660 Athleten gehen beim zweiten "AllgäuMan" auf die Strecke

Schlamm, Kälte und große Unterstützung

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Nur die Harten kommen in den Garten: Beim 2. „AllgäuMan“  dürfen die Teilnehmer nicht zimperlich sein.

Füssen – Insgesamt 660 Athletinnen und Athleten sind am Samstag beim Hindernislauf „AllgäuMan“ am Füssener Bootshafen auf die Strecke gegangen. Mit einer Bestzeit von 1.34.38 Stunden kam am Ende Marian Bonev als Erster ins Ziel.

Zweiter wurde Christian Birkner aus Füssen. Er war Mitglied der Mannschaft der beiden zufriedenen Veranstalter Timo Zimmermann und Max Elsner.

Als strahlende Siegerin stand Ludmilla Hertle bei den Frauen ganz oben auf dem Stockerl. Sie bewältigte die zirka 16 Kilometer ebenfalls unter zwei Stunden, in einer Zeit von 1.59.45.

 „Das ist der Hammer!“, sagte Füssens Bürgermeister Paul Iacob, als er die gewaltige Zuschauerschar begrüßte. Zahlreiche Familien nutzten das sonnige Wetter am Samstagnachmittag zum Ausflug an den Forggensee, wo das Spektakel ab 14 Uhr los ging. Drei Stunden später wurde der Dreck auf der Kleidung und im Gesicht von Männern und Frauen zum unübersehbaren Beleg für die Teilnahme am „AllgäuMan“.

Der erste lange Streckenabschnitt absolvierten die Sportler im Forggensee. Wie 2015 warteten hier kampferprobte Krampusse auf die Läufer. Die auf vier Gesellen angewachsene Krampusschar machte den Sportlern am Wassergraben das Leben schwer.

Schlamm und kaltes Wasser

 Im See wartete kein kaltes Wasser, sondern reichlich Schlamm auf die Teams und einen Einzelkämpfer, Uwe Kauntz. In dieser Saison verfolgt der Hobbyathlet aus der Nähe von München, der als IT-Fachmann tätig ist, das Ziel, sich 1000 Hindernissen zu stellen (der Kreisbote berichtete). Kauntz war am Ende mit einem Mittelfeldplatz zufrieden.

Die Streckenführung, wie Co-Veranstalter Zimmermann auf Nachfrage des Kreisbote erklärte, „ist gegenüber unserer Premiere im Jahr 2015 etwas verändert worden“. So fand das Spektakel Einzug in die Fußgängerzone, wo die Zuschauer die vielen Gruppen mit Applaus begrüßten. Einem Problem mussten sich die Läufer am Schrannenplatz stellen. Denn die fünf Meter hohe „Quarterpipe” – ein schanzenartiges Hindernis – vermittelte den Eindruck, unüberwindbar zu sein.

Wo gegen Mittag Mädchen und Buben, die in Füssener Sportvereinen aktiv sind, spielerisch außer Konkurrenz erfolgreich waren, musste später Zimmermann mit seinem Helferteam oft unterstützend eingreifen. Denn viele Läuferinnen und Läufer waren am Ende ihrer Kräfte und wollten schon entnervt aufgeben. Doch hier kamen Seile zum Einsatz. „Dafür wollen wir dem Veranstalter danken“, erklärten nach ihrem umjubelten Zieleinlauf die erschöpften, aber glücklichen Frauen, die sich als Gruppe „Säulinghexen“ durch Dreck und vier Grad kaltes Lechwasser gequält hatten.

Große Unterstützung

 Was für die vielen Profis aus nah und fern nicht mehr als eine Übungseinheit vor schöner Kulisse war, hatte andere Läufer – der älteste war 63 – an ihre körperliche Belastungsgrenze gebracht. Ihnen stand allerdings das Team zur Seite. Doch es waren auch fremde Hände, die Unterstützung gaben und so für neue Motivation sorgten. Das bestätigte auch Katrin Hansmann aus Roßhaupten. Sie lief im Team „Säulinghexen“ erfolgreich ihren ersten „AllgäuMan“. Dabei musste sie einen inneren Kampf durchstehen. „Doch ich habe mir gesagt: jetzt bist du auf dieser Strecke mit 31 Hindernissen schon so weit gekommen, da gibt man doch nicht einfach auf. Wie ich gesehen habe, war ich nicht die Einzige, die am Schrannenplatz bei dem fünf Meter hohen Hindernis auf Unterstützung angewiesen war. Unserem Helfer möchte ich herzlich danken. Er hat Großes geleistet.“

Der Lohn für die Mühe fiel eher bescheiden aus: eine Medaille, Bananen, Iso-Weizen und Beifall aus der Zuschauerschar. Doch jede Startnummer war gleichzeitig ein Los für Gewinne der Tombola. Wer die von Feuerwehrkommandant Thomas Roth und seiner Mannschaft bereitgestellte Wasserspritzanlage als zu kalt einschätzte, stieg nach dem Wettkampf in den „Dusch-Bus“ der dorthin fuhr, wo es warmes Wasser gab.

 Mehr Informationen dazu finden Interessierte im Internet unter www.allgaeuman.net.

Chris Friedrich

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