Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke hält Laudatio auf den scheidenden Gemeinderat

Der nächste Abschied für Berchtold

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Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke verabschiedet den langjährigen Gemeinderat Robert Berchtold.

Schwangau – Die letzte Sitzung des Schwangauer Gemeinderates eines Jahres steht traditionell im Zeichen der Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr.

Und im Zeichen des Dankes der Verwaltung an die Bürger und Ehrenamtlichen, deren Engagement seit vielen Jahren dazu beiträgt, das Zusammenleben im Ort noch besser zu gestalten. Manchmal heißt es aber auch Abschied nehmen – so wie in der vergangenen Woche vom langjährigen Gemeinderat Robert Berchtold. „Der Abschied fällt uns nicht leicht“, eröffnete Bürgermeister Stefan Rinke vergangene Woche die Weihnachtssitzung. 

Heute wolle man Robert Berchtold „Lebe wohl“ sagen und ihm für seine Leistungen als Gemeinderat in Schwangau danken, so Rinke weiter. War der Forstdirektor a.D. schon mehrfach verabschiedet worden (der Kreisbote berichtete), folgte nun neben der Pensionierung und der Verabschiedung aus der Freien Dorfgemeinschaft, jener Fraktion, für die Berchtold 15 Jahre lang im Gemeinderat der Schlössergemeinde saß, der persönliche Abschied. Denn mit dem neuen Jahr verlässt der bislang in Hohenschwangau lebende Forstmann das Ostallgäu und zieht zurück in seine alte Heimat nach Steibis bei Oberstaufen (Oberallgäu). 

Rinke erinnerte daran, dass Berchtolds Lebensmittelpunkt über ein Viertel Jahrhundert Schwangau gewesen sei. Und auch wenn er selbst erst seit drei Jahren Bürgermeister sei, habe diese Zeit doch gereicht, um Berchtold als Mensch und Kollegen kennen und schätzen zu lernen. 

Zuverlässig und loyal

Berchthold habe sich mit voller Kraft für die Schwangauer und die Belange eingesetzt. Der Rathauschef charakterisierte ihn als zuverlässigen und loyalen Gemeinderat, der sich mit Fachwissen und Fairness eingesetzt habe. Vor allem aber habe der ehemalige Forstdirektor die Themen immer sachlich und diszipliniert diskutiert. „Weil wir nur so ein gegenseitiges Verständnis erreichen konnten.“

Dabei sei Berchtold durchaus ein Hardliner gewesen, vor allem im Bauausschuss, dem es aber immer wichtiger gewesen sei, zu wissen, wie die Segel gesetzt werden sollen anstatt darüber zu reden, woher der Wind wehe. Die Ratsmitglieder werden ihn vermissen, resümierte Rinke, der auch Berchtolds Frau dankte, die ihren Mann so oft, vor allem abends während der Sitzungen und Diskussionen entbehren musste. 

Viele Erinnerungen

 Ob er künftig noch derart viele Zuhörer haben wird, stellte der so Verabschiedete selbst in Frage. Sein Hund werde ihm meistens zuhören, seine Frau zumindest manchmal, war sich Berchtold scherzender weise sicher. Er erinnerte sich in seinem Dank an die Anfänge, als der heutige Zweite Bürgermeister Johann Stöger, für viele einfach der „Gside“, ihn vor 26 Jahren dazu überredete, der Freien Dorf Gemeinschaft beizutreten und auch noch, für den Gemeinderat zu kandidieren; „Gside“ nutzte den Anlass, um sich sichtlich bewegt ebenfalls von Berchtold nochmals zu verabschieden. 

In Schwangau, so Berchtold, sei im Vergleich, „echt viel los im Gemeinderat und in der Verwaltung“. Man habe hier wirklich die Gelegenheit (gehabt) dicke Bretter zu bohren, wobei er an Themen wie die Pöllatschlucht, den Forggensee oder die Wasserschutzgebiete erinnerte. 

"Eine schöne Zeit"

Die Arbeit im Gemeinderat habe ihm auch ein Stückweit geholfen bei seiner Tätigkeit als Förster, wo man allzu leicht einen Tunnelblick bekomme und jenseits von Wald, Wild und Jagd nicht mehr viel wahrnehme. Er freue sich jetzt auf ruhige Abende zu Hause, auch wenn es ihm immer viel Freude gemacht habe unterwegs zu sein: „Es war wirklich eine schöne Zeit“. Und er danke allen seinen Kollegen, auch wenn der eine oder andere nicht immer alles habe hören wollen, so Berchtold leicht schmunzelnd. Er werde die Kollegen vermissen, war sich der scheidende Hogauer sicher. Aber ebenso sicher war er sich, dass er wieder nach Schwangau kommen könne, sollte es ihm in der neuen Heimat langweilig werden.

gau

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