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Allgäuer Lawinenhunde üben für den Ernstfall

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Lawinensuchhund im Hubschrauber
Hundeführer Alfred Rothmayr von der Bergwacht Oberstdorf mit Hündin Fanny ist bereit zum Abwinchen aus dem Hubschrauber. © Markus Lachmaier/Bergwacht Pfronten

Pfronten/Schwangau – Wie alle Einsatzkräfte der Bergwacht müssen auch die Lawinenhunde stetig für den Ernstfall trainieren. Deshalb fand jetzt eine große Übung statt.

Wie schnell ein Lawinenunfall passieren kann, hat sich erst vor Kurzem wieder in Tirol gezeigt. Im Alpenraum herrschte teilweise große Lawinengefahr und zahlreiche Lawinenabgänge mussten von Rettungskräften abgesucht werden – allerdings nicht alle mit glücklichem Ausgang.

Lawinensuchhund vor Hubschrauber
Junghündin Malou sitzt zur Eingewöhnung an den Hubschrauber beim Startvorgang vor dem „Super Puma“ der Bundespolizei. © Markus Lachmaier/Bergwacht Pfronten

Im Allgäu gibt es derzeit elf einsatzfähige Hundeteams der Bergwacht Lawinenhundestaffel Allgäu, die ganzjährig für Sucheinsätze alarmierbar ist. Um jederzeit auf den Ernstfall wie erst unlängst in Tirol vorbereitet zu sein, übte die Staffel jetzt gemeinsam mit der Bundespolizei, die einen Hubschrauber des Typs „Super Puma“ zur Verfügung stellte, am Pfrontener Breitenberg und in Schwangau.

Damit eine derartige Übung reibungslos ablaufen kann, sind Bergwacht und Lawinenhundestaffel immer wieder auf Unterstützung angewiesen. Für das Gelingen der Einsatzübung haben somit auch das Team vom Sonnenlift Röfleuten und der Breitenbergbahn in Pfronten, sowie die Modellfluggruppe Schwangau einen wichtigen Beitrag geleistet, indem sie Übungsgelände und Räumlichkeiten zur Verfügung stellten.

Lawinensuchhund wird aus Hubschrauber abgeseilt
Hundeführer Dörg Stephan (Bergwacht Immenstadt) mit Hündin Amira während des Aufwinchen in den Hubschrauber. © Markus Lachmaier/Bergwacht Pfronten

Zum Übungsprogramm gehörten realitätsnahe Einsatzszenarien wie das Einsteigen in den Hubschrauber bei laufendem Rotor mit Abwind und Lärm. Anschließend wurde das Lawinenhundeteam zum „Einsatzort“ geflogen.

Sache der Gewöhnung

Da der zum Übungsszenario gehörende Lawinenabgang im unwegsamen alpinen Gelände lag, musste das Lawinenhundeteam mitsamt Tourenski und Airbagrucksack vom Hubschrauber per Rettungswinde abgeseilt werden. Auf der „Lawine“ angekommen, ging es für den Suchtrupp sofort los mit der Arbeit, während im Hintergrund noch der Hubschrauber lärmte. Auf das Kommando „Such voran“ konzentriert sich der Lawinenhund in solchen Fällen dann ganz auf seine Aufgabe.

Lawinensuchhund im Einsatz
Hundeführer Alfred Rothmayr (Bergwacht Oberstdorf) mit Hündin Fanny. © Lena Trenkle/Bergwacht Pfronten

Bereits während ihrer Ausbildung werden die Allgäuer Lawinensuchhunde an den Hubschrauber gewöhnt. Dies ist wichtig, damit im Ernstfall für das Tier keine unnötige Stresssituation entsteht und es dadurch nicht an Leistungsfähigkeit einbüßt.

Eine intensive Lawinenausbildung darf natürlich nicht zu kurz kommen. Deshalb absolvierten die Allgäuer Bergretter zuvor an weiteren Tagen eine Winterausbildung.

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