Kein Ferienhaus im Neubaugebiet

Füssener Bauausschuss lehnt Antrag für Ferienwohnungen im Wohngebiet ab

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Dort, wo früher das Kurhaus der Stadt Füssen stand, befinden sich jetzt Wohnhäuser. Das Baugebiet hatte die Stadt ausgewiesen, um dem Wohnbedarf vor allem von Familien nachzukommen, heißt es in der Begründung des Bebauungsplans

Füssen – Womit Barcelona, Paris und Berlin ringen, hat auch Füssen im Kleinen zu kämpfen: Wohnungen, die an Touristen vermietet werden, fallen für die lokale Bevölkerung weg und sorgen somit indirekt für höhere Mieten.

Um Wohnraum hauptsächlich für Füssener Familien zu schaffen, hat die Stadt vor einigen Jahren das ehemalige Kurhausareal als Wohngebiet ausgewiesen. Doch genau dort wollen jetzt Eigentümer ihr Einfamilienhaus als Ferienhaus nutzen, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer am Dienstag im Bauausschuss erklärte. 

Mit den Antragstellern hatte die Füssener Stadtverwaltung schon häufiger zu tun, so Angeringer. Zuerst ging es um den anthrazit-farbenen Außenanstrich, dann um die Garage, die der Antragsteller deutlich größer als erlaubt gebaut hatte. Das Landratsamt Ostallgäu hatte deshalb einen Rückbau auf das zulässige Maß gefordert. Ein Klageverfahren laufe derzeit, so der Bauamtsleiter.

Höhere Belastung

Und jetzt wollen die Eigentümer eben ihr Haus umnutzen. Doch das lehne das Landratsamt Ostallgäu ab, erklärte Angeringer. Denn der Bebauungsplan setze die Fläche als allgemeines Wohngebiet fest. In der Begründung gehe hervor, dass es der Nachfrage nach dauerhaft genutzten Wohnungen vor allem von Familien nachkommen soll. Außerdem entstehe durch die Umnutzung eine höhere Frequentierung, die zu einer größeren Belastung der Nachbarn führe. „Die Stadt Füssen muss nachbarschaftliche Belange schützen“, so der Bauamtsleiter. Zumal sich die Nachbarn gegen eine solche Nutzung ausgesprochen hätten. 

Das Landratsamt Ostallgäu empfahl sogar noch einen Schritt weiter zu gehen: Ferienwohnungen sollten in diesem Bebauungsplan nicht zugelassen werden. Für die Dauer der Änderung empfahl die Baugenehmigungsbehörde eine Veränderungssperre zu erlassen. 

Räte sagen „nein“

Doch dem erteilte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) eine Absage. Die Stadtverwaltung müsse derzeit so viele Bebauungspläne bearbeiten, dass sie zeitlich nicht in der Lage sei das auch noch zu stemmen. Man könnte höchstens aus gegebenem Anlass und falls es zeitlich möglich sei darüber nachdenken. 

Auch Dr. Anni Derday (FWF) sah das nicht als zwingend notwendigen Schritt an. „Dieses Baugebiet ist für Füssener Familien entwickelt worden“, so Derday. Falls das Gremium hier ein Ferienhaus genehmige, dann schaffe es einen Präzedenzfall. Deshalb sprach sie sich gegen den Antrag aus.

Gleicher Meinung war Michael Jakob (CSU). Es sei der „absolute Vollhammer“ wie viele Wohnungen durch Buchungsplattformen wie „Airbnb“ oder Konzepten wie Bed&Breakfast dem lokalen Wohnungsmarkt komplett entzogen würden. Es sei zwar verständlich, dass sich Wohnungseigentümer so ein Zubrot verdienen wollen, doch das ganze sei ein „zweischneidiges Schwert“. 

Da diese Nutzung im Bebauungsplan nicht vorgesehen sei, lehnte er den Antrag ebenfalls ab. Drastischer bewertete Magnus Peresson (UBL) die Situation: „Wir sind von einer großstädtischen Familie hereingelegt worden.“ Eine Ferienhausnutzung in diesem Gebiet sei für die Nachbarn eine Belastung, ist auch er überzeugt. So lehnte der Ausschuss einstimmig die Nutzungsänderung ab.

kk

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