Tiroler Polizei stellt zunehmend betrunkene Autofahrer fest

Unheilvoller Trend

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Mit mehr Alkoholkontrollen will die Polizei dem aktuellen Trend entgegenwirken.

Reutte – Immer mehr Autofahrer setzen sich offenbar auch betrunken ans Steuer.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt die Halbjahresbilanz der Tiroler Polizei. Sie verzeichnete mehr Alkoholdelikte im ersten Halbjahr 2017 und schwere Unfälle mit alkoholisierten Beteiligten.

Allerdings kontrollierten die Beamten 2017 auch mehr Autofahrer als im Vergleichszeitraum 2016. Überprüften sie 2016 87.000 Autofahrer, so waren es 2017 93.000 Fahrer. Von diesen wiesen 1611 einen zu hohen Alkoholwert auf. 2016 waren es 1531. Davon hatten in diesem Jahr 1057 Lenker mehr als 0,8 Promille intus. 2016 belief sich ihr Wert auf 1011 Fahrer. 554 Lenker wiesen 2017 zudem einen Wert von 0,5 bis 0,8 Promille auf. Im Vorjahreszeitraum waren das 520 Fahrer. 

Die Tirol Polizei schenkt nach eigenen Angaben dem Thema „Alkohol am Steuer“ seit geraumer Zeit besonderes Augenmerk – sowohl bei Routinekontrollen als auch bei landesweiten Schwerpunktkontrollen, auf Gemeindestraßen, Landstraßen und Autobahnen. Denn Alkohol gilt neben Unachtsamkeit und Ablenkung, nicht angepasster Fahrgeschwindigkeit, Missachtung der Vorfahrt sowie von Geboten und Verboten als eine der wesentlichen Unfallursache bei schweren und tödlichen Verkehrsunfällen.

Allein in einem Monat verzeichnete die Tiroler Polizei jetzt 17 Alkoholunfälle mit Verletzten. So erfasste laut Polizei in Schwaz eine betrunkene Autofahrerin einen Fußgänger. Die Fahrerin war mittelstark alkoholisiert. Der Fußgänger erlag zehn Tage später seinen schweren Verletzungen. 

Schwere Verkehrsunfälle

Im Bezirk Lienz verursachte nach Angaben der Polizei ein junger Autofahrer, der stark alkoholisiert war, einen schweren Verkehrsunfall mit drei Personen, die zum Teil unbestimmten Grades verletzt wurden. Das Ziel dieser Kontrollen ist es, Fahrten im alkoholisierten Zustand und entsprechende Unfälle zu verhindern sowie verantwortungsbewusste Verkehrsteilnehmer vor betrunkenen Autofahrern zu schützen, erklärt die Polizei. „Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und deren Angehörige verbunden, deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen für die Polizei“, sagte Obst Markus Widmann, Kommandant der Landesverkehrsabteilung. 

Mit wachsendem Alkoholspiegel vermindere sich auch gleichzeitig die Fahrtüchtigkeit. „Leider nehmen nach wie vor Menschen ihr Auto in Betrieb, obwohl ihre Fahrtüchtigkeit schon weit herabgesetzt ist. Schwere Unfälle sind die Folge”, so Widmann. Bei 1,0 Promille steigert sich laut Polizei das Unfallrisiko auf das siebenfache, bei 1,2 Promille auf das 12-fache und bei 1,8 Promille auf das 30-fache. „Außerdem vergessen viele LenkerInnen, dass nach übermäßigem Alkoholgenuss am Abend bzw. in der Nacht, dieser nicht nach wenigen Stunden bereits abgebaut ist”, sagte Widmann. Der Körper baut in einer Stunde lediglich ca. 0,1 Promille ab. „Viele sind verwundert, wenn sie am Morgen oder Vormittag danach mit entsprechenden Promillewerten kontrolliert werden”, informiert der Kommandant der Landesverkehrsabteilung.

Intensive Kontrollen

Die Tiroler Polizei weist darauf hin, dass sie auch in den kommenden Wochen, in denen wieder zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, weiterhin intensive kontrollieren wird. Wer sich die Feierlaune im Sommer bei diversen Dorf- oder Zeltfesten nicht verderben lassen möchte, sollte also nach ein paar Bier und dergleichen sein Auto stehen lassen und stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. Taxis nach Hause fahren. Denn die Folgen nach einer Alkoholfahrt können schwerwiegend sein.

Neben des Verlusts des Führerscheins, hohen Geldstrafen und strafrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Freiheitsstrafe drohen Schadensersatzforderungen, Schmerzensgeld, Regressforderungen von Versicherungen und nicht zuletzt auch Tod und Leid für Familienangehörige.

kb

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