Stadträte stimmen Neubau im Gewerbegebiet unter zwei Voraussetzungen zu

Lidl darf in Füssen neu bauen

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Wenn der Lidl-Markt in der Abt-Hafner-Straße umbauen will, muss er einen weiteren Parkplatz auf seinem Gelände nachweisen und zusätzlich weitere Bäume anpflanzen. Darauf hat sich jetzt der Bauausschuss geeinigt.

Füssen – Der seit längerem geplante und diskutierte Neubau des Lidl-Marktes in der Abt-Hafner-Straße im Füssener Norden hat am Dienstagabend eine weitere Hürde genommen.

Der Bauausschuss des Stadtrates hat dem entsprechenden Bauantrag sein kommunales Einvernehmen in Aussicht gestellt, sollte der Bauherr zwei Voraussetzungen erfüllen. So gab der Ausschuss den Planern zum einen mit auf den Weg, irgendwo auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Areal noch einen weiteren Parkplatz zu finden, um die erforderlichen 80 nachweisen zu können. 

Zum anderen möchten die Stadträte mehr Grün auf dem Gelände. Deshalb sollen zusätzliche und qualitativ hochwertigere Bäume gepflanzt werden als derzeit geplant. Auch hier sollen die Planer noch einmal nacharbeiten, um zumindest auf die Hälfte der insgesamt erforderlichen 40 Bäume zu kommen. 

Ansonsten hatten die Ausschussmitglieder wenig an den Plänen des Discounters auszusetzen, in die bereits verschiedene Vorgaben des Ausschusses aus früheren Sitzungen eingeflossen sind. „Die Vorgaben werden eingehalten“, sagte Bauamtsleiter Armin Angeringer. 

Lidl plant demnach, wie bereits mehrfach berichtet, einen Neubau der bestehenden Filiale in der Abt-Hafner-Straße. Während die Verkaufsfläche bei 800 Quadratmetern bleibt, sollen Nebenflächen, Leergutrücknahme sowie die Aufenthalts- und Umkleideräume für die Mitarbeiter größer werden. Außerdem sollen die Gänge verbreitert werden. 

Ein Parkplatz fehlt Probleme gibt es allerdings beim Parkplatz-Nachweis. Laut Satzung müssten 80 (ein Parkplatz pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche) nachgewiesen werden, bisher sind es aber nur 79. Gleiches gilt für die laut Satzung erforderlichen Baumpflanzungen. Bei rund 5000 Quadratmetern Fläche müssten 40 Bäume (acht pro 1000 Quadratmeter) neu gepflanzt werden. Nach derzeitigem Stand der Planung sind aber nur 17 vorgesehen. „Das Verhältnis ist schwierig“, so Angeringer.

Daher sollten die Planer die Unterlagen zunächst noch einmal überarbeiten, um zumindest auf etwa 50 Prozent zu kommen. Ansonsten müsste eine Befreiung vom Bebauungsplan beantragt werden. Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU), der den im Urlaub weilenden Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vertrat, gab sich zuversichtlich, das Parkplatzproblem zu lösen. „Den einen Stellplatz finden wir auch noch auf diesem Gelände“, sagte er. 

In der anschließenden kurzen Diskussion gab CSU-Fraktionsvorsitzender Heinz Hipp vor dem Hintergrund, die Anzahl der Bäume je nach Grundstücksgröße zu multiplizieren, zu bedenken, dass ältere Satzungen überdacht werden sollten. „Da fehlt ein bisschen die Praxisnähe“, sagte er. 

Manches sei in der Vergangenheit nicht richtig durchdacht gewesen. Kritik von Böhm Dem widersprach allerdings sein Fraktionskollege Dr. Christoph Böhm. „Ich sehe das differenzierter“, sagte er. Denn Sinn und Zweck der Baumpflanzungen sei auch, dass das Wasser bei starken Regenfällen von den Bäumen aufgesaugt werde, damit die Kanalisation nicht überlastet werde. „Hier geht es auch um den Wasserhaushalt und Flächenversiegelung“, erklärte Böhm.

„Unsere Industrieflächen sind mittlerweile vier Mal so groß wie unsere Altstadt.“ Bauamtsleiter Angeringer entgegnete in diesem Zusammenhang: „Es gibt einen großflächigen Versickerungsbereich. Das Wasser fließt nicht in die Kanalisation!“ 

Aber auch UBL-Stadtrat Magnus Peresson sprach sich für mehr Bäume, vor allem entlang der B310 als Sichtschutz, aus. „Umso mehr Bäume gepflanzt werden, umso menschlicher wird es“, argumentierte er. „Dass die Stadt schöner wird, muss das hehre Ziel dieses Ausschusses sein“, so seine Mahnung.

mm

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