Bürger sollen mitmachen

Reutte setzt auf Bürgerbeteiligung

+
Die treibenden Kräfte hinter dem Audit „Familienfreundliche Marktgemeinde Reutte: Die Gemeinderäte Daniela Rief (ÖVP-Liste) und Günter Salchner von der „Liste Luis“.

Reutte – Die Familie steht in der Marktgemeinde Reutte an oberster Stelle. So gab es im vergangenen Jahr ein großes Investitionsprogramm für Spielplätze.

Gleichzeitig fällte der Gemeinderat eine weitreichende Entscheidung: Reutte beteiligt sich am Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ mit dem UNICEF-Zusatzzertifikat „Kinderfreundliche Gemeinde“. Der Auditprozess startet heuer.

 Dabei handelt sich dabei um einen kommunalpolitischen Prozess für österreichische Gemeinden, Marktgemeinden und Städte. Ziel des Audits ist es, die Familienfreundlichkeit einer Gemeinde zu analysieren und den Bedarf an Verbesserungsmaßnahmen zu ermitteln. 

Unter Einbindung aller Generationen und Fraktionen werden maßgeschneiderte Maßnahmen für die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen, Familien, Singles und älteren Menschen sowie auch generationenübergreifende Projekte erarbeitet. In Österreich beteiligen sich nach Angaben der Reuttener Gemeindeverwaltung bereits über 500 Gemeinden an dieser Initiative, in Tirol über 50. Bereits zertifizierte Gemeinden im Bezirk Reutte sind Bach, Tannheim und Vils. 

Prozess startet

In diesem Jahr startet nun der eigentliche Auditprozess in der Marktgemeinde Reutte. Dafür richtete die Gemeinde zunächst eine Projektgruppe ein. Dieser gehören neben Bürgermeister Alois Oberer und dem Vize-Bürgermeister Klaus Schimana noch weitere Gemeinderäte, Mitarbeiter und externe Experten an. 

Günter Salchner von der „Liste Luis“ und Daniela Rief von der ÖVP-Liste sind die Auditbeauftragten und für die Koordination des gesamten Prozesses zuständig. Am Donnerstag, 27. Februar, um 19 Uhr folgt nun die Auftaktveranstaltung für die Bevölkerung. Diese findet in der Sporthalle Reutte statt. 

Dabei gibt es eine Einführung in den Auditprozess und anschließend die Möglichkeit für alle Bürger Anregungen und Ideen zum Thema Familienfreundlichkeit – falls gewünscht auch anonym – einzubringen. Die ersten Ergebnisse werden in thematischen Workshops im März und April geprüft, allenfalls ergänzt und strukturiert. 

Dafür werden insgesamt vier Arbeitsgruppen eingerichtet. Eine Arbeitsgruppe deckt den Bereich von der Schwangerschaft bis zu Kindergartenkindern ab. Eine weitere nimmt sich dem Thema Schule/Berufsausbildung und Jugend an. 

Vier Arbeitsgruppen

Die dritte Arbeitsgruppe widmet sich der nachelterlichen Phase und beleuchtet Themen wie Wohnen, Mobilität, generationenübergreifendes Leben und Integration. Die vierte Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema Senioren und Pflege. 

Auch bei den Workshops dieser Arbeitsgruppen können die Bürger mitmachen. Interessierte Personen können sich schon jetzt bei Sandra Steinböck unter der E-Mail-Adresse familienfreundlich@reutte.at oder telefonisch unter 05672/7230011 melden. 

Am Ende des Auditprozesses steht eine Liste von Maßnahmen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit. Dabei sei es wichtig, dass sie in den Einflussbereich der Gemeinde fallen, fachlich fundiert und finanzierbar sind. 

In seiner Sitzung am 14. Mai soll der Gemeinderat diese Maßnahmen schließlich beschließen. Wenn die Gemeinde den Auditprozess erfolgreich durchlaufen hat, bekommt sie von der Republik Österreich das entsprechende Zertifikat verliehen. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt innerhalb von drei Jahren. Danach steht dann die Re-Zertifizierung an.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Coronavirus im Ostallgäu: Zahl der Infizierten steigt – drei weitere Todesfälle 
Coronavirus im Ostallgäu: Zahl der Infizierten steigt – drei weitere Todesfälle 
Ausgehbeschränkung: Nach zahlreichen Verstößen wird Füssener Polizei ihre Kontrollen verstärken
Ausgehbeschränkung: Nach zahlreichen Verstößen wird Füssener Polizei ihre Kontrollen verstärken
Die noch geöffneten Geschäfte in Füssen bemühen sich um bestmöglichen Schutz
Die noch geöffneten Geschäfte in Füssen bemühen sich um bestmöglichen Schutz
Hoteliers in Füssen und Umgebung leiden massiv unter der Corona-Krise
Hoteliers in Füssen und Umgebung leiden massiv unter der Corona-Krise

Kommentare