Landesausstellung "Bayern-Italien"

Wechselseitig, lang und vielfältig ist die Geschichte von Bayern mit Italien verknüpft – eine Geschichte von Legionären, Herrschern und Händlern, von Heiligen und Künstlern, von Reisenden und Gelehrten bis hin zu Gastarbeitern und sonnenhungrigen Touristen. Im ehemaligen Kloster St. Mang in Füssen werden bayerisch-italienische Verbindungen von der Antike bis ins 19. Jahrhundert in der Bayerischen Landesausstellung noch bis zum 10. Oktober 2010 gezeigt.

Bei der offiziellen Eröffnung in der vergangenen Woche in Füssen hatte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch von „einer Schau der Superlative“ gesprochen. Einmalige Exponate aus zwei Jahrtausenden aus Museen, Kirchen, Bibliotheken, Archiven und von Privatpersonen machen die Bayerische Landesausstellung zu einem ebenso spannungs- wie lehrreichen Erlebnis. Am Abend der Eröffnungsfeier erwartete die in den Klosterhof gekommenen Besucher ein Vorgeschmack auf das Bürgerfest am darauf folgenden Tag. Mit dem Coro Polifonico Città di Palestrina wurden musi- kalisch die engen Vebindungen zu Füssens italienischer Partnerstadt dokumentiert. Das Bläserensemble „7 Steh'n auf Blech“ begleitete den offiziellen Startschuss, ebenso die Kari-Street-Dance-Gruppe, die im bayerischen G'wand und Italien-Outfit tänzerisch eine reizvolle Allianz von Bayern-Italien zum Besten gab. Der zwischendurch immer wieder einsetzende Regen veranlasste Bürgermeister Paul Iacob sich kurz zu fassen. Er begrüßte unter anderem den italienischen Generalkonsul Dr. Adriano Cianfarani, Generalkonservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl sowie den Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Dr. Wolfgang Heckl. „Erste Belege der Stadtentwicklung Füssens reichen mit dem Bau der Via Claudia Augusta zweitausend Jahre zurück in die Römerzeit. Während Füssener Kaufleute in späteren Jahrhunderten in Oberitalien lukrative Geschäftsbeziehungen pflegten, ließen sich heimische Künstler von der Kunst Italiens inspirieren. Wenn Füssen jetzt zusammen mit Augsburg diese Landesausstellung ausrichtet, so dokumentiert dies auch eine historische Herrschaftsachse. Nicht ohne Stolz verkündete Bürgermeister Paul Iacob: „Das größte Exponat der Landesausstellung stellt Füssen mit dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Mang zur Verfügung“. Für die Bürger von Füssen und ihre Gäste fand am Freitag das Bürgerfest statt. Mit dem Tag der offenen Tür lud die Bayerische Landesausstellung bei freiem Eintritt zur Besichtigung der hochwertigen Exponate ein. Nach dem Salut der Füssener Böllerschützen waren die Stelzer aus Landsberg unterwegs, die zwischen Schrannenplatz, Reichenstraße und Brotmarkt ihren Schabernack trieben. Dabei entschwanden lautlos Hüte vom Kopf oder Handtaschen vom Tisch. Im bizarren Kostüm war die Gruppe ein Blickfang in luftiger Höhe. Attenzione prego - höflich waren die Carabinieri von Voci Blu, dem original italienischen Animationstheater in der Reichenstraße unterwegs. Ermahnten die junge Mutter zur Einhaltung der Ge-schwindigkeit beim Kinderwagenschieben, herzten die vor- überkommende Nonne oder zauberten Luftballontiere für die Kinder. Durchs Megafon drang der Song „Marina, Marina“ und durch Füssen wehte ein Hauch vom Dolce Vita Italiens. „So etwas haben wir noch nie gesehen“ äußerte sich Irmgard Bucher aus Salzurg, die mit ihrer Tochter Nicole in Füssen unterwegs war. Auch der Auftritt der Wittelsbacher Fürstengruppe, die in ihren kostbaren Gewändern beeindruckten, zog viele Schau-lustige an und die Fotoapparate wurden gezückt. Den bayerischen Part übernahmen am Nachmittag die Alphornbläser, die D'Neu-schwanstoaner und Almrausch Füssen auf der Bühne am Stadtbrunnen. Nach den Konzerten des Core Polifonica Città di Palestrina und dem Liederkranz Füssen fiel die Wahl schwer für den weiteren Fortgang, entweder italienischer Abend im Restaurant Aquila oder bayerischer Abend im Gasthof Krone. Erste Besucherstimmen Viel Lob war schon zu hören, über „gelungen“ bis „großartig“. Besonders beifällig wird erwähnt, dass der Besucher aktiv in die Ausstellung einbezogen wird. Für ihn bleibt es nicht beim Betrachten der Exponate auf Abstand, vielmehr darf er berühren oder greifen, Informationen mit den Sinnen abrufen. Nicht nur die Augen, auch Gehör und Nase tragen zum Verstehen der großartigen Schau bei. Geöffnet hat die Bayerische Landesausstellung in Füssen täglich von 9 bis 17.30 Uhr bis zum 10. Oktober 2010.

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