In Tirol wird laut über eine Maut für die beliebte und vielbefahrene Transitroute nach gedacht

Kommt die Maut für den Fernpass?

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Besonders in der Hauptreise-Saison gehört der Fernpass zu einer der meistbefahrenen Strecken in Tirol. Deshalb gibt es nun offenbar auf Landesebene Überlegungen, für die Route künftig eine Maut zu erheben.

Reutte – In der Verwaltung des Landes Tirol wird derzeit ernsthaft darüber nachgedacht, auf die Fernpassroute eine Maut zu erheben.

Das Mautmodell wurde in den vergangenen Wochen geprüft und auch mit der Wirtschaft wurde dazu Kontakt aufgenommen. Im Zusammenhang mit der geplanten Bemautung der Fernpassroute bestätigte aktuell Tirols Landesstraßenreferent LHStv. Josef Geisler, dass entsprechende Pläne derzeit in Ausarbeitung sind. „Unser Ziel ist es, die verkehrs-, stau- und lärmgeplagte Bevölkerung entlang der Fernpassroute und im Tiroler Oberland zu entlasten. Voraussetzung für all diese Maßnahmen ist, dass keine neue Transitroute entsteht“, erklärte Geisler. 

Die Bemautung soll ähnlich wie jene am Felbertauern-Tunnel ausgestaltet werden, dieser wurde die EU-Rechtskonformität bereits bescheinigt. „Die anrainende Bevölkerung wird von dieser Bemautung ausgenommen sein“, bestätigt LHStv Geisler. Die Felbertauernstraße wird von der Felbertauernstraße AG betrieben, nicht von der ASFINAG, die die meisten Straßen in Österreich betreibt. Deshalb kann der Tunnel zwar ohne Vignette durchfahren werden, es muss aber trotzdem eine Maut von derzeit bis zu elf Euro bezahlt werden.

Im Außerfern stehen die Verantwortlichen einer Mauterhebung auf der vielbefahrenen Fernpass-Route positiv gegenüber. Für Reuttes Bürgermeister Luis Oberer ist der Maut-Vorschlag ein Vorschlag, über den man nachdenken kann. „Wenn die Außerferner ausgenommen werden und die Maut eine Verkehrsreduzierung auf der B179 zur Folge hat, würde ich diese Maßnahme begrüßen“, so Oberer. Er zeigte sich aber skeptisch, ob so viel Maut erhoben werden kann, dass es die Autofahrer davon abhält, die Fernpassstraße zu nutzen, da diese Strecke in den Süden immerhin rund 80 Kilometer kürzer sei als andere Routen. 

Viel Gegnerschaft scheint die angekündigte Fernpass-Maut im Außerfern nicht zu haben. Für den Elmener Bürgermeister Heiner Ginther muss die Maut der Fernpassstraße gleichzeitig mit einer Bemautung der Hahntennjochstraße einhergehen, um im Sommer einen Ausweichverkehr zu verhindern. Einer Fernpassmaut steht er aber prinzipiell positiv gegenüber. Sinnvolle Diskussion „Mit Freude habe ich den Medien entnommen, dass Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) im Dezember noch einen Tirolbesuch plant“, erklärte die Reuttener Nationalratsabgeordnete Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP): „Diesen Besuch werden wir auch nutzen, um erneut Druck in Sachen Tschirganttunnel zu machen“, kündigte sie außerdem an. 

Der Tschirganttunnel ist ein geplanter Tunnel in Tirol im Zuge der Verbindung von der A12-Inntal-Autobahn zur Fernpassstrecke und in Folge zur deutschen A7 bei Füssen. Nach Fertigstellung sollten die Ortschaften des Mieminger Plateaus sowie Tarrenz und Imst vom Fernverkehr entlastet werden. Die Maut-Diskussion, die derzeit geführt wird, hält die Abgeordnete für sinnvoll: „Insgesamt bin ich der Meinung, dass die Einführung einer Maut entlang der Fernpass-Strecke eine überlegenswerte Maßnahme ist. Dabei müssen wir uns aber sicher noch die Details sehr genau anschauen. Diese Maut könnte jedenfalls aber eine sehr interessante verkehrsleitende Maßnahme zur Entlastung der Bevölkerung sein.“ 

Ganz aktuell nimmt die aus Ehenbichl stammende Präsidentin des Tiroler Landtags, Sonja Ledl-Rossmann, in einem Statement zur „Causa Maut Fernpassstraße“ Stellung: „Das Land prüft derzeit die Möglichkeit einer Mauteinhebung auf der Fernpass Bundesstraße. Ein Vorschlag, dem ich grundsätzlich sehr viel abgewinnen kann. Entscheidend ist für mich aber, dass rechtlich zuerst zu hundert Prozent garantiert werden kann, dass Einheimische von der Mautpflicht ausgenommen werden können – so wie das auch am Osttiroler Felbertauern der Fall ist“, teilte sie mit. 

Auch auf die Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft müsse entsprechend Bedacht genommen werden. „Wenn diese Hürden ausgeräumt werden können, dann bin ich überzeugt, dass eine Maut zu einer Reduktion des Individualverkehrs führen würde und die Einnahmen daraus einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der stark frequentierten Straße leisten könnten.“

ed

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