Geschichte erlebbar machen: Füssener Stadträte befürworten spezielle Pflasterung

Luitpoldstraße: Spezielles Pflaster soll Füssener Stadtgraben symbolisieren

Gehweg in der Luitpoldstraße in Füssen.
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Dort, wo heute der südliche Gehsteig entlang der Luitpoldstraße verläuft, befand sich einst der Stadtgraben Füssens. Das soll künftig ein spezielles Pflaster verdeutlichen.
  • Katharina Knoll
    vonKatharina Knoll
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Füssen – Um Geschichte erlebbar zu machen, soll der Gehweg auf der Südseite der Luitpoldstraße im Zuge des Straßenumbaus ein spezielles Pflaster bekommen.

Nachdem sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung bereits dafür entschieden hatte, „Fürstensteiner Granit“ im Bereich des Bebauungsplans W43, genauer auf den Gehwegen der Bahnhofstraße und Augustenstraße sowie auf den nördlichen Gehwegen der Luitpoldstraße und des Prinzregentenplatzes, verlegen zu lassen, hat die beauftragte Firma ihr Konzept dafür nun detaillierter ausgearbeitet und entsprechende Muster mitgebracht. Diese konnten sich die Räte vor der Sitzung anschauen. Die Bodenplatten und Bordsteine sollen diamantgesägt und sandgestrahlt sowie die Flächen leicht gerundet werden.

Historische Altstadt beginnt

Für die Gehwege auf der Südseite der Luitpoldstraße und des Prinzregentenplatzes hat sich die Firma jedoch etwas Besonderes einfallen lassen. Der Bodenbelag soll verdeutlichen, dass hier die historische Altstadt beginnt. Die Stadträte sprachen sich einstimmig dafür aus, dass hier wie in einer Art Bordüre nur die Anfangssteine und den Hinterbord geflammt und eingesägt werden. Diese Linien sollen die Böschungsneigung symbolisieren, die in früheren Zeiten der Stadtgraben an dieser Stelle inne hatte, erklärte eine Expertin der Firma Steinbacher Consult aus Augsburg.

Wichtig ist das Signal, die Botschaft, die wir mit dem Stein mitteilen wollen.

Maximilian Eichstetter (CSU), Bürgermeister von Füssen

Diese Steine kosten jedoch ca. 36 Euro pro Quadratmeter (brutto) mehr. Da sie aber nur als Bordüre verlegt werden, „wird das preislich wahrscheinlich nicht intensiv ins Gewicht fallen, visualisiert aber die Geschichte. Wichtig ist das Signal, die Botschaft, die wir mit dem Stein mitteilen wollen“, erläuterte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Verlauf des alten Stadtwalls aufzeigen

Das sah auch Magnus Peresson (UBL) so. „Daran kann man den Gästen zeigen, wo der alte Stadtwall verlaufen ist. Das kostet nicht viel mehr und ist eine unglaubliche Bereicherung für die Stadt.“ Gleichzeitig sei das Material eine „unheimlich gute Basis für die Bodengestaltung in der Altstadt. Das kann man nur befürworten“, so Peresson.

„Ich finde es gut, dass wir hier einen weiteren Schritt in die romantische Seele Bayerns gehen“, meinte Dr. Christoph Böhm (CSU) und sprach Bürgermeister Eichstetter dafür ein Lob aus.

Anhand der Zeichnungen fragte er sich jedoch, ob der Plan, die Luitpoldstraße zur Fußgängerzone zu machen – so wie es in der Vergangenheit schon einmal im Bebauungsplan W43 eingezeichnet gewesen sei – weiterverfolgt werde. Heute gehe es nur darum, welches Material verwendet werden soll, entgegnete Bauamtsleiter Armin Angeringer. Bis zu welchem Punkt es verlegt werden soll, soll erst im weiteren Verlauf der Planung entschieden werden.

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