Kulturamtsleiter referiert über die Wanderungen Anton Wachters

Mühselige Erweiterung des Horizonts

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Eine Cister des Geigenbauers Anton Wachter.

Füssen – Der Vortrag, den der Leiter des Kulturamts, Thomas Riedmiller, jetzt im Colloquium des ehemaligen Klosters St. Mang hielt, passte genau zum Motto des diesjährigen Festivals „vielsaitig“.

Infolgedessen reihte sich das Referat „Die Wanderschaft des Geigenbauers Anton Wachter“ gut in das Thema „Wege“ ein, dem sich das Kammermusikfestival heuer verschrieben hat. Immerhin habe der aus Faulenbach stammende Wachter in den Jahren 1736 bis 1740 teilweise äußerst lange Wege bei seiner „Walz“ als Geigenmachergeselle zurückgelegt, wie Riedmiller betonte. 

Dies könne jedenfalls anhand von „sechs Briefen“ nachvollzogen werden, die Wachter in dieser Zeit seinen Eltern geschrieben habe und das Museum der Stadt Füssen besitzt. Wenn diese alten Schriftstücke zwar auch keine hundertprozentige Rekonstruktion der damaligen Wanderjahre Wachters zuließen, ermöglichten sie jedoch zumindest „eine Annäherung“ daran. 

Demzfolge versuchte Riedmiller den rund 25 Besuchern des Vortrags zu verdeutlichen, wie sehr „das Überschreiten sprachlicher und kultureller Grenzen, der Erfahrungsreichtum, den ein junger Mann auf der ,Walzʻ sammeln konnte, den Lebenshorizont des Handwerkers erweiterte.“ 

Schließlich habe sich Wachter damals „wahrscheinlich zum größten Teil zu Fuß“ von Füssen aus etwa nach Wien, Olmütz, Breslau, Warschau und Prag aufgemacht, um sich zum Geigenmacher ausbilden zu lassen. 

"Recht mühselig" 

Freilich sei das Reisen in jener Zeit längst nicht so unproblematisch gewesen wie in unseren Tagen, sondern vielmehr „recht mühselig“. 

Demnach habe es häufig „sehr lange“ gedauert, wobei man den „Unbilden der Natur“ erheblich stärker ausgesetzt gewesen sei als heute. Die Wege seien außerdem teils sehr „unsicher sowie gefährlich“ gewesen, während solch eine Wanderschaft zudem „beträchtliche Kosten“ verursacht habe, wie Wachter seinen Eltern geschrieben habe. 

Darüber, wie sehr sich dies alles allerdings, salopp formuliert, anscheinend gelohnt hat, können sich die Besucher im Museum der Stadt überzeugen. Schließlich sind dort neben Wachters Briefen unter anderem auch eine alte Cister und eine Geige des Geigenbaumeisters aus Faulenbach ausgestellt.

lex

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