Jahreshauptversammlung des Männerchors Nesselwang: Möst und Marek geben Rücktritt bekannt

Männerchor blickt auf ein "großartiges Jahr"

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Die Vorstandschaft des Männerchors Nesselwang.

Nesselwang – Nach 28 Jahren ist Schluss: Arno Möst, Zweiter Vorsitzender des Männerchors Nesselwang, hat jetzt bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Löwen seinen Rücktritt aus allen Ämtern bekannt gegeben. Als seinen Nachfolger wählten die Versammelten Peter Eberhart. 

Daneben stand die Versammlung noch ganz unter dem Einfluss des 150-jährigen Jubiläums, das der Chor im vergangenen Jahr mit einem großen Festprogramm gefeiert hatte. Insgesamt 95 Termine standen im Kalender des Männerchors, unter anderem 12 Festausschuss-Sitzungen und 40 Chorproben. Zahlreiche Ausschusssitzungen waren nötig, um das Jahr zu organisieren, erklärte Möst. 

Mit einem Konzert der „Dissonanten“, einer musikalischen Revue von den zwanziger bis in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, begann Anfang April das Festjahr in der vollbesetzten Alpspitzhalle. Es folgte im Juni der Gospelchor Estenfeld mit einem Konzert in der Pfarrkirche, das ebenfalls sehr gut besucht war. „Viva Voce“, eine fünfköpfige A-Capella-Band aus dem fränkischen Ansbach, sorgte dann im Oktober für eine ausverkaufte Alpspitzhalle. Daneben absolvierten die Mitglieder des Männerchors auch viele Auftritte wie die Nesselwanger Sommerkonzerte oder ihr eigenes Jubiläumskonzert Anfang November.

„Es war ein großartiges Jahr und ich möchte allen Sängerkameraden für ihr Engagement im Jubiläumsjahr danken“, so Arno Möst, der auch die Sängerfrauen mit einem Dank für ihren Einsatz bedachte. Die Chorproben finden derzeit noch im provisorischen Probenraum im Untergeschoss der Schule statt. Erst im Mai können sie ihr Domizil im neuen Haus der Vereine, dem Nesselwanger Feuerwehrhaus, das derzeit umfassend saniert wird, beziehen. 

„Jeder Probenbesuch ist eine Bestätigung für die Qualität des Dirigenten“, so Arno Möst, der viele Jahre selbst als erster und zweiter Dirigent im Einsatz war. 

Chor sucht Tenöre 

Durchschnittlich kamen im vergangenen Jahr pro Probe 39 Sänger. Er appellierte an seine Sängerkameraden den Probenbesuch ernst zu nehmen. Derzeit besteht der Verein aus 39 aktiven Sängern mit einem Durchschnittsalter von 63,4 Jahren (2016: 41 Sänger / Durchschnittsalter 63). Einen Neuzugang konnte Arno Möst begrüßen, Christoph Angerer. Er verstärkt den Chor bei den Tenören. 

Der erste Dirigent Richard Gruber, der seit 2012 den Takt vorgibt, griff sein Motto vom vergangenen Jahr auf. Es stammt vom Franz Liszt: „Der Dirigent soll Steuermann sein, nicht Ruderknecht“. Das ihm das immer besser gelungen sei war sein Fazit für das vergangene Jahr. Er lobte die Harmonie im Chor.:„Ich bin sehr stolz auf euch“. Bei jedem der Termine war die Chorgemeinschaft singfähig und stimmlich hervorragend aufgestellt, so der Dirigent. Auch das Auswendig-Singen klappte sehr gut und die technischen Feinheiten wurden ebenfalls stark verbessert „Wir steigern uns“, so Gruber. Sorgen bereitet ihm aber die Besetzung im ersten Tenor. „Da sind wir nicht so stark besetzt“. 

2016 hielt der Chor vor dem Jubiläumswochenende ein Probenwochenende ab. „Die Arbeit war intensiv und hat uns viel gebracht. Die Konzentration war sehr gut“, so der Dirigent im Rückblick. Dennoch hat er im Sommer seinen Rücktritt aus zeitlichen und persönlichen Gründen bekannt gegeben. 

Steiner folgt auf Gruber 

Mit Toni Steiner hat er bereits einen Nachfolger aus den eigenen Reihen gefunden. Er dankte der gesamten Vorstandschaft für die konstruktive Zusammenarbeit und seinem Stellvertreter Arno Möst für dessen Engagement, „wenn ich mal nicht da war“. Dieser dankte ihm sowohl für die tollen Jahre als auch für die Harmonie und Eintracht in der Zusammenarbeit. „Leider konnten wir Dich nicht umstimmen“, bedauerte Möst den Rücktritt. 

Doch auch der Zweite Vorsitzende selbst gab seinen Rücktritt aus allen Ämtern bekannt. Mehr als 28 Jahre war er als erster und zweiter Dirigent, sowie in der Vorstandschaft im Amt. „Insgesamt bin ich seit fast einem halben Jahrhundert im Verein“. Er verlas einen Brief des derzeitigen Ersten Vorstands Klaus Marek, der aus gesundheitlichen Gründen bei der Versammlung nicht anwesend war. 

Auch dieser gab seinen Rücktritt für das kommende Jahr bekannt. Marek leitet seit 1993 die Geschicke des Chores und ist der am längsten amtierende Vorstand in der 150-jährigen Geschichte des Vereins. 

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurde ohne Gegenstimme allerdings für noch ein Jahr in seinem Amt bestätigt. Als sein Stellvertreter wurde Peter Eberhart gewählt, der dieses Amt bereits einmal für sechs Jahre inne hatte. Kassier Erich Hösle und Schriftführer Reinhard Buchner wurden ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Adolf Kerpf, Gerhard Korn, Christoph Angerer, Gustav Hampl, Richard Gruber und Karlheinz Kaiser wurden als Beiräte gewählt. Bernhard Klotz, Hans-Toni Hatt und Arno Möst schieden hingegen als Beiräte aus und stellten sich nicht mehr zur Wahl. Als Kassenprüfer wurden Bernhard Kiesling und Bernhard Klotz berufen. 

Einen Kassenbericht mit deutlich positiver Tendenz verlas Kassier Erich Hösle. „Es war eine lange Prüfung mit vielen Belegen und Buchungen“, so Toni Steiner, der zusammen mit Karlheinz Kaiser die Kasse geprüft hatte. „Ich kann sagen, das die Zahlen zu einhundert Prozent passen“. Er lobte die großartige Arbeit auch im Hinblick auf das Jubiläum, was viel Mehrarbeit für den Kassier bedeutete. Diesen entlasteten die Versammelten einstimmig.

„Der Männerchor bringt es fertig ein ganzes Jahr zu feiern“, begründete Bürgermeister Franz Erhart sein Kommen zur Versammlung. Zum neuen Proberaum sagte er: „Es wird eine schöne Geschichte werden, wo die Vereine sich auch wohlfühlen werden.“ Er dankte dem Männerchor im Namen der Gemeinde für das Engagement während des ganzen Jahres bei den kirchlichen und kulturellen Terminen. 

Herbert Hoellisch

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