Maxsteg: Bürgermeister eröffnet mit Musik und dem Segen der Geistlichkeit die neue Brücke

Länger, breiter und auch höher

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Breiter und länger ist der neue Maxsteg. Direkt darüber an der Tiroler Straße befindet sich die neue Aussichtsplattform, auf der Interessierte Infos zum Lech erhalten.

Füssen – Am 25. August 1845 gab es am Lechfall schon einmal eine Feier. Damals freuten sich die Füssener über die Geburt König Ludwigs II. Fast auf den Tag genau 170 Jahre später, am vergangenen Donnerstag, eröffnete Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier den neuen Maxsteg.

Während zu König Ludwigs Geburt nur ein Holzsteg hoch über den letzten Wildfluss Europas führte, befindet sich dort jetzt eine moderne Brücke. Die erinnert zwar optisch an ihren Vorgänger, ist jedoch länger und auch breiter. Daneben wurden auch auf beiden Seiten die Stufen zum Steg erneuert. Seit der letzten Eiszeit gräbt sich der Lech bei Füssen durch einen massiven Felsriegel aus Wettersteinkalk. 

Zwischen 1784 bis 1787 wurde ein Wasserstollen gebaut, um die flussabwärts gelegenen Mühlen gleichmäßig mit Wasser zu versorgen. Der Bau des sogenannten Lechfalls mit einer Fallhöhe von 7,71 Metern garantierte einen ausreichenden Wassereinlauf in den Stollen. Seit ca. 1900 spannt sich eine Eisenbrücke über den Fall. 57 Jahre später wurde die Vorgängerbrücke des heutigen Stegs errichtet, die als Landschaftsdenkmal eingestuft wurde. Der neue Steg ist ein Stahlverbundbau und verläuft 90 Zentimeter über dem Niveau der Vorgängerbrücke, um bei Hochwasser eine größere Durchflussmenge zu ermöglichen. 

Die Abstimmung mit den Sicherheitsmaßnahmen sei dabei die größte Herausforderung gewesen, erklärte Karl Heinz Scheibel, Inhaber der ausführenden Baufirma Scheibel. Man musste eine Brücke unter den neuen Steg installieren, von der aus die Männer arbeiten konnten. Dabei wurde auch die Trinkwasserhauptleitung für den Füssener Ortsteil Ziegelwies, die unter der Brücke verläuft, erneuert. 

Finanzspritze für Steg 

Das hat sich die Stadt einiges kosten lassen. Insgesamt 445.000 Euro mussten die Bauherren für das Projekt auf den Tisch legen, erklärte Iacob. Knapp die Hälfte davon, 221.000 Euro, wurde durch die Regierung von Schwaben gefördert. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt „nicht leistbar“ für die Stadt gewesen, sagte Iacob. Das sei ein Zeichen dafür, dass „Qualitätssteigerungen unterstützt werden“, so der Rathauschef. Genau das sei das Ziel der Stadt: Die Qualität im Tourismus zu steigern. „Wir wollen Veränderungen in Angriff nehmen, dort, wo sie positiv sind“, erklärte der Rathauschef. Und gerade der Lechfall sei ein wesentlicher Punkt in Füssen. Schließlich sei das Biotop „einmalig im bayerischen und österreichischen Raum.“ 

Seit 2005 gehört es zu „Bayerns schönsten Geotopen“. „Auf das sind wir stolz“, sagte er. Und auch der neue Maxsteg sei gut gelungen. Den haben „wir sauber hinbekommen“, meinte der Füssener Bürgermeister. Zudem wurden die Wege zum Steg von beiden Seiten saniert, sodass „man sicher hinkommt“, erklärte Iacob. Darüber hinaus will der Grundstückeigentümer, die Kraftwerk GbR, die Toiletten sanieren. Dass der Lechfall ein beliebtes Ziel bei den Touristen ist, hat sich während der fünfmonatigen Bauzeit gezeigt. 

Immer wieder haben Gäste bei der Tourist Information angerufen und gefragt, wann der Maxsteg endlich fertig sei, erzählte Stefan Fredlmeier. „Wir sind froh, dass wir den Maxsteg wieder haben“, sagte der Tourismusdirektor. Die Plattform, die daneben einen Blick in die Schlucht ermöglicht, ist dagegen ganz neu. Dieses Projekt hat Füssen Tourismus und Marketing (FTM) finanziert. Kapp 215.000 Euro, die zur Hälfte durch europäische Interreg-Mittel gefördert werden, hat die Plattform gekostet. Sie ist der Ausgangspunkt für den Lechwanderweg. Zudem können Besucher auf einem Informationsprisma mehr über den Lech erfahren. Man habe versucht eine Komposition zu finden, die sich in die Natur einfüge ohne sie zu zerstören. Das sei aber „nicht so einfach“ gewesen, erklärte Fredlmeier. Deshalb habe man eng mit dem Naturschutz zusammengearbeitet. 

Da der Maxsteg eine wichtige Prägungsachse zwischen Füssen und Bad Faulenbach sei, sei das Projekt nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Einheimischen wichtig gewesen. Die verschiedenen Partner hätten „Hand in Hand“ gearbeitet. Dabei habe auch die Zusammenarbeit mit den Außerfernern problemlos geklappt. Das sei etwas, was man „nicht hoch genug einschätzen“ könne, sagte Stefan Fredlmeier.

Katharina Knoll

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