Die Bereitschaft Füssen präsentiert ihre Pläne für ihre Rettungswache dem Zweckverband Allgäuer Land

Bergwacht bittet um Unterstützung

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So soll das neue Domizil der Füssener Bergwacht einmal ausschauen.

Füssen – Die Bergwachtbereitschaft Füssen will eine neue Rettungswache bauen. Doch allein kann sie dieses „Mammutprojekt“ nicht bewältigen, wie Bereitschaftsleiter Martin Steiner in der Sitzung des Zweckverbands Allgäuer Land deutlich machte.

Deshalb stellte er den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden das Projekt nicht nur vor, sondern bat vor allem um finanzielle Unterstützung. „Für uns ist das ein Mammutprojekt. Aus eigener Hand können wir das nicht stemmen“, erklärte Steiner. Doch eine neue Rettungswache sei dringend nötig. Denn beim jetzigen Standort im BRK-Haus in Füssen-West schlage sich die Bergwacht mit vielen Problemen herum: Dort hat sie weder einen „vernünftigen“ Ausbildungsraum, noch eine Einsatzzentrale, noch genügend Platz für die Einsatzfahrzeuge, informierte Steiner.

Mit denen muss die Bergwacht bei einem Einsatz außerdem durch das gesamte Stadtgebiet fahren– ein großes Manko vor allem im Hochsommer, wenn Füssens staugeplagte Straßen verstopft sind. Deshalb will die Bergwacht die neue Rettungswache an der Füssener Klinik errichten, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hubschrauberlandeplatz. Dort habe die sie alles, was sie braucht, so Steiner.

Hohe Kosten

Obwohl es sich bei dem Gebäude um ein reines „Funktionsgebäude“ handle, fallen die Kosten doch höher aus als ursprünglich gedacht. Denn für die Einsatzfahrzeuge brauche man doch drei Garagen statt einer Doppelgarage, wie zunächst geplant, informierte der Bereitschaftsleiter. Daneben soll im Erdgeschoss ein Materialdepot eingerichtet werden.

Im Obergeschoss sollen neben einem Ausbildungs-, Aufenthalts- und Schlafraum auch eine Küche, ein Büro und WC entstehen (der Kreisbote berichtete). 620.000 Euro kostet das Projekt. Das könne die Bergwachtbereitschaft Füssen aber nur zu einem Drittel aus eigenen Mitteln bewältigen. Die betragen dank einiger Spenden derzeit 260.000 Euro. Beim Rest sei man auf Spenden aus der öffentlichen Hand, von Firmen und privaten Spendern angewiesen. Seine Unterstützung hat der Landkreis bereits zugesagt. Der sponsert die Bergwacht mit 75.000 Euro.

Gleich hohe Spenden erhofft sich die Bereitschaft von Schwangau und Füssen, so Steiner, da sich hier die Einsatzschwerpunkte Säuling und Tegelberg befinden. Ein weiterer Haupteinsatzort sei der Buchenberg, weshalb sich die Bergwacht auch eine höhere Spende von der Gemeinde Halblech erhofft. Jeweils 10.000 Euro wünscht sich die Bergwacht von den Randgemeinden. Ausgenommen davon sind Nesselwang und Pfronten, die jeweils eine eigene Bergwacht haben.

Steiner appelliert

„Bis jetzt waren wir immer bescheiden. Ich bitte sie, dass sie uns unterstützen“, so Steiner. Diesen Appell unterstrich auch Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Die Bergwacht finanziert sich selbstständig.“ Doch für die Einheimischen und Touristen sei sie umso wichtiger. „Wenn sich jede Kommune beteiligt, wäre das eine tolle Sache“, so Iacob. Der Füssener Stadtrat werde demnächst über eine Spende beraten, erklärte Iacob auf Nachfrage unserer Zeitung.

Schwangau mit im Boot

Auch in Schwangau sei man kurz davor einen Beschluss zu fällen, informierte Schwangaus Rathauschef Stefan Rinke (CSU). „Das ist ein sehr fairer Finanzierungsplan. Es sollte eine Ehrensache sein, das zu unterstützen“, meinte er. Kritik gab es allerdings von den Bürgermeistern Gregor Bayrhof (CSU/Überpart.Wgem./Fr.Wgem.) aus Hopferau und von Maximilian Streif (Parteilose Wählergemeinschaft) aus Rieden am Forggensee. Füssen müsste mehr beisteuern, wenn schon die Randgemeinden 10.000 Euro spenden sollen, so Bayrhof. Und auch der Landkreis hätte wohl mehr gespendet, wenn der Antrag höher gewesen wäre. Dem hielt Füssens Hauptamtsleiter Andreas Rist entgegen, dass der Landkreis bereits die Erbpacht für das Grundstück übernehme.

Kritik von Streif

Das gesamte System prangerte dagegen Streif an. „Unsere Spaßgesellschaft kann auf Dauer nicht tragbar sein“, erklärte er. Wenn jemand in Sandalen einen Klettersteig begehe und dann gerettet werden müsse, sollte derjenige mehr bezahlen, anstatt dass die Gemeinschaft zur Kasse gebeten wird. „Ich finde, es ist zu billig, wie die wegkommen.“ Wenn jemand verletzungsbedingt gerettet werden muss, zahlt die Krankenkasse, informierte Steiner. Andernfalls muss der Gerettete die Kosten selbst zahlen. Die betragen für den Einsatz der Bergwacht maximal 2500 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für den Hubschrauber.

Katharina Knoll

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