Vor allem Allgäuer und Außerferner Pässe sind bei Bikern beliebt

Lärmstudie für das Allgäu und Außerfern wird vorgestellt

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Die kurvigen Passstraßen im Allgäu und Außerfern sind besonders beliebt bei Motorradfahrern. Die Bevölkerung dagegen leidet unter dem Lärm, der von den Maschinen ausgeht.

Allgäu/Außerfern – Bei der grenzüberschreitenden Regionalkonferenz „Motorradlärm“ Ende November in Sonthofen hatte Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe eine große Lärmstudie für den Bezirk Reutte angekündigt (der Kreisbote berichtete).

In einer öffentlichen Veranstaltung am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr im Gemeindesaal Stanzach will das Land Tirol nun die Ergebnisse vorstellen. Im Rahmen dieser Studie wurde eine repräsentative Anzahl von Personen zum Lärmempfinden befragt. 

Die lärmgeplagte Bevölkerung ist an diesem Abend eingeladen, mit den Vertretern des Landes auch darüber zu diskutieren, welche Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen sind. Denn eines steht bereits jetzt fest, das Problem ist kein „eingebildetes“ einiger weniger „Querulanten“. Entlang der bekannten beliebten Motorradstrecken im Außerfern und im Landkreis Oberallgäu mahnen wieder große Plakate zum Leise-fahren. 

Diesem Aufruf zur Rücksichtnahme schließen sich 2019 auch die Gemeinden Pfronten, Bichlbach und Steeg sowie das Tiroler Wipptal und das Sellraintal an. „Je weitere Kreise diese Kampagne zieht, desto mehr dringt das Problem ins öffentliche Bewusstsein. Das alleine macht die Motoren aber nicht leiser“, räumt Günter Salchner, Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern, ein. Die Regionalentwicklung Außerfern (REA), die Bezirkshauptmannschaft Reutte, das Landratsamt Oberallgäu und die Polizei auf beiden Seiten der Grenze unterstützen die Gemeinden im Kampf gegen zu viel Dezibel. Viel mehr als Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote gibt allerdings der derzeitige Rechtsrahmen nicht her. Es fehlt etwa ein Immissionsschutzgesetz „Lärm“ für den Straßenverkehr. 

Lauter als erforderlich

Anzusetzen ist nach Ansicht der Betroffenen auch bei der Motorradindustrie. Denn die Motoren seien viel lauter, als sie aus technischen Gründen sein müssten. Viele Motorräder würden letztendlich wegen des Sounds gekauft. Doch das Sounderlebnis von Individualisten müsse dort enden, wo es für die Allgemeinheit gegen die Gesundheit und die Lebensqualität geht. 

Nicht nur im Außerfern sondern auch im Schwarzwald, in der Nationalparkregion Eifel und in anderen Kommunen und Landkreisen in ganz Deutschland bringt sich derzeit die lärmgeplagte Bevölkerung in Stellung. Unter dem Titel „Krach oder Klang? Laute Fahrzeuge im Straßenverkehr“ lädt das deutsche Umweltbundesamt am 12. Juni sogar zu einem Kongress nach Berlin. All diese Initiativen vernetzen sich mit dem Ziel, auch in der EU-Kommission und im Europaparlament Gehör zu finden. 

Denn eine Ursache des Problems besteht im sehr „lärmfreundlichen“ Verfahren der Typengenehmigung und in zahnlosen Grenzwerten. Diese legt die EU fest. EU-Kandidaten kommen Einige Tiroler Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl haben ihre Teilnahme an der Stanzacher Regionalkonferenz „Motorradlärm“ angekündigt. Interessierte dürfen also gespannt sein, wie die politischen Parteien kurz vor der Europa-Wahl zu diesem Problem stehen.

kb

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