Märchenschloss für die Hosentasche

Der Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk, Irene Epple-Waigel und Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer stellen die bayerische Gedenkmünze vor. Foto: Knoll

Nun passt „Bayerns Wahrzeichen in jede Hosentasche“, meinte Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer bei der Vorstellung der 2-Euro-Gedenk- münze „Bayern“ am Freitag im Sängersaal im Schloss Neuschwanstein. Zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk, und dem Präsidenten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Bernd Schreiber, erklärte er, warum gerade das Schloss als Symbol für das Bundesland auf die Münze geprägt wurde.

Seit 2004 dürfen die Euro-Länder aufgrund eines EU-Ratsentscheids einmal jährlich eine 2-Euro-Gedenkmünze herausgeben, erklärte Koschyk, die „als Umlaufgeld in der gesamten Eurozone im Verkehr ist“. Die Bundesregierung habe anschließend beschlossen die nationale Seite der Gedenk- münze, also die Bildseite, „dem föderalen Aufbau der Bundesrepublik“ zu widmen und in der Serie „Bundesländer“ prägen zu lassen. Da sich „die Ausgabe der Münzen nach der Reihenfolge der Präsidentschaft im Bundesrat, die derzeit der Freistaat Bayern durch Ministerpräsident Horst Seehofer wahrnimmt“ richte, hat das Bundesfinanzministerium am 3. Februar die Gedenkmünze „Bayern“ als siebte Münze der Serie in einer Auflage von rund 30 Millionen Stück herausgegeben. Obwohl es eigentlich üblich sei, dass das Symbol der Landeshauptstadt auf die Gedenkmünzen komme, habe sich der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber für das Schloss eingesetzt, gab Schreiber daraufhin an. Denn schließlich sei laut Pschierer „das Märchenschloss von König Ludwig II. als Motiv der Prägung ideal geeignet“. Mit bisher weit über 60 Millionen Besuchern zähle das Schloss zu den stärksten Marken Bayerns und verbinde laut Pschierer das alte Bayern mit dem Neuen. 1868 habe Ludwig II. an Richard Wagner geschrieben, dass er ein Schloss „im Stil alter deutscher Ritterburgen“ bauen wolle. Gleichzeitig ließ er das Schloss aber auch mit der modernsten Technik der damaligen Zeit ausstatten. So sei das Gebäude nach Angaben von Pschierer nicht nur in der Stahlbauweise errichtet worden, sondern besitze auch eine Telefonanlage und ein Klingelsystem. Dafür habe er bayerische Baufirmen, Kunsthandwerker sowie Künstler engagiert. Bayern stehe auch heute, so Koschyk, für „landschaftliche Schönheit und Vielfalt, für reichhaltigen Speis und Trank, Brauchtum und Traditionsbewusstsein“. Außerdem sei die bayerische Wirtschaft beeindruckend: „Weltkonzerne, Mittelständler und eine durch bäuerliche Familienbetriebe geprägte Landwirtschaft“. Das Bildnis auf der Münze, erklärte Koschyk abschließend, habe der Münchner Künstler Erich Ott entworfen, der die Jury mit der Ansicht des Schlosses, „wie sie sich dem Besucher beim Aufstieg bietet“ begeisterte.

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