Regionalentwicklung blickt mit Sorge auf den demografischen Wandel

Die Zentren stärken

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LR Johannes Tratter, BH Katharina Rumpf, BR Sonja Ledl-Rossmann und REA-Obmann Alois Oberer diskutieren mit den Außerfern Bürgermeistern über die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Reutte – Kürzlich kam auf Einladung der Regionalentwicklung Außerfern Landesrat Johannes Tratter nach Reutte, um mit den Bürgermeistern der Region über Herausforderungen des demografischen Wandel zu diskutieren.

Hier braue sich vor allem über ländlichen Regionen einiges zusammen, war die Meinung der Teilnehmer. Die Demografen rechnen bis zum Jahr 2050 mit einem Bevölkerungswachstum von landesweit 12 Prozent. Unter den Bezirken liegt Innsbruck-Land mit einem Plus von 19,8 Prozent klar voran. 

An zweiter Stelle kommt Kufstein mit 15,9 Prozent gefolgt von Innsbruck-Stadt mit 14,4 Prozent. Bevölkerungsrückgänge werden dagegen für die Bezirke Landeck (-2,0 Prozent) und Lienz (-9,4 Prozent) prognostiziert. Mit einem mageren Plus von 4,5 Prozent rangiert das Außerfern dabei an drittletzter Stelle. Der Anteil der über 65-Jährigen wird in den nächsten Jahrzehnten auf ein Drittel anwachsen, so die Experten. Gleichzeitig gibt es einen anhaltenden Trend hin zu höheren Ausbildungen. 

Für die vielen Maturanten und Studienabsolventen bieten ländliche Regionen aber nur eingeschränkt adäquate Entfaltungsmöglichkeiten. Der ländliche „brain drain“, also die Abwanderung von gut ausgebildeten jungen Menschen in die Städte, wird weiter anhalten. Jene, die in der Region bleiben, zieht es zusehends in den Talkessel von Reutte. 

Vielerorts würden leerstehende Häuser in den Ortszentren eine gefährliche Entwicklung ankündigen. Mit dem Schaffen von leistbarem Wohnraum insbesondere für junge Singles bzw. junge Familien könnten Landgemeinden der Abwanderung aber ein Stück weit entgegenwirken. Eine ungebremste Neuwidmung von Bauland in den Randgebieten sei dabei aber der falsche Weg. 

Bausubstanz nutzen 

Für Landesrat Tratter steht daher fest: „Der Schwerpunkt muss in der Nutzung der bestehenden Bausubstanz und in der Stärkung der Ortszentren liegen“, sagte der Politiker. „Wichtig ist auch, dass es für die Gemeinden ein Gesamtkonzept gibt und die Instrumente der Dorferneuerung und der Wohnbauförderung gut ineinandergreifen“, so Johannes Tratter weiter. 

Über Dorferneuerungsprogramme gebe es Förderungen für Ortskernrevitalisierungen, Architektenbewerbe und Bürgerbeteiligungsprozesse sowie für Sanierungen von Schul- und Gemeindebauten. In eigens ausgewiesenen Revitalisierungszonen würden auch Sanierungen von leerstehenden oder teilweise ungenutzten Privathäusern gefördert. Bei der Wohnbauförderung werde die einkommensunabhängige Sanierungsoffensive fortgesetzt. Alte Bauernhäuser fielen bei der Wohnbauförderung oft durch. 

Hier sagt Tratter eine Erleichterung zu: „Wenn der Nachweis erbracht werden kann, dass die energietechnischen Grenzwerte trotz hochwertiger Baumaterialen nicht zu erreichen sind, kann auf der Basis einer Einzelfallbewertung dennoch eine Förderung gewährt werden.“ Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung wies Landesrat Tratter auch auf Förderungen für behinderten- und altengerechte Umbaumaßnahmen hin. 

Zum Thema Barrierefreiheit, thermische Gebäudesanierung, Heizsysteme und Wohnbauförderung bietet die Regionalentwicklung Außerfern eine kostenlose Sprechstundenberatung an. Termine können jederzeit unter der Telefonnummer 05672/62 387 vereinbart werden.

kb

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