Produktion heimischer Bio-Lebensmittel soll gefördert werden

Die Bewerbung als Modellregion läuft

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Der Wettbewerb staatlich anerkannte Ökomodellregion 2018/2019 soll die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für die regionale Identität voranbringen. Denn „erst wenn der Absatz da ist, kann ein Bauer produzieren“, erklärte Bio-Bauer Georg Martin. Deshalb untersützt auch der Bayerische Bauernverband den Wettbewerb.

Marktoberdorf/Landkreis – Der Landkreis Ostallgäu bewirbt sich um den Titel als bayerische Öko-Modellregion – ein Wettbewerb, den das bayerische Landwirtschaftsministerium Ende vergangenen Jahres zum dritten Mal ausgeschrieben hat.

Damit verbunden ist die Förderung einer entsprechenden Personalstelle im Landratsamt für zunächst zwei Jahre. Der Wettbewerb „staatlich anerkannte Ökomodellregion 2018/2019“ soll die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für die regionale Identität voranbringen. 

Heiko Gansloser, Projektbeauftragter im Landratsamt, stellte die Bewerbung vor kurzem im Kreisausschuss vor und hatte drei Befürworter zur Seite, die in Workshops das Vorhaben intensiv begleitet hatten. Es waren der Ruderatshofener Bürgermeister Johann Stich, Marktoberdorfs Grünen-Stadtrat und Biobauer Georg Martin sowie Bio-Hotelchef Andreas Eggensberger: ihre leidenschaftlichen Plädoyers für eine Bewerbung überzeugten letztendlich auch die Ausschussmitglieder. 

Zunächst präsentierte Heiko Gansloser die erarbeiteten Projektideen, wie die Bereitstellung bio-regionaler Produkte in öffentlichen Einrichtungen und Betriebskantinen. Andere Ideen beschäftigten sich mit der Verarbeitung von Bio-Milch in Molkereien im Ostallgäu. 

Darüber hinaus will die Bewerbung anregen, ökologische Ausgleichsflächen intelligent zu nutzen und einen Lagerraum sowie eine Aufbereitungsanlage für regionales Bio-Getreide zu schaffen. Dies gelte je nach Schwerpunkt für den südlichen, den mittleren oder den nördlichen Landkreis, so Gansloser. Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) erklärte, dass es dabei nicht nur um die Landwirte gehe, sondern Verbraucher, die Gastronomie und die Kommunen mit ins Boot geholt werden müssten. 

Keine leichte Aufgabe für einen künftigen Projektbetreuer, befanden die Kreisräte, insbesondere in der Kürze der Zeit. Zinnecker stellte daher, laut Aussage der Landesanstalt für Landwirtschaft, eine Verlängerung der Förderung auf bis zu acht Jahre in Aussicht. Auch die anerkannte Öko-Modellregion Oberallgäu befände sich bereits im dritten Jahr der Unterstützung durch das Programm, so die Landrätin. Bürgermeister Johann Stich sprach sich klar für eine Bewerbung als Öko-Modellregion aus, da das Projekt der gesamten Landwirtschaft und jedem einzelnen im Kreis nutzen werde.

 Dass auch der Bayerische Bauernverband den Wettbewerb unterstütze, sah er als positives Zeichen. Hersteller und Verbraucher von Lebensmitteln in der Region könnten so näher zusammenrücken. Denn Landwirte bräuchten bei der Vermarktung, öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten bei der Beschaffung von Bio-Lebensmitteln mehr Unterstützung. Eine Projektstelle im Landratsamt sei daher unbedingt geboten. 

Das unterstützte auch Hotelchef Andreas Eggensberger aus Hopfen, der über die Schwierigkeiten der Gastronomie aufklärte, Bio-Lebensmittel aus der Region regelmäßig und in gleichbleibender Qualität zur Verfügung zu haben. Andersherum werde auch ein Schuh draus, erklärte Bio-Bauer Georg Martin „Erst wenn der Absatz da ist, kann ein Bauer produzieren“, sagte Martin. Und er freute sich, dass die Bewerbung zur Öko-Modellregion nach der Zustimmung durch die Kreisräte auf den Weg gebracht war.

Entscheidung im März

Eine Anerkennung des Ostallgäus als Öko-Modellregion durch das Landwirtschaftsministerium wird nicht vor April 2019 erfolgen. Die Auswahl durch eine Jury ist im März 2019 geplant. Neben dem Ostallgäu bewerben sich 28 weitere Regionen, darunter auch ein Verbund von Kommunen aus dem Günztal, um den Titel. Ist der Landkreis mit seinen Projektideen unter den mindestens sechs neuen, ausgewählten Öko-Modellregionen, soll das Projekt voraussichtlich im Juli 2019 starten. Der Kreis­ausschuss beschloss einstimmig, am Wettbewerb „Staatlich anerkannte Öko-Modellregion 2018/2019“ des Landwirtschaftsministeriums teilzunehmen.

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