Sanierung muss warten

Leere Kassen: Der Umbau des Hopfener Feuerwehrhauses liegt vorerst auf Eis

Feuerwehrhaus in Hopfen.
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Die Pläne für einen Um- und Ausbau des Hopfener Feuerwehrhauses sind so gut wie fertig. Weil die Stadtkasse leer ist, liegt das Projekt aber erstmal auf Eis.
  • Matthias Matz
    VonMatthias Matz
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Füssen - Das alte Feuerwehrhaus in Hopfen wird erst einmal nicht umgebaut. Wegen der leeren Stadtkasse hat der Stadtrat beschlossen, das Projekt zurückzustellen

Schon im Mai kommenden Jahres könnte mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses in Hopfen begonnen werden. Wobei die Betonung auf könnte liegt. Weil die Stadtkasse leer ist, hat der Stadtrat vergangene Woche beschlossen, das voraussichtlich rund 1,3 Millionen Euro Projekt bis auf weiteres zurückzustellen. Gleichzeitig billigte er aber die von Architekt Linus Rampp vorgelegte Entwurfsplanung für das Gebäude in der Riedener Straße 3. 

Veraltet, zu klein, technisch und energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand – das Feuerwehrhaus in der Riedener Straße 3 entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Außerdem fehlt es am Platz für das dritte Einsatzfahrzeug der Wehr.

Zudem gibt es keine separaten Umkleidekabinen, sodass sich die Brandbekämpfer in der engen Fahrzeughalle umziehen müssen. Duschen fehlen gänzlich, ein WC ist nur für die Männer im Obergeschoss vorhanden, zählte Rampp unter anderem auf. Ein deshalb vom Stadtrat beschlossener Umbau des Gebäudes mit Anbauten nimmt langsam aber sicher auf dem Papier konkrete Formen an. „Wir schaffen eine klare Struktur“, sagte der Pfrontener Architekt.

Bau einer neuen Fahrzeughalle ist Kernstück der Planung

Kernpunkt der aktuellen Entwurfsplanung, die Rampp im Haus Hopfensee vorstellte, ist der Bau einer neuen Fahrzeughalle. Der Entwurf sieht vor, dass diese auf der östlichen Seite an das Bestandsgebäude angebaut wird. Entstehen sollen so zwei Stellplätze, 12,5 Meter lange und 4,5 Meter breite Abstellflächen für die Einsatzfahrzeuge. Um sich gut in die Umgebung einzufügen, ist ein flaches Satteldach mit einem Holz-Dachstuhl vorgesehen.

Das bestehende Haupthaus soll auf ganzer Breite auf beiden Geschossen um etwa 8,6 Meter verlängert werden. Im Erdgeschoss soll im Zuge der Umbauarbeiten ein neuer Alarmzugang entstehen, dazu getrennte Umkleiden für Frauen (13 Spinde) und Männer (36 Spinde). „Direkt von den Umkleiden aus sind die Sanitärräume zugänglich“, erläuterte der Pfrontener Architekt. Ferner soll im Obergeschoss ein Unterrichtsraum für 36 bis 50 Feuerwehrleute entstehen. Dazu kommen zwei Rettungswege.

Modernere Heizung

Das Bestandsgebäude soll laut Rampp unter anderem neue Durchgänge, ein Damen-WC und einen Technikraum erhalten. „Im bisherigen Schulungsraum wird ein Büro abgetrennt und der Rest des Raums als Jugendraum genutzt“, erläuterte er. Elektrik und Heizungsanlage sollen ebenfalls grundlegend saniert und modernisiert werden.

Weil bislang im Einsatzfall „wild“ und teilweise auch auf den Nachbargrundstücken geparkt werden musste, soll im Außenbereich überdies zwischen der Fahrzeughalle und dem Ferdinand-Benz-Weg ein Parkplatz mit sieben Stellplätzen und gemeinsamer Zufahrt gebaut werden. „Nördlich des Gebäudes wird ein neuer Weg angelegt“, so der Architekt weiter.

Bedenken wegen Kosten

Der in der Sitzung von Rampp vorgelegte Zeitplan sieht vor, dass nach erfolgten Planungen und Ausschreibungen im Herbst und Winter bereits im Mai mit den Arbeiten begonnen werden. Die neue Fahrzeughalle könnte so schon bis Oktober 2022 fertig werden, mit dem Abschluss der Arbeiten am Anbau rechnet Rampp im Frühsommer 2023.

Bei den Mitgliedern des Stadtrats stießen diese Planungen auf keine Gegenstimmen. Vielmehr waren es die prognostizierten Kosten von rund 1,3 Millionen Euro, die die Räte beschäftigten. So schlug Ilona Deckwerth von der SPD vor, die einzelnen Maßnahmen auf mehrere Jahre zu strecken. CSU-Stadtrat Simon Hartung mahnte hingegen eine nachhaltige Planung an. „Ich bitte darum, dass wir wirklich zukunftsfähig planen“, appellierte der Hopfener. „Wir müssen das für viele, viele Jahre sichern!“

Die finanzielle Lage griff auch Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) auf. „Wir sollten uns noch mal darauf besinnen: Wo geht die Reise hin“, sagte er. Dabei müsse auch diskutiert werden, dass Hopfener Feuerwehrhaus womöglich an einen ganz anderen Standort zu verlegen.

Zeit dafür wird das Stadtparlament haben. Einstimmig beschloss es, die Planung zwar zu billigen, die Umsetzung aber bis auf weiteres zu verschieben. Ohnehin ist im Rahmen der Haushaltskonsolidierungsberatungen bereits entschieden worden, das Vorhaben nicht vor 2025 anzugehen.

Vorher soll aber noch untersucht werden, ob die 30 Jahre alte Heizungsanlage so lange noch durchhält und entschieden werden, welche Heizanlage neu eingebaut werden soll. Sind die offenen Fragen geklärt, muss das Gremium entscheiden, ob und wie das Projekt weitergeführt wird.

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