"Ein Schnitt ins Herz"

Festspielhaus verschiebt Weltpremiere von Ralph Siegels "Zeppelin"-Musical auf 2021

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Eigentlich sollte das Zeppelin-Musical von Ralph Siegel kurz nach dessen 75. Geburtstag zum ersten Mal aufgeführt werden. Doch die Corona-Pandemie machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Füssen – Wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Veranstalter die Weltpremiere des „Zeppelin”-Musicals um ein Jahr verschoben. Ralph Siegels Werk soll nun erstmals am Donnerstag, 10. Juni 2021 im Füssener Festspielhaus zu sehen sein, wie das Veranstaltungshaus bekannt gibt.

Kurz nach seinem 75. Geburtstag am 30. September sollte am 26. November die Welturaufführung seines Musicals „Zeppelin“ für Ralph Siegel das Highlight des Jahres 2020 werden. Aufgrund der Maßnahmen in Folge der Corona-Pandemie und der aktuell ungewissen Auflagen für Veranstaltungen im November haben die Veranstalter, das Ludwigs Festspielhaus in Füssen und die Manfred Hertlein Veranstaltungs GmbH, die Premiere auf den 10. Juni 2021 verschoben. Tickets für die Premiere und die nachfolgend geplanten Aufführungen behalten ihre Gültigkeit. 

Ralph Siegel ist die Ikone des Deutschen Eurovision Songcontest und unter anderem Komponist von über 2000 veröffentlichten Titeln, darunter unzählige Lieder für Stars wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Katja Epstein, Nicole, Dschinghis Khan bis Marianne Rosenberg. Und er hat einen Traum: sein Musical „Zeppelin“ über den Pionier der Luftschifffahrt, dem Grafen Zeppelin, sowie den letzten Flug der Hindenburg live auf der Bühne zu erleben. 

Dieser Traum ist nun vorerst auf den 10. Juni 2021 verschoben. Dann hofft das Ludwigs Festspielhaus in Füssen groß und ohne Einschränkungen die Premiere feiern zu können. „Wenn man fünf Jahre an einem Musical arbeitet, ist das schon ein Schnitt ins Herz“, erklärt Ralph Siegel, der sich aktuell in Florida von einer schweren Herz-OP erholt. „Und das natürlich nicht nur für mich, sondern für alle Beteiligten.” Darsteller, Musiker, Komponisten, Bühnenarbeiter, Requisiteure, Techniker und viele mehr säßen schließlich alle zuhause und wüssten derzeit nicht, wie es weitergeht. „Leider bleibt uns momentan nichts anderes übrig als erst einmal abzuwarten und uns trotz allem schon jetzt auf die Premiere im Juni zu freuen.“ 

Große Herausforderung 

Benjamin Sahler, Theaterdirektor in Ludwigs Festspielhaus und Regisseur des Musicals, betont: „Natürlich hätten wir alle sehr gerne im November und damit relativ zeitnah zu Ralph Siegels 75. Geburtstag die Premiere von Zeppelin in Füssen gefeiert.” Aber ein Musical wie Zeppelin benötige mindestens ein halbes Jahr Vorlauf unter anderem für Castings, Proben, Requisitenbau und Kostümschneiderei. „Und ein vernünftiges Arbeiten ist momentan leider nicht möglich. Selbstverständlich sind wir uns als Kulturschaffende auch unserer Verantwortung für die Gesundheit unserer Zuschauer, Akteure und Mitarbeiter sowie deren Familien und Freunde bewusst.” 

Zudem sei das Veranstaltungshaus einer Produktion wie „Zeppelin” schuldig, eine Premiere ohne erhebliche Einschränkungen bei der Bestuhlung zu feiern. „Schweren Herzens haben wir uns darum für die Verschiebung auf den 10. Juni 2021 entschieden – wohl wissend, dass diese Entscheidung für viele im Team, auf, hinter und neben der Bühne, eine enorme emotionale und auch finanzielle Belastung bedeutet.“ 

„Auch für uns als privat finanziertes Festspielhaus ist diese Verschiebung eine enorme wirtschaftliche Herausforderung“, fügt Sahler hinzu, „zumal wir schon jetzt weit über einhunderttausend Euro in die neue Musicalproduktion investiert haben. Umso glücklicher bin ich über die große Welle der Solidarität unserer Kunden. Fast 99 Prozent der Kunden haben ihre Tickets behalten und unsere Solidaritätsgutscheine finden ebenfalls zahlreiche Käufer.” 

Gut aufgestellt 

Zudem wolle das Festspielhaus den Spielbetrieb für seine Repertoire-Musicals „Ludwig²” und „Die Päpstin” so bald wie möglich wieder aufnehmen. Diese Produktionen seien komplett vorbereitet und schon mehrfach erfolgreich gespielt worden. „Wir sind also relativ gut aufgestellt, um mit vergleichsweise wenigen Wunden aus dieser Krise zu kommen und dann 2021 wieder voll durchzustarten.“ Mit „Zeppelin – Das Musical“ erwartet das Publikum eine Mischung aus Unterhaltung, zeitkritischem Blick auf die Historie und Dramatik. Hinzu kommen aufwendige Bühnenbilder und Kostüme. 

Für die Titelrolle des Grafen Ferdinand von Zeppelin wurde Thomas Borchert verpflichtet. Borchert gehört seit drei Jahrzehnten zu den Stars der deutschsprachigen Musicalszene. Der Geschichte des visionären Konstrukteurs Graf Zeppelin und sein unbeirrbarer Glaube an die Technik wird im Musical in einer parallelen Handlung der letzte Flug der Hindenburg und dessen dramatisches Ende gegenübergestellt. 

Der Absturz des Luftschiffes LZ 129 ‚Die Hindenburg‘ gilt als einer der tiefgreifendsten Momente in der Geschichte des 20. Jahrhunderts und hat sich in die Köpfe der Menschen weltweit eingebrannt. Ralph Siegels Musical spannt somit einen Bogen vom Beginn bis zum Ende einer Ära – erzählt in einer Geschichte, die einen historischen Kontext mit einer Erzählung um Liebe und Leidenschaft, Macht, Verbrechen und Untergang vereint. 

Mit dem „Zeppelin”-Musical produziert das Festspielhaus nach eigenen Angaben zum ersten Mal eine Welturaufführung nicht allein auf eigenes Risiko, sondern hat mit Ralph Siegel und Manfred Hertlein zwei Schwergewichte der Branche mit im Boot. Die Manfred Hertlein Veranstaltungs GmbH zählt laut Festspielhaus zu den erfolgreichsten Veranstaltern der deutschen Musikszene, Stars wie Andre Gabalier sind bei ihm unter Vertrag. Für die positive Entwicklung in Ludwigs Festspielhaus mit seinen Eigenproduktionen „Ludwig²“, „Die Päpstin“ und „Der Ring“ sei diese neue Produktion ein weiterer Meilenstein.

kb

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