Für 4100 Euro stattet die Gemeinde ihre Feuerwehr mit einem Rettungsboot aus

Lechbruck kauft Rettungsboot auf Ebay

Rettungsboot
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Auf Ebay-Kleinanzeigen hat die Gemeinde das neue Rettungsboot gekauft.
  • VonSilke Zink
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Lechbruck – Lechfloß, Tretboote und mehrere Seen gehören zu den Touristen-Magneten der Flößergemeinde. Doch was tun, wenn es zu einem Unglück auf dem Wasser kommt? Um dafür gewappnet zu sein, hat die Gemeinde jetzt ein Rettungsboot für die Feuerwehr gekauft, wie Bürgermeister Werner Moll jüngst im Gemeinderat mitteilte – und zwar auf Ebay-Kleinanzeigen.

Hintergrund der Anschaffung sei, erläuterte Moll, dass im Notfall kein geeignetes Wasser-Fahrzeug zur Rettung vorhanden sei. Ursprünglich war demnach geplant, an ein herkömmliches Ruderboot einen E-Motor zu montieren. Landratsamt und Feuerwehr wollten da aber mit Verweis auf die Vorschriften nicht mitspielen.

Gekauft hat Moll das Boot auf Ebay-Kleinanzeigen. „Wie es manchmal ist, hat zwanzig Minuten zuvor jemand ein solches Boot eingestellt”, berichtete er. Kurz entschlossen sei er mit einigen Mitgliedern der Feuerwehr nach Bochum gefahren, um sich das Boot anzuschauen – und nahm es gleich mit. „Das Boot hat uns inklusive Hänger, Suchscheinwerfer, Blaulicht und einem neu gewarteten 30 PS-Motor, 4100 Euro gekostet“, freute er sich.

Auf Nachfrage von Gemeinderat Konrad Enzensberger, was das Boot für Folgekosten haben wird und wie viele Feuerwehrler es fahren dürfen, erklärt Moll, dass neun Personen bei der Wehr einen Bootsführerschein haben und keine nennenswerte Folgekosten zu befürchten seien. Ratsmitglied Stefan Mahrla wollte wissen, warum das Boot bei der Feuerwehr untergebracht werden muss. Daraufhin entgegnete Moll, dass die Alarmierung bei der Feuerwehr aufläuft, auch weil das Boot dort gewartet werden wird und weil in naher Zukunft das Boot im neuen Feuerwehrhaus nahe dem Einsatzort untergebracht sein wird.

Feuerwehr-Kommandant Christoph Balzarek erklärte gegenüber dem Kreisboten, dass die Wasserwacht zwar grundsätzlich für die Wasserrettung zuständig sei, die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist im Fall Lechbruck aufgrund der langen Anfahrt aber nicht einhalten könne. „So kann es bei einem Wassernotfall, wie zum Beispiel einem medizinischen Notfall auf unserem Lechfloß sein, dass wir als örtlich zuständige und mitalarmierte Feuerwehr nur warten können, bis die Kollegen der Wasserwacht bei uns eintreffen. Dies ist bei Anrückzeiten von etwa 30 Minuten extrem lange und wir können unserer Aufgabe zu helfen, nicht nachkommen.“ Daher habe die Kommune in der Pflicht gestanden, ein geeignetes Rettungsmittel zu beschaffen.

Balzarek betont aber auch: „Wir möchten und können keine Wasserwacht ersetzen, aber mit diesem Rettungsboot wird uns die Möglichkeit gegeben, einen möglichst wirkungsvollen Erstschlag einzuleiten und versuchen Gefahr von Leib und Leben abzuwenden, bis unsere sehr gut ausgebildeten Wasserwachten vor Ort sind.“ Wichtig ist Balzarek auch, dass es sich beim dem Boot um ein gebrauchtes handle, das schnell verfügbar gewesen sei. Neu koste ein solches Boot mit Zubehör 13.000 bis 15.000 Euro, so der Kommandant weiter.

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