Es macht noch Spaß

Denkt nach eigener Aussage nicht an Rücktritt: Bürgermeister Alois Oberer. F: privat

Er könne sich, sollte er in vier Jahren noch bei guter Gesundheit sein, durchaus vorstellen, wieder als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Damit trat Alois Oberer auch den zur Zeit kursierenden Gerüchten über seinen möglichen Rücktritt entgegen. Wie üblich stand auch auf der jüngsten Sitzung des Reuttener Gemeinderates der Bericht des Bürgermeisters zuoberst der Tagesordnung. Diesmal allerdings entwickelte sich daraus ein fast schon leidenschaftlicher Monolog, der offenbarte, dass es innerhalb des Gremiums scheinbar doch nicht rund laufen dürfte.

Über den Stand der laufenden Projekte gebe die Gemeindezeitung einen guten Überblick, begann Oberer. Der es sich normalerweise nicht nehmen lässt, in seinem Bericht Erfolgsmeldungen zu präsentieren. Am vergangenen Donnerstag aber nutzte Oberer sein Wort, um Gerüchten entgegenzutreten und zu bestimmten Ereignissen Stellung beziehen, die nahelegten, er, Oberer, wolle das „Handtuch werfen und das Amt zurücklegen“. Diese Gerücht würden schon seit einiger Zeit kursieren, so Oberer und er sei darauf auch schon angesprochen worden. Aber, so stellte Oberer klar, er habe nicht (als Bürgermeister) kandidiert, dass er innerhalb der sechs Jahre der Amtsperiode aufhöre. Das Amt mache ihm Spass, Oberer sprach sogar von einer guten Zusammenarbeit im Gemeinderat. Und: „Ich habe in den vergangenen beiden Jahren einiges vorangebracht“, so Oberer. Somit gäbe es überhaupt keine Diskussion über das Thema, was einige freuen und anderen missfallen könnte. Was die Wiederkandidatur betrifft, so Oberer im Hinblick auf einen Zeitungsartikel, wolle er jetzt auch gleich feststellen: „Wenn ich gesundheitlich in vier Jahren noch so beieinander bin wie heute, ist es für mich sonnenklar, dass ich zur Wahl wieder antreten werde.“ Sichtlich verärgert war Oberer auch über einen weiteren Artikel in der Tiroler Presse, in dem scheinbar aus den, an sich vertraulichen Beratungen geplaudert worden war. Es sei ungeheuerlich und unverantwortlich, so Oberer wörtlich, dass Zahlen aus dem Erstentwurf (für das Budget 2012) an die Öffentlichkeit gelangen. Darin geht es um das Defizit, das das Seniorenzentrum zum guten Hirten (das im vergangenen Jahr umgebaut worden war) verursacht habe. Diese Zahlen stimmten nicht, verwahrte sich Oberer energisch. So stünden im aktuellen Budgetentwurf Ausgabe für das Seniorenzentrum von 2,9 Millionen Euro Einnahmen von nur 2,3 Millionen gegenüber. Dies bedeute aber nicht, dass das Zentrum mit einer Million Euro Abgang dastünde. Denn die rund 366.000 Euro Schuldendienst seien bereits in der Differenz enthalten, dürften also nicht draufgeschlagen werden. Außerdem enthalte die Summe auch Investitionskosten von 100.000 Euro. Somit betrage der Betriebsabgang für das Haus nur 145.000 Euro, ein im Vergleich zu andere Häusern durchaus akzeptable Summe. Oberer machte der Zeitung, deren Artikel er vorgelesen hatte, schwere Vorwürfe. Sie habe dem Seniorenzentrum und den Mitarbeitern schwer geschadet. Allerdings scheint es, dass Oberer den Artikel falsch verstanden hatte, wie aus den Entgegnungen Dietmar Kolers und des anwesenden Redakteurs zu entnehmen war. Heißt es doch im Artikel, dass es bei den Beratungen lange Gesichter gegeben habe. So sei die Annuität von rund 360.000 Euro bekannt gewesen, nicht aber, dass weitere 600.000 Euro in Folge einer Unterbelegung für 2011 zu zahlen seien. Koler attackierte Oberer, meinte dieser vergleiche Äpfel mit Birnen und sprach von der „größten Enttäuschung überhaupt“. Das Wort Lüge wolle er nicht in den Mund nehmen, so Koler.

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