Landkreis will Kilmabilanz entlasten

Landrat Johann Fleschhut (v.r.) präsentiert mit dem Geschäftsführer von Deckel-MAHO, Steffen Burghoff, und Hubert Endhardt dessen Idee der Mitfahrzentrale. Foto: Sommer

Pfronten – Der Verkehr im Ostallgäu bedingt einen CO2-Ausstoß von etwa 420.000 Tonnen pro Jahr. Diese Zahlen zu verringern und die Klimabilanz zu entlasten, das ist das Ziel des Landratsamtes in Marktoberdorf. Auf Antrag der Grünen wurde nun eine Mitfahrzentrale für Pendler geschaffen.

Die Firma Firma DMG Mori Seiki AG in Pfronten macht es vor: 260 Mitarbeiter können auf eine Flotte von vier Dutzend Autos und Kleinbussen sowie drei größere Busse zurückgreifen, um den täglichen Weg zur Arbeit zurückzulegen. Zwischen einem und 50 Kilometer müssen die Fachkräfte pendeln, oft genug abseits der Routen öffentlicher Busse oder der Bahn. Oft genug vor allem auch nicht im Einklang mit deren Fahrplänen. Man habe ein System gesucht, so Steffen Burghoff, Geschäftsführer von DMG-Mori in Pfronten, das flexibler sei. Das war vor acht Jahren. 

Dieses Vorbild in Sachen Mobilität nutzte nun Landrat Johann Fleschhut, um die neu ins Leben gerufene Mitfahrzentrale vorzustellen. Einen Beitrag für den Klimaschutz leisten sowie die Kosten für Pendler und Unternehmer drücken, das steckt hinter der Idee der Mitfahrzentrale (MiFaZ), die deutschlandweit bereits online existiert. Dort kann man selber eine Mitfahrgelegenheit anbieten oder diese für eine bestimmte Strecke suchen. Knapp 600 Kommunen allein in Bayern haben die Idee der MiFaZ übernommen und für ihre Region adaptiert. Wie etwa Buchloe, wo Bürgermeister Josef Schweinberger nur gute Erfahrungen mit diesem System gemacht habe. 

Das brachte den Grünen-Abgeordneten Hubert Endhardt auf die Idee, in Anlehnung an Buchloe, Mindelheim, Bad Wörishofen, Türkheim, eine solche Mitfahr-zentrale auch für das Ostallgäu, eventuell in Kooperation mit dem Oberallgäu, anzustreben. Ein Antrag, dessen Umsetzung der Ostallgäuer Kreisausschuss Ende November beschlossen hat. Endhardt zu seinem Antrag: „Eine regional orientierte Mitfahrzentrale ist neben einem optimierten ÖPNV ein weiterer Baustein, um den Individualverkehr zu reduzieren und damit die Klimaziele des Landkreises zu erreichen“. 

Das Projekt 51, das Fleschhut nun bei einem Gespräch mit der Geschäftsleitung der Firma Deckel-MAHO vorgestellt hat, gehört zum Masterplan Energiezukunft 2020. Auf den Seiten des Landratsamtes findet sich der Link zur Ostallgäuer Mitfahrzentrale, die in ihrer Maske die häufigsten Ziele und Routen bereits voreingestellt nennt. Darüber hinaus kann man aber auch individuelle Routen nachsuchen, die man einmal oder ständig befahren möchte. Für den Nutzer ist die Plattform kostenlos, für die Bereitstellung übernimmt der Landkreis die Kosten der nächsten Jahre. Der Nutzer muss sich nur per E-Mail einmalig anmelden, das dient auch der Sicherheit aller Beteiligten. Was der Mitfahrer an den Chauffeur zahlen möchte, ist Verhandlungssache. Langfristig, so Landrat Fleschhut, hoffe man, die Ausgaben der Bürger für Kraftstoffe senken zu können. Auch was den Neubau und Erhalt der über 300 Kilometer Kreisstraßen anbelangt, hoffe man auf positive Effekte, wenn der Individualverkehr sinke. Könnte man die Fahrten um nur fünf Prozent verringern, entspräche dies einer finanziellen Entlastung von rund neun Millionen Euro pro Jahr. gau

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