Ein kreatives Jahr in Füssen

Mathias Tietke spricht über die Künstlerin Else Hertzer bei Finissage im Stadtmuseum

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Wiederentdecker: Der Journalist, Autor und Sammler Mathias Tietke bringt den Besuchern im Colloquium Leben und Werk der Künstlerin Else Hertzer näher.

Füssen – „Wiederentdeckt: Else Hertzer (1884-1978)“, so lautete der Titel der jüngsten Sonderausstellung im Museum der Stadt Füssen, die jetzt mit einer Finissage im Colloquium des ehemaligen Klosters St. Mang zu Ende ging. Die in Wittenberg geborene Künstlerin wiederentdeckt hatte Mathias Tietke.

Else Hertzer auf einem Foto aus dem Jahr 1910.

Vor sechs Jahren fand der Sammler bei der Recherche seines Buchs „Wittenberg – 99 besondere Seiten der Stadt“ jede Menge über die Künstlerin heraus.

Die Finissage eröffnete der Leiter des Museums, Dr. Anton Englert, mit einer kurzen Begrüßung der Zuhörer. Der Autor, Journalist und Sammler Mathias Tietke berichtete den rund 30 Besuchern daraufhin nicht ausschließlich über „Aquarelle und Zeichnungen aus Füssen, Wittenberg und Berlin“, wie der Untertitel der Ausstellung hieß.

„70 Jahre des Schaffens“

Vom 10. Juni bis zum 6. September wurden in mehreren Räumen des Museums Werke der Künstlerin präsentiert. Nun informierte der begeisterte Sammler das Auditorium über „70 Jahre des Schaffens“ und „wie sich Hertzer entwickelt hat.“ Und während Tietke unter anderem betonte, dass die am 24. November 1884 geborene Künstlerin „schon in jungen Jahren künstlerisch interessiert und talentiert“ gewesen sei, legte er in seinen gut einstündigen Ausführungen auch fundiert und mit vielen Bildern dar, wie kreativ und aktiv Hertzer „sogar mit Anfang 90“ noch war.

In diesem Alter erlebte sie die letzte Schaffensphase ihres langen Lebens. Eine ihrer früheren künstlerischen Schaffensphasen führte die Malerin auf einer ihrer vielen Reisen in die Bergwelt der Alpen, wobei sie zahlreiche Aquarelle schuf. Insgesamt rund 300 Illustrationen zählen zu der Sammlung an Werken, die ihr gesamtes, breitgefächertes Lebenswerk umfasst.

Fünf  Bilder gekauft

Auf einer Reise in die Alpen kam Hertzer 1922 auch nach Füssen. Der Lechstadt widmete die Künstlerin mit 18 Aquarellen verschiedener Motive innerorts und in der Umgebung sozusagen ihre Referenz.

Neun dieser Werke waren schließlich auch in der Ausstellung im Füssener Museum zu sehen, fünf davon kaufte das Stadtmuseum dem Sammler ab. Die Bilder „Baumgruppe vor rosa Gipfel“, „Blick auf Füssen“, „Säuling“ und „Franziskanerkirche in Füssen“ sowie das Gemälde „Gewitterstimmung über Füssen“ gehören daher nicht länger zu Mathias Tietkes Sammlung. 

Alexander Berndt

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