Simone Guggemos spricht im Interview über ihren Roman "Festspielschmaus"

Ein Allgäu-Krimi ohne Kommissar

+
Simone Guggemos aus Füssen-Weißensee lässt ihre Fantasie als Autorin von Ludwigs Festspielhaus beflügeln. Dort, in der Königs Lounge, wird am 13. Juni, auch ihr Roman vorgestellt.

Füssen – Einen literarischen Leckerbissen verspricht die Szenische Lesung des Romans „Festspielschmaus“ zu werden, die musikalisch umrahmt wird.

Zu dieser lädt Autorin Simone Guggemos am Mittwoch, 13. Juni, um 20 Uhr in die Königs Lounge im Ludwigs Festspielhaus ein. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Kulturabend im streng klassischen Stil, wie der Kreisbote im Interview erfuhr. Die Bühnenprofis Roswitha Dierck und ihr Schauspielerkollege Wacki Hübner lassen wichtige Figuren aus dem Buch lebendig werden. 

Die Handlung spielt sich rund um das erste Füssener Musical ab, hat aber nichts mit den tatsächlichen Vorkommnissen zu tun. Dabei wird aus der Perspektive eines Hundes erzählt. Der liebenswerte Terrier Ludwig hat in jeder Aufführung einen Kurzauftritt in einer romantischen Musical-Szene. Der kleine Vierbeiner von Frauchen Sissi, die Tiertrainerin ist, berichtet ausführlich, was hinter der Bühne geschieht – und warum er manchmal als ständiger Beobachter eingreifen musste, um Schlimmeres zu verhindern. 

Leser sind es gewohnt, auf den Romanseiten einem allwissenden Erzähler zu begegnen. Diese Rolle übernimmt in Ihrem als E-Book und Printausgabe erschienenen Roman ein kleiner Hund. Warum haben Sie diese Erzählperspektive gewählt? Besteht nicht die Gefahr, dass die Handlung dadurch unglaubwürdig wirkt? 

Simone Guggemos: „Mit seinem Frauchen Sissi ist der Ludwig immer hautnah dabei, auch dann, wenn sich das Musical-Management und Ensemblemitglieder in ihrer Freizeit treffen. Indem ich den als liebenswert gezeichneten Hund auf den 260 Seiten meines ersten größeren Romans zu Wort kommen lasse, bekommt die Handlung ihren humorvollen Ton, der sich durch den Roman zieht. Ich wollte keinen Thriller schreiben. Das Spielerische – bei aller Spannung – ist mir wichtig, wenn sich Leser kurzweilig unterhalten fühlen sollen.“

„Festspielschmaus“ liest sich wie ein unterhaltsamer Wirtschaftsroman, weniger als einer dieser typischen Allgäu-Krimis, die als populäre Literatur den Markt seit Jahren geradezu überschwemmen. Wollten Sie sich von dieser Literaturgattung absetzen? 

Simone Guggemos: „Mein Roman, in dem ein Verbrechen mit tödlichem Ausgang nach falsch gelegten Fährten aufgeklärt wird, ist vielleicht der erste Allgäu-Krimi ohne eine Kommissarin oder einen Kommissar. Wenn Leser bei ihrer Lektüre Fans von Ermittler-Terrier Ludwig werden, freut mich das sehr. Es gibt übrigens schon einen nächsten Band. Geplant ist eine Trilogie.” 

Das zweite Buch mit Ermittler-Terrier Ludwig trägt den Titel „Filmreif“. Über eine Verfilmung Ihrer Romane würden Sie sich freuen, oder? 

Simone Guggemos: „Das wäre wirklich sehr schön. Doch wenn meine Ludwig-Bücher ins Gedächtnis rufen können, wie wichtig dieses Füssener Festspielhaus für uns alle hier ist, haben wir schon ein großes Ziel erreicht.”

Wer ist „wir“?

Simone Guggemos: „Beim Schreiben, das ein kreativer Ausgleich zum Lehrerberuf ist, werde ich von meinem Mann, dem Journalisten Klemens Hübner, beraten. Der bekannten Autorin Nicola Förg darf ich ebenso für ihre professionelle Hilfe danken wie der Agentin, der Lektorin und dem Korrektorat.” Ihr Vater Albert Guggemos wird bei der Szenischen Lesung musizieren. 

Ist Schauspieler Wacki Hübner mit Ihrem Mann Klemens verwandt? Und wollten Sie bestimmte am Festspielhaus wirkende Personen vielleicht sogar demaskieren? 

Simone Guggemos: „Ja, das ist sein aus Film und Fernsehen bekannter Bruder, der im ersten Ludwig-Musical die Rolle des Ministerpräsidenten gespielt hat. Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits toten Personen sind rein zufällig. Auch die Story rings ums Festspielhaus ist fiktiv.” 

In der Handlung geht es um ein Hotelprojekt neben dem Musical. Das ist heute ein ganz aktuelles lokalpolitisches Thema. 

Simone Guggemos (lacht): „Vielleicht habe ich ja seherische Fähigkeiten.” 

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen dem Abend am 13. Juni mit der Szenischen Lesung viel Erfolg. 

cf

Auch interessant

Meistgelesen

Eine Schlitzwand soll Forggensee-Staudamm weiter stabilisieren
Eine Schlitzwand soll Forggensee-Staudamm weiter stabilisieren
Füssener Hauptfeldwebel als Lebensretter
Füssener Hauptfeldwebel als Lebensretter
Schwangauer Bürgermeister: "Richtige Sorgenkinder haben wir keine"
Schwangauer Bürgermeister: "Richtige Sorgenkinder haben wir keine"
Wiederhergestelltes Hornwerk der Festung Ehrenberg wird eröffnet
Wiederhergestelltes Hornwerk der Festung Ehrenberg wird eröffnet

Kommentare