Metropolregion zum Anfassen

Österreichs jüngster Professor, Clemens Sedmak, referierte über Glück, Zeit, Stress und Kultur. Foto: gau

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Europäische Metropolregion München (EMM), ein Zusammenschluss der Landeshauptstadt mit den Landkreisen aus Schwaben und Altbayern, in einem der beteiligten Landkreise, getagt. Beim Treffen der Vertreter im Festspielhaus Füssen ging es um eine der aktuell sechs Fachgruppen: Kultur und Sport. Höhepunkt war der Vortrag des Salzburger Philosophieprofessors Clemens Sedmak zum Thema „Wer braucht schon Kultur?!?“.

Im Spannungsfeld zwischen ländlichem Raum und der „Metropole“ München stand die aktuelle Metropolkonferenz in Füssen, allerdings nicht ganz wie geplant. Statt des Vorsitzenden, dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, musste die zweite Vorsitzende, Johanna Rumschöttel, die Konferenz eröffnen. Ude war, wie die Teilnehmer erfuhren, am Vorabend ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er seit Wochen auf die Metropolkonferenz hingearbeitet hatte. Diese Konferenz hier im Ostallgäu sei das besondere Anliegen Udes gewesen, so die Landrätin aus dem Landkreis München. Stellt doch die Metropolregion ein quasi Gegengutachten zu dem Entwurf des Zukunftsrates dar, das gerade veröffentlicht wurde und das den ländlichen Raum nur als Naherholungs- und Versorgungsgebiet der Ballungsräume sieht. Um die Bedeutung gerade der knapp zwei Dutzend Landkreise und sechs kreisfreien Städte (München, Augsburg, Rosenheim, Ingolstadt, Landshut und Kaufbeuren), in der 5,5 Millionen aller Deutschen leben, hervorzuheben, werde man in kürze die neue Arbeitsgruppe Ländlicher Raum gründen, stellte die SPD-Politikerin in Aussicht. Mit der Konferenz in Füssen, unter anderem waren auch die Olympia-Bewerbungsgesellschaft und die Frauen-Fußball-WM mit vertreten, wolle man eine Metropolregion zum Anfassen präsentieren. Nach wie vor ist die EMM eher unbekannt, obwohl unter dem Label auf rund 300 Quadratkilometern 180 Mitglieder (darunter Füssen) mit einer Vielzahl von beeindruckenden „Superlativen“, etwa 452 Museen oder der Region mit der größten Kaufkraft in Deutschland, auftreten. Ziele der Metropolregion sind, wie man in den zahlreichen Broschüren nachlesen kann, unter anderem die Bündelung der Kompetenzen, ein gemeinsamer Auftritt innerhalb Europas und das knüpfen von Netzwerken, wie Anja Wilde, Geschäftsführerin der EMM, eingangs betont hatte. "Bruttonationalglück" Bei der Konferenz der EMM, unter anderem einer Sitzung des Lenkungsausschusses, ging es um die Kultur. So berichtete Gabriel Engert, Kulturreferent von Ingolstadt, über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Kultur und der österreichische Philosophie- und Theologieprofessor Clemens Sedmak referierte in einem sehr lebendigen und forschen Vortrag über „Wer braucht schon Kultur?!?“. Sein Resümee: wenn es hart auf hart kommt (in der Gesellschaft oder in einer Firma) dann sind es die nicht greifbaren Werte wie Kultur, Natur oder Miteinander, die den Zusammenhalt und das Weiterbestehen fördern. Oder anders ausgedrückt: Bruttonationalglück schlägt Bruttosozialprodukt.

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