Stadt nimmt Angebot dankend an

Lebenshilfe eröffnet neue Kinderkrippe in Füssen

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15 Kinder sollen ab 1. September in der Kinderkrippe "Werksatt Kinderglücvk" einen Betreuungsplatz finden.

Füssen – Seit August 2013 hat jedes Kind einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Doch weil sich der Bau des geplanten neuen Kindergartens im Weidach weiter verzögert, hat die Stadt große Probleme, diesen Rechtsanspruch heuer zu erfüllen.

Bereits jetzt stehen 14 Krippenkinder auf der Warteliste für das neue Kindergartenjahr. Umso leichter tat sich deshalb jetzt der Stadtrat, das Angebot der Lebenshilfe Ostallgäu auf Einrichtung und vorübergehenden Betrieb einer Kinderkrippe bei den Wertachtal-Werkstätten in der Hiebelerstraße anzunehmen. Einstimmig votierte das Stadtparlament für den Abschluss einer Betriebsträgervereinbarung mit der Lebenshilfe. 

Diese will die Kinderkrippe „Werkstatt Kinderglück“, in der bis zu 15 Kinder betreut werden können, zum 1. September eröffnen. Geplant ist eine zunächst zweijährige Nutzung. Untergebracht werden sollen die Mädchen und Jungen dort in Containern. Die Details der Vereinbarung soll nun die Verwaltung ausarbeiten. „Wir sollten dankbar für das Angebot sein. Eine Alternative gibt es aus meiner Sicht nicht“, sagte Hauptamtsleiter Peter Hartl. „Ansonsten hätten wir ein Riesenproblem mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz.“ 

Tatsächlich ist der Bedarf an Kindergarten- und Kinderkrippenplätzen gestiegen. So hat der Stadtrat bereits im Oktober eine Bedarfsnotwendigkeit von nunmehr 477 Kindergarten- und 98 Krippenplätzen anerkannt (bisher 407 bzw. 83). Eine Abfrage in den drei Füssener Kinderkrippen St. Gabriel, „Sternschnuppe“ und „Schatztruhe“ hat im Februar ergeben, berichtete Hartl weiter, dass für das kommende Kindergartenjahr 14 Krippenkinder auf der Warteliste stehen. „Dies hat zur Folge, dass zumindest bis zur Fertigstellung der neuen AWO-Kita im Weidach eine weitere Kinderkrippengruppe einzurichten ist.“ 

Darüber hinaus beinhaltet das Angebot der Lebenshilfe weiter handfeste Vorteile für die Stadt. Denn laut Verwaltung übernimmt die Einrichtung auch gleich Anschaffung und Aufbau der Container. Die Kosten (rund 287.000 Euro) dafür sollen in die monatliche Miete, die die Stadt zu zahlen hat, ein berechnet werden. So soll der Haushalt der Stadt zumindest vorübergehend entlastet werden. Die Alternative dazu wäre, dass die Stadt die Container selbst anmietet, wofür es sogar eine Förderung vom Freistaat gebe. 

Diese betrage allerdings nur 5000 Euro im Jahr. Zudem dauere das Förderverfahren zu lange, so dass eine Betriebsaufnahme zum 1. September voraussichtlich nicht mehr möglich ist.

Stadt zahlt Miete

Trotz dieser Lösung wird der städtische Haushalt dadurch in den kommenden Jahren nicht unerheblich belastet. Für dieses Jahr müssen außerplanmäßig insgesamt 112.800 Euro für die Miete, die anteilige FAG-Förderung sowie das Betriebskostendefizit aufgebracht werden. Für 2020 sind Ausgaben in Höhe von fast 340.000 Euro vorgesehen und für 2021 (Januar bis September) 225.600 Euro. Doch was geschieht mit den Containern nach Ablauf der zwei Jahre? Gehören sie dann der Stadt, wollte Jürgen Doser von den Freien Wählern wissen. 

Da dies laut Hauptamtsleiter Hartl nicht der Fall sei, regte Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) an, den Kauf der Container nach zwei Jahren zu überlegen. Peter Hartl entgegnete ihm, dies mit der Lebenshilfe zu besprechen und zu prüfen. Dabei solle auch geklärt werden, ob es möglich ist, die Ausstattung der Container zu mieten.

mm

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