ als Herausforderung begriffen. „Der wollten wir uns stellen“, so Huber. Die Praxis sehe inzwischen so aus, dass die Bank ihren Kunden „erweiterte Öffnungszeiten“ anbieten kann. 

Neue Öffnungszeiten

Die gewohnten Schalterzeiten – das müsse der Kunde künftig beachten – gelten nicht mehr. Künftig bleibt die Geschäftsstelle in der Fußgängerzone an drei Nachmittagen in der Woche geschlossen: dienstags, mittwochs und donnerstags. Dennoch bleibe der persönliche Kontakt zum Kunden weiterhin gewährleistet. „Von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 18 Uhr können unsere Kunden persönlich von Angesicht zu Angesicht mit einem Bankberater sprechen“, so Huber. Die Mitarbeiter, die die Video-Service-Leistungen übernehmen, haben ihren Arbeitsplatz im Center der VR-Bank in Pfronten. 

Nach weiteren Angaben des Vorstands haben im vergangenen Jahr 5300 Kunden den Videodienst in Anspruch genommen. Für die Zukunft rechnet die Bank aber mit steigenden Zahlen. „Die Tendenz ist, bedingt auch durch die die wachsende Zahl der Terminals, steigend.“ Die bisherigen Erfahrung zeigen darüber hinaus: Die Anliegen der Kunden waren dieselben wie am Schalter: Überweisungen, Termine vereinbaren oder Fragen zum Online-Banking oder Kartensperrungen klären. Bei einer Kundenumfrage mit 600 Teilnehmern hätten 85 Prozent eine positive Bewertung für den Video-Service abgegeben. 

Die dafür geschulten Bankmitarbeiter hätten zudem festgestellt, dass die zunächst ungewohnte Arbeit vor der Kamera längst Spaß mache. „Wir sehen die Kunden persönlich und kennen zu den vielen Namen jetzt auch die Gesichter“, so eine Kollegin von Kerstin Mayr. Sie selbst hat die Erfahrung gemacht, dass die Kunden nach dem ersten Video-Kontakt regelmäßig kommen. 

Mayr räumt ein: „Am Anfang sind die Kunden manchmal erschrocken, wenn sie gemerkt haben, dass wir reale Personen sind, die mit ihnen sprechen.“ Zu bemerken sei „eine stärkere Nutzung des Services, vor allem deshalb, weil sich Kunden von den Vorteilen überzeugt haben.“ Diese Möglichkeit des umfassenden Video-Services gibt es künftig auch im V-Markt in der Kemptener Straße. Darauf wies Huber hin. Das sei „einzigartig in Deutschland“.

cf

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