Die Wahl findet statt

Landkreis Ostallgäu reagiert mit Verfügungen auf Krise – Stadt hält an Wahl fest

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Symbolbild/Das Coronavirus beeinträchtigt mittlerweile auch das öffentliche Leben im Ostallgäu. Die Wahl am morgigen Sonntag soll aber wie geplant stattfinden.

Füssen/Landkreis – Trotz des sich auch im Allgäu immer weiter ausbreitenden Corona-Viris wird die Kommunalwahl am Sonntag, 15. März, in der Stadt Füssen wie geplant stattfinden. Allerdings hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben einige Vorbereitungen wegen der Infektionsgefahr getroffen.

Auch das Landratsamt in Marktoberdorf hat nach weiteren Infektionsfällen in Füssen, Marktoberdorf und Kaufbeuren Mitte der Woche reagiert und verschiedene Maßnahmen angeordnet.

So gilt seit dem gestrigen Mittwoch im Ostallgäu eine Allgemeinverfügung, die Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern untersagt. Diese Regelung erfolgte in Abstimmung mit dem Oberallgäu und den Städten Kempten und Kaufbeuren. Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) appelliert an Vereine und Verbände, auch kleinere Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern zu verschieben oder abzusagen. Ein Verzicht auf Zusammenkünfte sei eine gute Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus einzuschränken. Nachdem es gerade im Allgäu viele Veranstaltungen im Bereich 500 bis 1000 Teilnehmer gibt, wollten die Landräte und Oberbürgermeister auch hier für Klarheit im Umgang mit den Besuchern und Veranstaltungen zu sorgen. „Uns war gerade wegen der vielen Wechselbeziehungen im Allgäu eine abgestimmte Vorgehensweise wichtig.“

Gesundheit von Senioren

Am gleichen Tag hat der Landkreis auch verfügt, dass Alten- und Pflegeheime sowie akut-stationäre Einrichtungen wie Krankenhäuser nicht mehr betreten werden dürfen. Diese Allgemeinverfügung erfolgt gleichfalls in Abstimmung mit dem Landkreis und den Städten Kempten und Kaufbeuren, die ebenso verfahren. „Die Gesundheit der Senioren sowie der kranken und pflegebedürftigen Menschen ist uns dabei das größte Anliegen“, so Landrätin Zinnecker.

Vor allem betroffen ist Füssen, wo am Mittwoch der vierte bestätige Corona-Fall vermeldet wurde. Bei der Infizierten handelt es sich demnach um eine 54-jährige Frau, die zuvor über entsprechende Symptome geklagt hatte. Die Kontaktpersonen der Frau befinden sich mittlerweile in häuslicher Isolation.

Auch Rathaus betroffen

Auch das Rathaus ist indirekt von dem Virus betroffen. Die Pressestelle bestätigte, dass der stellvertretende Wahlleiter Markus Gmeiner derzeit nicht im Dienst ist, da er als Kontaktperson in einem der bis dato drei Füssener Coronafälle identifiziert wurde. Er wurde zwar mittlerweile negativ getestet, befindet sich aber trotzdem bis zum Freitag, 13. März, in Quarantäne. Gleiches gilt für den Bürgermeisterkandidaten der CSU, Maximilian Eichstetter.

Andreas Rösel hat daher zusammen mit Andrea Heiserer und Jürgen Tietz die Wahlvorbereitungen übernommen und alles Nötige in die Wege geleitet, so dass derzeit alles planmäßig verlaufe. Rechtzeitig zum Wahltag sollen der stellvertretende Wahlleiter Markus Gmeiner und Wahlleiter Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dazu stoßen und den reibungslosen Ablauf der Wahlen und der Auszählung unterstützen.

Insgesamt gibt es elf Stimmbezirke: acht in Füssen, einer in Hopfen und zwei in Weißensee. Dazu kommen 14 Briefwahlbezirke und ein beweglicher Wahlvorstand im Stimmbezirk acht. Allerdings wurde dieser aufgrund der aktuellen Entwicklungen vom Altenheim St. Michael in die Realschule Füssen verlegt. Die Stimmbezirke sind jeweils mit acht Mitgliedern besetzt.

Stadt reagiert

Wegen des Coronavirus gelten in den Wahllokalen die üblichen Hygienehinweise. Auch die Mitglieder des Wahlvorstandes werden entsprechend geschützt, worüber sie die Verwaltung bereits in den Wahleinweisungen informiert hat. Für die Stimmabgabe stellt das Wahlamt wie bei jeder Wahl Stifte zur Verfügung. Im Gegensatz zu früheren Wahlen können die Bürger morgen jedoch auch ihre eigenen Stifte nutzen.

Briefwahl möglich

Wenn jemand plötzlich krank geworden ist oder nur unter unzumutbaren Schwierigkeiten ins Wahllokal kommen könnte, kann er sich auch am Samstag, 14. März, und Sonntag, 15. März, noch Briefwahlunterlagen ausstellen lassen. Das gilt für Erkrankungen jeder Art und auch für Menschen in Corona-Quarantäne.

Eine bevollmächtigte Person kann die Unterlagen am Samstag von 8 Uhr bis 12 Uhr und am Sonntag von 8 bis 15 Uhr im Wahlamt im Rathaus abholen. Damit das Bürgerbüro die Briefwahlunterlagen ausstellen kann, muss die bevollmächtige Person folgende Dokumente im Original vorlegen: Antrag auf Ausstellung eines Wahlscheins/Briefwahlunterlagen, eine schriftliche Vollmacht zur Abholung der Briefwahlunterlagen und ein Nachweis über die plötzliche Erkrankung. Der Erkrankte muss den Antrag und die Vollmacht vollständig ausfüllen und handschriftlich unterschreiben.

CSU-Bürgermeister-Kandidat Maximilian Eichstetter freut sich unterdessen darauf, ab Samstag seine häusliche Isolation wieder verlassen zu dürfen. „Klar schade, dass ich trotz negativen Ergebnis und bester Gesundheit unter häuslicher Quarantäne stehe“, sagte er. Er könne die Vorsichtsmaßnahmen der Behörden jedoch verstehen. Sein Dank gelte den Mitgliedern des CSU-Ortsvereins, dass davon unbeeindruckt den Wahlkampf fortgeführt habe. „Wir stehen in enger Abstimmung untereinander und sind geeint“, so Eichstetter.

red/kk/mm

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