Neues Beratungsangebot

Im Raum Füssen sind noch über 100 Ausbildungs-Stellen frei

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Gern mit seinen Händen arbeiten, zum Beispiel als Maurer will der 16-jährige Mihai. Im Gespräch mit Berufsberater Wolfgang Gabler geht es um einen gelungenen Ausbildungsstart. Die Agentur für Arbeit bietet in der vergangenen Woche erstmals in Füssen einen zusätzlichen Info-Tag an, den Jugendliche ganz spontan nutzen können.

Füssen – Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, müssen nicht in Panik verfallen: Nach Angaben der Agentur für Arbeit sind derzeit noch etwa 130 Stellen im Raum Füssen bislang unbesetzt.

Auch kurzfristig, betont Berufsberater Wolfgang Gabler, sei es deshalb noch möglich, einen Ausbildungsvertrag für den Start des Ausbildungsjahres Anfang September zu bekommen. „Wir Berufsberater sind während des ganzen Schuljahrs direkt an den Schulen und dort Ansprechpartner für die Jugendlichen, die bald ihr Abschlusszeugnis in Händen halten und sich nach ihren persönlichen Interessen und Neigungen für einen Ausbildungsweg entscheiden sollen“, beschreibt Wolfgang Gabler seinen Job. 

Das Gespräch findet in der Agentur für Arbeit in der Abt-Hafner-Straße 8 statt. Anlass ist die erstmalige Einladung nach Füssen an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben. In der Lechstadt und im Umland gibt es noch freie Ausbildungsplätze. 

Zuletzt, so heißt es in einer Pressemitteilung, waren im Wirtschaftsraum Füssen 130 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Dies gelte für die Bereiche Industrie und Handwerk, Hotellerie/Gastronomie sowie den Verkauf und den Dienstleistungsbereich. Somit ergibt sich theoretisch die Chance, „noch kurzfristig eine Lehrstelle zu bekommen“. 

Unklug sei aber, sich auf einen bestimmten Berufswunsch zu versteifen. Vernünftiger sei, sich auch über berufliche Alternativen zu informieren. Man muss kein Berufsberater wie Gabler oder ein Personalchef in einem der Ausbildungsbetriebe in der Region sein, um zu wissen: die Angebote an Ausbildungsstellen und die dafür eingehenden Bewerbungen gehen nie Eins zu Eins auf. 

Tatsache ist aber auch: derzeit gibt es neben dem immer einsetzenden Ansturm auf vielleicht zehn Top-Berufe richtig gute Chancen Azubi zu werden. Weil Ausbildungsplätze noch offen sind, stand Gabler erstmals in Füssen an einen speziellen Beratungstag den Schulabgängern für Fragen zur Verfügung. In Lindau und Marktoberdorf gibt es ein solches Zusatz-Angebot der Agentur für Arbeit schon länger. 

Klares Ziel

Zu den diesjährigen Abschlussschülern der Mittelschule zählt der 16-jährige Mihai. Anders als Schulkameraden, die schon einen Ausbildungsvertrag in Händen halten, steht der aus Rumänien stammende Jugendliche noch mit leeren Händen da. Doch Mihai hat klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft, wie er dem Kreisbote beim Warten auf ein Beratungsgespräch mit Gabler verrät. Er sagt, er wolle „mit den Händen arbeiten“, am liebsten in einem Metallberuf oder auch als Maurer. 

Wichtige Sprachkurse

Dabei wird deutlich: Mihai muss besser Deutsch sprechen, damit er in einem Vorstellungsgespräch Fragen beantworten kann. Es gibt spezielle Kurse „Deutsch für Ausländer“, was Mihai bekannt ist. Berufsberater Gabler macht den jungen Mann auf das so genannte „Berufsintegrationsjahr“ aufmerksam, früher als Berufsförderungsjahr bekannt. Alternativen hierzu gibt es außerdem, beispielsweise ein „Langzeitpraktikum“ oder der Besuch der Klasse für Metalltechnik an der Außenstelle Füssen der Staatlichen Berufsschule Ostallgäu. 

Deutlich wird darüber hinaus im Beratungsgespräch: es ist immer auch Eigeninitiative notwendig, damit der erste erfolgreiche Schritt auf dem Weg zu einer anerkannten Ausbildung gelingen kann. „Die Jugendlichen wollen einen Beruf erlernen“, betont Gabler. „Wir sind sehr gut an den Schulen vertreten. Daher wissen wir das!“. Es habe auch schon Zeiten gegeben, als eine größere Gruppe sich so gut wie keine Gedanken über ihre Zukunft gemacht habe. „Das ist vorbei!“ 

Womit Gabler allerdings nicht sagen will, dass durch verstärkte Beratungsaktivitäten Probleme völlig ausgeräumt werden konnten. Es bleibe nach wie vor das Ziel, Jugendliche von der Straße zu holen. Alternative FSJ Wer den eigenen Berufsstart dennoch verschieben muss, weil ihm kein Ausbildungsvertrag zur Unterzeichnung vorgelegt wurde, sollte diese Zeit bis zum nächsten möglichen Ausbildungsbeginn nutzen. 

Gabler kann hier Überbrückungsmöglichkeiten in einem Gespräch nach Terminvereinbarung aufzeigen. Es sei wichtig, nach Schulabschluss eine möglichst direkte „Anschlussmöglichkeit“ zu finden. Lebenserfahrung sammeln und dadurch persönlich reifen: diese Chance mit der Möglichkeit, eine neue Perspektive zu gewinnen, biete jungen Leuten, wie der Berufsberater als Beispiel nennt, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

cf

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