Leserumfrage

Ist das Angebot der Händler und Geschäfte in der Innenstadt tatsächlich so uninteressant?

Die Füssener Fußgängerzone gilt als Kleinod. Doch der Einzelhandel profitiert nicht wie erhofft davon. Wir wollen deshalb in einer Umfrage von unseren Lesern wissen, was besser gemacht werden müsste.

Füssen – In einer gemeinsamen Untersuchung der IHK Schwaben, Uni Augsburg und Hochschule Kempten hat Füssen als Einkaufsstadt unter den Einheimischen schlecht abgeschnitten. Aber auch über 30 Prozent der befragten Touristen nehmen demnach das Angebot des innerstädtischen Einzelhandels nicht an. Ist das Angebot der Händler und Geschäfte in der Innenstadt tatsächlich so uninteressant?

Unsere Leser zumindest haben dazu eine klare Meinung: In den zahlreichen Zuschriften, die uns als Leserbriefe, E-Mails oder unsere facebook-Seite erreichten, stimmten bis auf ganz wenige Ausnahmen Leser und Nutzer dem Befund der Studie zu. Der Kreisbote will die Gründe dafür wissen und nimmt deshalb eine anonyme Umfrage vor.

Über zwei Millionen Gäste im Jahr, kaum Leerstand, eine hohe Passantenfrequenz, eine stetig steigende Kaufkraft und ein hoher internationaler Bekanntheitsgrad – die Füssener Fußgängerzone bringt eigentlich alle Voraussetzungen für eine wirtschaftlich erfolgreiche und starke Innenstadt mit (der Kreisbote berichtete). Die Ergebnisse der kürzlich vorgestellten Untersuchung „Perspektiven und Handlungsempfehlungen für das Ortszentrum Füssen“ sind jedoch ernüchternd: Etwa ein Drittel der befragten Füssener und Gäste nutzen bei einem Besuch der Fußgängerzone das Angebot des Einzelhandels nicht. „Dass viele Gäste wenig Geld ausgeben, ist erschreckend!“, sagt dazu Dr. Markus Hilpert vom Institut für Geographie an der Uni Augsburg. Neben der starken Konkurrenz durch Kempten, Reutte oder Kaufbeuren sind die Füssener Einzelhändler aber zum Teil auch selbst verantwortlich für die Misere. So kritisierten viele Befragte die unter anderem fehlende Vielfalt im Angebot, zu wenige Angebote für junge Leute und ungünstige Öffnungszeiten.

Unsere Leser und Nutzer unserer Online-Angebote sehen das ähnlich, wie die zahlreichen Zuschriften zeigen, die uns erreichten. „Ganz störend ist, dass j e d e r Einzelhändler eine andere Öffnungszeit hat“, meint beispielsweise eine Füssenerin. Leserbriefschreiber Ralf Behr beklagt dagegen, dass es für Bewohner des Umlandes vor allem im Sommer sehr langwierig sei, in die Stadt zu kommen. „Vom Juni bis September meiden wir Füssen und fahren nach Lechbruck, Marktoberdorf oder Kaufbeuren zum Einkaufen, da sind wir schneller als wenn wir nach Füssen fahren.“

Auf unserer facebook-Seite werden die Nutzer noch deutlicher in ihrer Kritik. Vor allem das fehlende Angebot an Bekleidung durch einen preisgünstigen Magneten wie H&M oder eine andere Kette und die hohen Parkgebühren werden bemängelt. „Wenn ich was kaufe möchte in Füssen kommt erstmal die Parkplatzsituation dazu (Kosten, Anzahl Parkplätze) und es sind einfach zu wenig Geschäfte die wirklich interessant für jüngere sind ! Ich weiß auch nicht wozu man 3 Trachtenläden braucht!Ein H&M war mal im Gespräch aber wurde wieder abgeschmettert oder ein Geschäft im Füssener Westen wollte sich erweitern aber das wollte man auch nicht !“, meint ein User. Eine Füssenerin schrieb uns: „Ich finde Füssen einfach zu teuer (Tourismusaufschlag??) ich fahr nach Kempten, da hat man auch mehr Auswahl.“ Eine andere junge Frau teilte uns mit: „Tja ... alles was für junge Leute wäre wird ja immer abgelehnt ... siehe H&M oder aktuell DM !! Bei unserem Angebot braucht man sich tatsächlich nicht wundern.“

Kritik wird in diesem Zusammenhang auch an der Kommunalpolitik geübt, die vieles verhindere. So meint beispielsweise Jennifer Birkle ist der Meinung: „Ach, warum nur? Wo wird denn was für die Einheimischen getan? Wir haben zig Imbisse in der Stadt, wie oben genannt sämtliche Trachtenläden bei denen sich die Touris einmal fürs Oktoberfest einkleiden und die Läden in der Innenstadt sind einfach nicht einladend. Sobald dann mal die Chance auf ein 'moderneres Füssen' besteht, indem Vorschläge kommen, die insbesondere die jüngere Generation betreffen (H&M, New Yorker, DM...) wird dies sowieso wieder mit einem 'brauchen wir hier nicht' abgetan! Da ist es kein Wunder dass jeder in die umliegenden Städte wie Kempten und Co. ausweicht, wenn es hier einfach NICHTS gibt.“

Leserumfrage

Den Ursachen für diesen vielfach geäußerten Verdruss möchte der KREISBOTE auf den Grund gehen. Bei unserer Umfrage können Sie bis 24. Januar, mit wenigen Klicks kundtun, was Sie gerne ändern würden und ob die Politik mehr tun muss, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Keine Sorge, die Umfrage ist garantiert anonym. Stimmen Sie ab!

Die Leserumfrage ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.
Sollte das Angebot in der Fußgängerzone moderner werden?
Ja
92.11%
Nein
7.88%
Machen Politik und Stadtverwaltung zu wenig, um moderne und attraktive Unternehmen in die Innenstadt zu holen?
Ja
92.11%
Nein
7.88%
Sind Sie für mehr und kostenlose Parkplätze für Einheimische?
Ja
92.11%
Nein
7.88%

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