Tin Lizzys und Knutschkugeln

Peter Franke und seine Familie haben in diesem Jahr zum siebten Mal an der Gamsbartrallye am vergangenen Wochenende teilgenommen und haben die Fahrt von Koblenz nach Pfronten in ihrem Oldie zurückgelegt. Nicht ganz so weit hatten es Armin und Marlene Kohler, Gründungsmitglieder der Oldiefreunde Pfronten. Allen war die Freude über das herrliche Wetter und über den großen Zuspruch, den die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 20. Mal stattfand, anzusehen. Organisator Jacky Schmölz und sein Team hatten in den Wochen zuvor die Anmeldeflut von über 130 Teilnehmern zu bewältigen.

Großes Lob erhielt er auch von Familie Hofer aus Pforzheim, die vor fünf Jahren durch Zufall auf die Rallye aufmerksam wurden und seither im Dreierpack mitfahren. Vater Tobias ist mit seinem Opel Rekord D, Baujahr 1973 unterwegs, Mutter Doris mit einem Fiat 850, Baujahr 1967 und Sohn Michael mit einem Opel Kadett, Baujahr 1963. „Ich weiß nicht, ob es nur ein Virus ist oder doch in den Genen liegt“, lacht Tobias, der zusammen mit seiner Familie und zwei Hunden zur Zeit Urlaub in Weißensee macht. Die schönen alten Karossen konnten am Sonntagvormittag auf dem Leonhardsplatz und dem angrenzenden Schulgelände bestaunt werden. Und dass es viel mehr Oldiefans gibt, als nur diejenigen, die wirklich ein solches Gefährt besitzen, ließ sich dabei feststellen. „Ich hatte früher auch so eine „Knutschkugel“, gemeint war eine Isetta“ oder „hätte ich nur damals mein altes Motorrad aufgehoben“, seufzte einer der Besucher nachdenklich. Die Liebe zu den alten Schönheiten geht manchmal sehr weit und „sie werden liebevoller gepflegt als manche Angetraute“, verriet Walter Münster aus Fürstenfeldbruck, der eindrucksvoll demonstrierte, wie aufwändig der Start mit der Kurbel bei seiner so genannten Tin Lizzy, ein Ford Baujahr 1914, von statten geht. „Wissen Sie warum alle Autos der ersten Serien in USA nur in Schwarz produziert wurden?“. Ratloses Kopfschütteln. „Weil Schwarz die einzige Farbe war, die sehr schnell getrocknet ist“. Viele der Fahrzeuge aus neuerer Zeit präsentierten sich in aufreizendem Rot, Pastellgelb oder Hellblau. Farben, die heute aus der Mode gekommen sind. Wer Glück hat, der kann auch in den nächsten Tagen immer wieder auf eine der schönen Blechkarossen mit ihrem unvergesslichen Design treffen. Es sind die Urlauber unter den Oldiefans, die mittlerweile zu Stammgästen der Region geworden sind.

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