Erweiterungspläne sind vom Tisch

Marktgemeinderat Nesselwang stellt Bauleitplanverfahren für die Pläne des Hotels Explorer am Sonnenbichl ein

Der Gasthof Sonnenbichl mit dem Hotel Explorer im Hintergrund
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Der Gasthof Sonnenbichl mit dem Hotel Explorer im Hintergrund. Die Bauleitplanung für die Erweiterung des Hotels stellte der Nesselwanger Marktgemeinderat jetzt ein.
  • VonHerbert Hoellisch
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Nesselwang – Gut besucht war die jüngste Sitzung des Nesselwanger Marktgemeinderats. Mehr als 30 interessierte Bürger hatten sich in der Alpspitzhalle eingefunden, wo die Nesselwanger Gemeinderäte die Bauleitplanung „Hotel Explorer/Erweiterung Gasthof Sonnenbichl“ einstellten.

Froh über die Entscheidung des Investors, das Projekt nicht weiter gegen den Widerstand von mehr als 700 Nesselwanger fortzusetzen, zeigten sich die Markträte, als sie die Bauleitplanung „Hotel Explorer/Erweiterung Gasthof Sonnenbichl“ bei einer Gegenstimme einstellten.

Der Investor hatte seinen Antrag zurückgezogen, um einem Bürgerentscheid zuvorzukommen. Wie mehrfach berichtet, wollte die Explorer-Gruppe nördlich des derzeit leerstehenden Gasthofs Sonnenbichl zwei Gebäude errichten. Große Sorgen machte sich der Marktgemeinderat darüber, dass der Ort in zwei Lager gespalten werde. Dies war vor fast 20 Jahren bei der Südumfahrung der Fall. Bei so manchem Ratsmitglied rief die damalige Situation unschöne Erinnerung wach.

Die Interessengemeinschaft „Freunde der Maria-Trost-Allee“ hatte die mehr als 700 Unterschriften gegen die angedachte Erweiterung mit insgesamt 15 Ferienwohnungen in einem Bürgerbegehren gesammelt.

„Das Bauleitverfahren hätte dem Markt ein Mitspracherecht bei den Planungen ermöglicht“, sagte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU). Der Gasthof Sonnenbichl liegt im Außenbereich. Hier habe das Landratsamt Ostallgäu das letzte Wort und der Markt nur ein eingeschränktes Mitspracherecht. Im Bauleitverfahren wäre eine zweifache Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange möglich gewesen. „Das Bauleitverfahren ist keine Zustimmung, sondern die Einleitung eines Prozesses“, so Joas. „Der Startschuss dazu konnte nie fallen“.

„Mehr als 700 Bürger haben sich aktiv beteiligt“, sagte Christian Lotter (Freie Wähler). „Die Nesselwanger können stolz darauf sein“, meinte Lotter zu dem Engagement.

Chance vertan?

Großes Unverständnis äußerte dagegen der Dritte Bürgermeister Gerhard Straubinger von der Nesselwanger CSU über die Situation. „Wir haben eine große Chance vertan, in dem Bereich mitzuwirken. Nesselwang ist im Gesamten einzigartig, nicht nur beschränkt auf eine Flurnummer“.

Anders bewertete Bernhard Schmölz (FW) die Situation: „Es sind 24 Prozent der Wahlberechtigten, die sich gegen das Projekt ausgesprochen haben. Der Marktgemeinderat ist Bürgervertreter. Viele wünschen sich keine weitere Bebauung in dem Bereich, wir müssen das akzeptieren“. Er bedauerte allerdings, dass sich anscheinend beide Seiten nicht aufeinander zubewegen wollten. „Beide Seiten haben aus ihrer Sicht im Interesse Nesselwangs gehandelt“. Er wünschte sich, dass die Parteien sich in der Gastronomie am Fuße der Alpspitze wieder zusammensetzen können.

Nicht noch mehr Fronten aufzubauen, darum bat auch Martin Erd (Mitanand für Nesselwang – MfN). Er appellierte außerdem, nicht auf die persönliche Ebene herunterzugehen. Man könne froh sein, dass es engagierte Nesselwanger gebe, die zu solch einem demokratischen Mittel greifen und sich für ihren Ort einsetzen. „Pro und Kontra wird es immer geben“.

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