Ein »erfreuliches Ergebnis«

Haushalt 2020: Lechbruck baut trotz Corona-Pandemie Schulden ab

Das Foto zeigt ein Schild und Häuser der Gemeinde Lechbruck.
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Die Corona-Pandemie macht sich vor allem bei den Einnahmen bemerkbar, die die Gemeinde Lechbruck rund um den Tourismus erzielt.

Lechbruck – Besser als gedacht schaut der Haushalt 2020 der Gemeinde Lechbruck aus. Trotz der Corona-Pandemie wurde „ein erfreuliches Ergebnis erwirtschaftet, das allerdings deutliche ,Dallen‘ bei den Einnahmen aus dem Tourismus aufweist”, erklärte Martin Neuber, Kämmerer in der Gemeindeverwaltung Lechbruck, jetzt im Gemeinderat. 

„Corona ist es geschuldet“, dass der Haushaltsplan so spät verabschiedet wurde, erklärte Bürgermeister Werner Moll (FW). Die genauen Zahlen stellte anschließend Kämmerer Neuber den Gemeinderäten vor. „Die strenge Ausgabendisziplin in allen Bereichen hat sich bewährt. Und dies werden wir auch weiterführen”, so der Kämmerer.

Der Verwaltungshaushalt 2020 schließt mit 7,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 3,8 Millionen Euro. 2019 umfasste der Verwaltungshaushalt noch 8,5 Millionen und der Vermögenshaushalt 6,8 Millionen Euro.

Der Überschuss von rund 1,47 Millionen Euro wird komplett dem Vermögenshaushalt zugeführt. Starke Einbußen musste die Gemeinde allerdings bei allen Einnahmen rund um den Tourismus hinnehmen. So sank der Kurbeitrag im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Ein Minus von 14 Prozent verzeichnete die Gemeinde bei den Beiträgen aus der Minigolfanlage. Die größten Einbußen verbuchte die Gemeindeverwaltung allerdings bei den Floßfahrten. Die Einnahmen gingen sogar um 82 Prozent zurück. Auch bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer verzeichnete die Gemeinde ein Minus von neun Prozent und beim Einkommensteueranteil ein Minus von zehn Prozent

„Dies ist beispielsweise Corona geschuldet. Durch die Reisebeschränkung im ersten halben Jahr sind weniger Gäste nach Lechbruck gekommen und die Floßfahrten mussten fast komplett eingestellt werden. Und die Kurzarbeit schlägt beim Einkommensteueranteil zu Buche“, erklärte Neuber.

Bootsverleih ist gut besucht

Bei den Einnahmen aus dem Bootsverleih verzeichnete die Gemeinde dagegen ein Plus von 26 Prozent. „Hier gab es keine Hygienevorschriften, daher wurde unser Bootsverleih in dieser Saison gut besucht“, freute sich Moll. Die Überschüsse aus den kostenrechnenden Einrichtungen, wie Wasser, Abwasser und Bestattungswesen werden seit 2017 der jeweiligen Sonderrücklage zugeführt und dienen dem Ausgleich von Defiziten in den vergangenen Jahren beziehungsweise für Gebührenschwankungen in kommenden Jahren. Die Personalkosten sanken 2020 um knapp ein Prozent. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Bürgermeister Moll sein Ausgabenetat von 8000 Euro auf 100 Euro gesenkt hat. „Wenn ich mit einer Schulklasse beim Minigolf zum Eisessen gehe, dann zahl ich wie mein Vorgänger so etwas selber, da brauch ich keinen Etat”, sagte der Bürgermeister der Flößergemeinde.

Zinsausgaben sinken

Für Zinsausgaben hat der Kämmerer im Haushaltsjahr 2020 113.685 Euro eingeplant. Das ist das niedrigste Aufkommen im Beobachtungszeitraum. Das sei nur möglich, weil die Gemeinde stetig ihre Schulden abbaut. „Hier zeigt sich einmal mehr, die Wichtigkeit eines ernsthaften Schuldenabbaus ganz deutlich, da der Überschuss im Verwaltungshaushalt und damit letztendlich die Handlungsfähigkeit der Gemeinde steigt“, so Neuber.

Die Gesamtverschuldung ist auf drei Millionen Euro gesunken. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1129,51 Euro. 2015 lag die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei 2566,52 Euro. Der Gesamtstand aller Rücklagen beläuft sich in diesem Haushaltsjahr auf rund 5,3 Millionen Euro.

Der Gemeinderat verabschiedete anschließend den diesjährigen Haushalt. Nun wird der Rechnungsprüfungsausschuss die Jahresrechnung prüfen.

sz

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