Das Verdi Quartett und der Pianist Hatem Nadim begeistern das Publikum

Wind, Donner und ein Streit

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In wechselnder Besetzung brillant: Susanne Rabenschlag (v. l.), Karin Wolf und Zoltan Paulich vom Verdi Quartett mit Pianist Hatem Nadim.

Füssen – Einen virtuosen Abend hat am Dienstag das Verdi Quartett zusammen mit dem Pianisten Hatem Nadim beim Festival „vielsaitig” gestaltet.

Beim zweiten Auftritt des diesjährigen Kammermusikfestivals präsentierten sich Karin Wolf (Viola), Susanne Rabenschlag (Viola), Matthias Ellinger (Viola) und Zoltan Paulich (Violoncello) aber etwas konventioneller als bei ihrem Eröffnungskonzert. Abgesehen vom „Klaviertrio Nr. 1 op. 8“ des russischen Komponisten Dimitri Schostakovich, präsentierte sich das Verdi Quartett kammermusikalisch einigermaßen konventionell bei seinem zweiten Auftritt bei „vielsaitig“.

Im Gegensatz zum Eröffnungskonzert, mit dem das Quartett das Publikum vor allem mit einem melodisch ungewöhnlichen Werk des Engländers Benjamin Britten ziemlich beeindruckt hatte, brachte es zusammen mit dem Pianisten Hatem Nadim die Besucher im voll besetzten Kaisersaal dabei wohl weniger zum „Staunen“. So geriet der Start in den virtuosen Abend mit dem „Streichquartett F-Dur op. 18/1“ von Ludwig van Beethoven geradezu klassisch. 

Ohne Nadim auf der Bühne, stellte sich der brillante Vortrag der Streicher als eine Art „Streitgespräch“ dar, bei dem die Geigen sowie die Bratsche eine Gegenstellung zum größeren Cello einnahmen. Dem diesjährigen Festivalmotto „Staunen“ kamen anschließend Nadim, Paulich und Ellinger schon etwas näher, als sie mit Schostakovichs Stück wesentlich modernere Töne anschlugen, deren gesamte Komposition wohl Bilder eines Sturms bei so manchem Zuhörer heraufbeschwor. 

Dabei verstanden es Nadim, Ellinger und Paulich mit Klavier, Geige und Cello meisterhaft, die Dramatik eines Wechselspiels von Ruhe, Regen, Wind und Donner wiederzugeben. 

Beifall vor der Pause

Seinen heftigen Gefallen daran drückte das Auditorium bereits vor der Pause durch laute „Bravo“-Rufe und langen Beifall aus. Das war schließlich auch am Ende des Programms nicht viel anders, das Wolf, Rabenschlag, Paulich und Nadim im zweiten Teil des Konzerts mit Johannes Brahms´ „Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60“ in grandioser und perfekter Manier abrundeten. Für den Schreiber dieser Zeilen war es deshalb erstaunlich, dass sie danach noch eine, wenn auch heftig verlangte Zugabe servierten. Sei dies denn auch nach Auskunft Ellingers vorher gar „nicht geplant“ gewesen.

lex

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