Lechbrucker Brandbekämpfer leiden unter schlechten Platzverhältnissen

Feuerwehr funkt SOS

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Der Parkplatz vor dem Feuerwehrgerätehaus ist zu klein für ihre Bedürfnisse, klagen die Brandbekämpfer.

Lechbruck – Normalerweise sind sie es, die springen wenn andere in Not sind. Nun aber hat die Feuerwehr selber die 112 gewählt. Bei der Lechbrucker Bürgerversammlung richtete Kommandant Johann Krause einen Notruf an Bürgerschaft und Bürgermeister.

Eines der zahlreichen Probleme der Brandbekämpfer ist die prekäre Parksituation rund um das Feuerwehrhaus. Nach einer DIN-Norm muss für jeden Feuerwehrmann (und jede Frau), der einen Platz in einem Löschfahrzeug besetzt, ein Parkplatz am Feuerwehrhaus bereitstehen. Das hieße für die Feuerwehr Lechbruck 27 Parkplätze – neun je Löschfahrzeug. Doch wenn es wieder einmal richtig hoch her geht auf dem benachbarten Minigolfplatz, müssen die Kameraden einfach auf der Staatsstraße parken. Wie jüngst erst Kommandant Johann Krause. 

Deshalb ergriff er nun bei der Bürgerversamm-lung das Wort. „Es gibt zu wenige Parkplätze rund um das Feuerwehrhaus“, beklagte er. Insbesondere seit der Eröffnung des Minigolfplatzes sei die Situation noch kritischer geworden. Zur Zeit stünden den Kameraden gerade einmal fünf Parkplätze zur Verfügung, die weiteren Parkplätze dienen für den Minigolfplatz und das Eisstadion. Sogar gegen Falschparker können die Kameraden nichts ausrichten, die herbeigerufene Polizei sei machtlos „Die haben uns erklärt, dass die Parkplätze nicht richtig ausgeschildert sind“, so Krause. Gegenüber dem Kreisbote erklärte der Kommandant, dass man im Prinzip den gesamten Platz für die Feuerwehr habe reservieren wollen. 

Schon vor längerer Zeit habe man seitens der Feuerwehr vorgeschlagen, auf dem Areal, wo jetzt der Flößergolfplatz ist, Parkbuchten anzulegen. Stattdessen habe man das Areal hergegeben, bedauerte Krause. Auf das benachbarte, ehemalige Schulareal können die Feuerwehrkameraden ebenfalls nicht mehr ausweichen, seitdem dort gebaut wird. In der Bürgerversammlung konnte Krause auf eine E-Mail des Kreisbrandrates verweisen, der die DIN 14092-1 zitierte. Darin werden die Anforderungen an ein Grundstück definiert, auf dem ein Feuerwehrhaus gebaut werden soll oder bereits steht. Den Einwand Angls, „27 Stellplätze wird nicht gehen“, kennt Krause. „Aber wir sind nicht mehr bereit, nachzugeben“, betonte der Kommandant und brachte damit auch die Meinung seiner Kameraden zum Ausdruck, die sich jüngst getroffen und die Probleme diskutiert haben. 

Unklare Standortfrage 

Wobei die fehlenden Parkplätze nur ein Teil des Problems sind: Denn über kurz oder lang werde man ein neues Feuerwehrhaus benötigen. Schon als das neue HLF beschafft wurde, gab es Probleme, das Fahrzeug war schlicht zu hoch für das alte Haus. Doch die beiden Löschfahrzeuge sind schlicht auch zu groß, „die müssen wir zuerst aus der Halle fahren“, so Krause im Gespräch, „ehe wir uns umziehen können“. Damit leitete der Kommandant zu einem weiteren Thema über. Während Kommandant Krause in der Bürgerversammlung auf die nicht vorhandenen Ausweichgrundstücke einging und prophezeite, es kämen noch große Brocken auf die Gemeinde zu, konkretisiert er gegenüber dem Kreisbote die Problematik: Der aktuelle Standort innerorts sei optimal. Doch aufgrund einer ungeklärten Erbfrage sei hier die nötige Erweiterung oder ein Neubau fraglich. Ob es im Gewerbegebiet oder den Neubauarealen geeignete Grundstücke gebe, bezweifelte der Feuerwehrmann. 

Nicht groß genug zum einen, sei hier das Manko, dass dort keine Feuerwehrmänner wohnen würden. Krause erläuterte, die gesetzlichen Hilfsfristen schreiben vor, „dass binnen drei Minuten nach Eingang des Alarms dieser bestätigt werden muss“. Das sei aber nicht zu schaffen, wenn man vom Arbeitsplatz oder zu Hause erst mal aus dem Ort hinausfahren müsse, so Krause im Gespräch mit unserer Zeitung. 

In der Bürgerversammlung war Bürgermeister Helmut Angl auch auf die Feuerwehr eingegangen und hatte deren ehrenamtliches Engagement gelobt und den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz gedankt. Demgegenüber brachte Krause aber in seinem Redebeitrag die Situation der Kameraden zum Ausdruck, indem er meinte: „Es kann passieren, dass die Feuerwehreinsätze nicht mehr gefahren werden können, weil keine Feuerwehrler mehr da sind“. Was nicht als Drohung zu verstehen sei, wie Krause gegenüber unserer Zeitung eigens betonte – sondern als eine Art letzter Hilferuf.

Oliver Sommer

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