Kurgespräche:  „Lebensziele – Glücksgaranten”

Dankbar und glücklich

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Kurseelsorger Christian Schulte begrüßt erneut Diplom-Pädagogin Elisabeth Berchtold aus Augsburg als Referentin bei den „Füssener Kurgesprächen”.

Füssen – Um das Thema Glück hat sich jetzt der Vortrag von Diplom-Pädagogin Elisabeth Berchtold bei den Füssener Kurgesprächen im Franziskanerkloster gedreht. Die Gastreferentin aus Augsburg sprach in der ökumenischen Vortragsreihe über „Lebensziele – Glücksgaranten”.

Dass sich das Forschungsinteresse an den Lehrstühlen für Psychologie auf Positives zu richten begann, motivierte vor zirka 30 Jahren die damalige Pädagogikstudentin, ihrem Nebenfach mehr Bedeutung zu schenken und sich beruflich mit Gedanken übers „Glück” zu beschäftigen. In der heutigen Glücksforschung werden hauptsächlich zwei Glücksarten unterschieden: das sogenannte Lebensglück und das Zufallsglück. Wie die Referentin ausführte, haben Familie und Freunde, liebevolle Partnerschaft, der gern ausgeübte Beruf, finanzielle Sicherheit und nicht zuletzt die Möglichkeit zu Freizeitaktivitäten einen Einfluss aufs „Lebensglück”. 

Das sei also nicht nur dem Zufall zu verdanken, so Berchtold. Man könne es auch mit der persönlichen Einstellung zum Leben und den eigenen Zielen erreichen. Diese Faktoren könne der Mensch teils selbst beeinflussen und sind „teils von der Gesellschaft abhängig”. 

Dagegen lässt sich das Zufallsglück nicht beeinflussen. Regelmäßig am Lottospiel teilzunehmen, garantiert bekanntlich keinen großen Gewinn. 

Kein Anspruch aufs Glück 

„Es gibt keinen Anspruch aufs Glück”, unterstrich die Referentin. „Und es gibt auch keine Glücksformel, die für jeden Menschen gilt.” Die persönliche Freiheit werde durch gesellschaftliche Verpflichtungen stets stark beeinflusst. Doch davon „muss man sich nicht komplett lenken lassen”, betonte die Referentin. Etwas zu verändern, wenn man sich allgemein unglücklich fühle, verlange allerdings Mut. 

Mutig durchs Leben 

Elisabeth Berchtold bot nach ihrem Vortrag ein, wie sie sagte, „Büchlein mit Tipps” an. Mündlich riet sie den Zuhörern, sich an eine Vertrauensperson zu wenden, die mehr Erfahrung als man selbst habe. Mit dem Blick von außen könne sie dabei helfen, Schritte auf dem persönlichen Weg ins mögliche Glück zu finden. „Mit einer grundsätzlich offenen und mutigen Haltung gegenüber dem Leben, wachsen auch die Chancen, dass sich unerwartete Ereignisse einstellen, die zum Glücklichsein beitragen werden”, sagte die Referentin. 

Möglichkeiten, sich positiv beeinflussen zu lassen, sah die Referentin darüber hinaus in Religion und Spiritualität. „Es sind die Dankbaren, die glücklich sind”, schloss Elisabeth Berchtold ihren 90-minütigen Vortrag, der starken Applaus erntete. 

Aus dem Kreis der achtzig Zuhörer kamen danach zahlreiche Fragen an die Referentin. Diese luden Christian Schulte und Pater Michael Hubatsch auch zu den Füssener Kurgesprächen 2018 ein, zu denen sie wiederkommen werde. 

Die ökumenische Vortragsreihe geht am Dienstag, 22. August, 20 Uhr, mit dem Vortrag „Martin Luther aus der Sicht der Psychotraumatologie” weiter. Gastreferent ist der evangelische Pfarrer Frank Witzel aus Kleinwalsertal.

kb

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