Männer wollen Seniorin betrügen - Beamte nehmen falsche Polizisten fest

Füssener Polizei landet Volltreffer

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Füssener Beamte legen falschen Polizisten Handschellen an. Diese wollten laut Polizei wohl eine 74-Jährige um 65.000 Euro betrügen.

Halblech - Nicht allzu oft gelingt es der Polizei nach eigenen Angaben falsche Polizisten festzunehmen, die Senioren um ihr Erspartes bringen wollen. Doch die Beamten in Füssen landeten gestern einen Volltreffer und nahmen gleich drei von ihnen fest. 

Eine 74-jährige Rentnerin erhielt bereits am vergangenen Mittwoch den ersten Anruf der mutmaßlichen Betrüger. Diese gaben sich als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts in Wiesbaden aus und informierten die Frau, dass in der Türkei gegen sie ein Haftbefehl erlassen sei. Diesen könne sie abwenden, indem sie 65.000 Euro bezahle.

Mit mehreren Anrufen versuchten die Männer anschließend das Anliegen des falschen Bundeskriminalamts zu untermauern. Da die Frau die Masche allerdings kannte, informierte sie sofort die Polizei Füssen. Davon ahnten die Männer jedoch nichts und setzten die Seniorin weiterhin stark unter Druck. Dabei gingen sie sogar so weit, dass sie drohten, den Haftbefehl  durch zwei Kriminalbeamte zu vollziehen.

Bis gestern Abend ermittelten die Beamten aus Füssen – und hatten am Ende Erfolg: Kurz nach 22 Uhr gelang ihnen die Festnahme von drei Tatverdächtigen im Alter von 36 und 38 Jahren. Während die Füssener Polizeibeamten dem 36-Jährige in der Nähe des Hauses die Handschellen anlegten, nahmen sie die beiden anderen 38-Jährigen in ihrem Fluchtfahrzeug fest, in dem diese in einiger Entfernung warteten. 

Die Beamten aus Füssen wurden dabei von Beamte der Operativen Ergänzungsdienste Kempten unterstützt.

Die weiteren Ermittlungen hat nun die Kriminalpolizei Kempten übernommen. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt sie wegen versuchter Erpressung im besonders schweren Fall gegen die Festgenommenen. Bei ihnen handelt es sich um einen griechischen und zwei deutsche Staatsangehörige. 

Die  Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, werden sich laut Polizei nun auch auf mögliche Hintermänner erstrecken. 

Tipps von der Polizei, sollten Sie auch solche Anrufe erhalten: 

◾Setzen Sie Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis. 

◾Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse. 

◾Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld. 

◾Die Täter schrecken auch nicht davor zurück, mittels technischer Manipulation eine falsche Rufnummer anzeigen zu lassen; nicht selten ist dies der örtlichen Polizei oder die 110. 

◾Rufen Sie Ihre örtliche Polizei sofort an und erkundigen sie sich. Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.

kk/Polizei

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