Spannender Vortrag über längst vergangene Zeiten

Kompetent und informativ

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Kompetent in Sachen Barock in Füssen: So präsentiert sich Matthias Thalmair bei seinem Vortrag im Colloquium.

Füssen – Nicht nur über das Kloster St. Mang hat jetzt der Vorsitzende des historischen Vereins „Säuling“, Matthias Thalmair, im Colloquium gesprochen, wie der Titel seines Vortrags zunächst vermuten ließ.

Lautete dieser doch „Vom barocken Neubau zum Ende des Klosters St. Mang“. Stattdessen informierte der eloquente Referent die Besucher in einer Art Gesamtschau kenntnisreich über „Anfang, Blüte und Ende der Barockzeit in Füssen“. Von der Familienmusik Huber-Jaumann alias Margarete und Johanna Huber sowie Elisabeth Jaumann alias Familienmusik Huber-Jaumann melodiös begleitet, unterstrich Thalmair sowohl seine große Leidenschaft für „diese prächtigen Barockbauten“ in der Lechstadt als auch sein umfängliches kunsthistorisches Wissen. Seine Ausführungen hatte er in vier Abschnitte unterteilt. 

Diese beinhalteten einmal „die Anfänge der barocken Baukunst“ in München, Kempten, Schwangau und Füssen. Zum zweiten drehten sie sich um das Kloster St. Mang als „Höhepunkt der barocken Baukunst in Füssen“, drittens „weitere Barock- und Rokokobauten in Füssen“ sowie das „Ende der Barockzeit und die Säkularisation 1802/03“. 

Gleichsam als leuchtende Beispiele für den Beginn der Barockzeit in Füssen und Umgebung führte Thalmair die Münchner Theatinerkirche und die Kirche St. Lorenz in Kempten genauso an wie die Kirche St. Coloman in Schwangau und die „Unserer lieben Frau am Berg“-Kirche in Füssen.

 „Mit dem richtigen Barock“, wie Thalmair sich ausdrückte, sei es allerdings erst mit Johann Jakob Herkomer losgegangen, nachdem St. Coloman sowie die Frau am Berg-Kirche in Füssen federführend von Johann Schmuzer aus der Wessobrunner-Schule gebaut worden seien. Der Baumeister aus Sameister habe demnach auch mit den Bauarbeiten von St. Mang begonnen, dessen Einweihung 1717 Herkomer im Gegensatz zum weiteren Ausbau und zur endgültigen Fertigstellung noch miterlebt hatte. 

Den Ausbau der Kirche und des Klosters habe Abt Dominikus Dierling um 1725 aus Geldmangel „vorläufig abschließen“ lassen. Unter den nachfolgenden Äbten sei die „hochkarätige Ausstattung in St. Mang“ aber weiter ergänzt worden. Bevor er schließlich noch auf das Ende der Barockzeit und die Säkularisation in den Jahren 1802/03 einging, zählte Thalmair die Kirche St. Walburga in Weißensee, die Krippkirche in Füssen, die Friedshofskapelle und den Anbau der Sebastianskirche, die Feldkirche St. Ulrich und Afra, die Spitalkirche sowie den Neubau der Franziskanerkirche als weitere Barock- und Rokokobauten in Füssen auf.

Gegen Ende seines Vortrags erklärte er dann, dass mit Aemilian Hafner 1803 der letzte Abt das Kloster St. Mang habe verlassen müssen. Und er betonte zudem, dass mit der Übernahme St. Mangs durch die Fürsten zu Oettingen und Wallerstein gleichzeitig ein „Niedergang von Wirtschaft, Handel und Verkehr“ in Füssen eingesetzt habe. Heute könne sich die Lechstadt aber darüber glücklich schätzen, dass sie „immer noch diese Barockbauten“ hat.

lex

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